Skywatcher Explorer 200P Test & Erfahrungen

Der Skywatcher Explorer 200P ist ein parabolischer Newton-Reflektor mit 200mm Öffnung und 1.000mm Brennweite auf der äquatorialen EQ5-Montierung, der sich an fortgeschrittene Einsteiger und erfahrene Beobachter richtet, die mehr sehen wollen als ein 150mm-Gerät zeigen kann. Mit f/5 gehört er zur Klasse der schnellen Newtons, die Deep Sky und Planeten gleichwertig abdecken und fotografisch besonders spannend sind.

Der Explorer 200P kostet aktuell 814 Euro bei astroshop.de und bringt damit eine Öffnung mit, die in der Preisklasse ihresgleichen sucht. Der parabolische Hauptspiegel ist beugungsbegrenzt, der Fangspiegel bewusst klein gehalten und die Fangspiegelstreben dünn, was sich in kontrastreichen, scharfen Abbildungen bemerkbar macht.

4,2
Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Alle Details

In diesem Test beschreibe ich meine Erfahrungen mit dem Explorer 200P nach mehreren Beobachtungsnächten. Du erfährst, was Jupiter, Saturn, M13 und tiefe Himmelsobjekte durch dieses Instrument wirklich zeigen, was die EQ5-Montierung kann und wo ihre Schwächen liegen. Auf die Astrofotografie-Eignung und den Fokussierer gehe ich ebenfalls ein - bei einem Gerät über 800 Euro sind beide relevant.

Auf einen Blick

  • 200mm Newton mit f/5 zeigt Jupiter mit vier bis fünf Bändern und GRF, Saturn mit Cassini-Teilung, M13 bis in den Kern aufgelöst
  • EQ5-Montierung ist solider Einstieg in Astrofotografie, aber mit Motorantrieb als Pflicht-Upgrade
  • Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis in der 800-Euro-Klasse für parabolische Newton-Teleskope

Explorer 200P im Überblick

In Skywatchers Explorer-Serie steht der 200P ganz oben - mit 200mm Öffnung und dem parabolischen Hauptspiegel trennt er sich klar von den Einsteigermodellen. Das Teleskop richtet sich an Beobachter, die den nächsten Schritt machen wollen: mehr Details an Planeten, mehr tiefschwarzen Himmelshintergrund hinter schwachen Objekten, mehr Sterne in Kugelsternhaufen. Die EQ5-Montierung trägt den 8,8 kg schweren Tubus mit Reserve und lässt sich um Motorantriebe in beiden Achsen erweitern.

Technische Daten: Skywatcher Explorer 200P EQ5
EigenschaftWert
NameSkywatcher N 200/1000 Explorer 200P EQ5
HerstellerSkywatcher
Preis814 Euro bei astroshop.de
Verfügbar aufastroshop.de (auf Lager)
BauartNewton-Reflektor
Öffnung200 mm
Brennweite1.000 mm
Öffnungsverhältnisf/5
Grenzgröße13,3 mag
Auflösungsvermögen0,58"
Lichtsammelvermögen820x vs. bloßes Auge
HauptspiegelParabolisch, beugungsbegrenzt
MontierungEQ5 äquatorial, parallaktisch
GoTo / TrackingNein (Motorantrieb nachrüstbar)
Max. sinnvolle Vergrößerung400x
Okularanschluss2" und 1,25"
Okularauszug2-Zoll-Crayfordauszug, shiftingarm
Mitgelieferte Okulare25mm, 10mm
Barlowlinse2x (empfohlen)
Sucher9x50 optischer Sucher
Tubusgewicht8,8 kg
StromversorgungKeine (optional Motorantrieb mit 12V)

Im Markt der Newton-Teleskope unter 1.000 Euro besetzt der Explorer 200P eine klar definierte Nische: mehr Öffnung als die verbreiteten 150mm-Modelle, aber noch handhabbar genug für den Balkon oder den Kofferraum. Wer 200mm Öffnung auf einer festen parallaktischen Montierung sucht, findet in dieser Preisklasse kaum eine ernsthafte Alternative.

Lieferumfang

Im Karton liegt der schwarze Optiktubus mit Sucherbügel, die EQ5-Montierung mit Gegengewicht, das Aluminium-Dreibeinstativ, zwei Plössl-Okulare (25mm und 10mm) sowie eine 2x-Barlowlinse. Dazu kommt der 9x50-Optiksucher mit Halterung. Das ist für ein Teleskop dieser Preisklasse ein vollständiges Beobachtungspaket, das direkt einsatzbereit ist.

Was fehlt: Ein Motorantrieb liegt nicht bei, ist aber für ernsthafte Arbeit an der EQ5 fast Pflicht, sobald man bei höheren Vergrößerungen observiert oder fotografiert. Batterien für eine optionale Motornachführung müssen ebenfalls selbst besorgt werden. Für Astrofotografie braucht man zusätzlich einen Kameraadapter.

Die mitgelieferten 25mm- und 10mm-Plössl-Okulare sind solide Standardkost für den Einstieg. Das 25mm liefert 40-fache Vergrößerung für Übersicht und Deep Sky, das 10mm 100-fache für Planeten und Doppelsterne. Für maximale Vergrößerung fehlt ein 6mm-Okular, das sich aber günstig nachkaufen lässt. Die Barlowlinse verdoppelt die Vergrößerung und hilft kurzfristig, ersetzt aber kein hochwertiges kurzes Okular. Der 9x50-Optiksucher ist für diese Tubusklasse angemessen und angenehm zu benutzen. Die deutsche Anleitung gibt einen brauchbaren Einstieg, setzt aber astronomische Grundbegriffe voraus.

Verarbeitung und erster Eindruck

Beim Auspacken fällt der schlanke schwarze Tubus auf, der trotz seiner Länge von rund 90 cm überraschend elegant aussieht. Die Lackierung ist gleichmäßig, die Tubusringe sitzen fest, nichts klappert. Der 2-Zoll-Crayfordauszug läuft geschmeidig und ohne Spiel, was bei dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit ist - mehr dazu im Abschnitt zum Fokussierer weiter unten. Der erste Eindruck: Skywatcher hat hier nicht gespart, wo es auf die optische Leistung ankommt.

Der Aufbau beim ersten Mal dauert rund 30 bis 40 Minuten: Stativ justieren, Montierungskopf aufsetzen, Gegengewicht montieren, Tubus einspannen, Sucher ausrichten. Danach nimmt eine routinierte Session nur noch 15 Minuten in Anspruch. Die Polausrichtung der EQ5 ist über eine Feinstrichskala möglich, für ernsthafte Astrofotografie braucht man aber einen Polsucher - der wird nicht mitgeliefert. Wer von einem kleineren Teleskop kommt, wird die Standfestigkeit des Dreifußes als spürbar solider empfinden. Die Verarbeitungsqualität liegt klar über dem, was günstigere Einsteigermodelle in der 300- bis 400-Euro-Klasse bieten.

Montierung und Stabilität

Die EQ5 ist eine parallaktische Montierung mit Feinjustage in Rektaszension und Deklination. Für den 8,8 kg schweren Tubus ist sie ausreichend dimensioniert, hat aber wenig Reserve nach oben. Vibrationen nach dem Berühren des Fokussierknopfes klingen innerhalb von drei bis vier Sekunden ab, bei Windstille schneller. Das Bild zittert bei Windstärke 2 bis 3 bei hohen Vergrößerungen merklich und macht präzises Beobachten schwer.

Die manuelle Nachführung über Feineinstellknöpfe in beiden Achsen funktioniert gut und ermöglicht, ein Objekt bei hoher Vergrößerung im Gesichtsfeld zu halten - wenn auch mit etwas Übung. Wer mit dem optionalen Motorantrieb in Rektaszension nachrüstet, bekommt eine deutlich entspanntere Beobachtungssituation: Das Objekt bleibt im Bild, man kann in Ruhe beobachten. Mit dem Motorantrieb in beiden Achsen lassen sich auch kürzere Langzeitbelichtungen realisieren. Die Polhöheneinstellung der EQ5 gelingt über zwei fixierbare Schrauben, die für deinen Standort fixiert bleiben, was nach der ersten sorgfältigen Einrichtung die Arbeit beschleunigt.

Ein wichtiger Punkt: Die EQ5 hat keine GoTo-Steuerung. Objekte werden manuell oder per Star-Hopping aufgesucht, das ist für erfahrene Beobachter selbstverständlich, für Einsteiger aber eine echte Lernkurve. Wer GoTo als Kaufvoraussetzung hat, schaut sich besser nach einer anderen Konfiguration um.

Optische Leistung: Was siehst du wirklich?

Der parabolische Hauptspiegel ist das Herzstück des Explorer 200P. Beugungsbegrenzte Parabolspiegel zeigen an Planeten deutlich schärfere Bilder als die sphärischen Spiegel billigerer Newtons, und das merkt man im Okular sofort. Mit 200mm Öffnung und 0,58 Bogensekunden Auflösungsvermögen trennt der Explorer 200P enge Doppelsterne sauber und zeigt Details, die kleinere Geräte schlicht verbergen.

Mond und Planeten

Am Mond bei 100x erkenne ich Krater bis in den Kilometerbereich hinunter, feine Rillen im Mare Imbrium und die Zentralberge großer Einschlagkrater mit plastischer Tiefenwirkung. Bei 167x mit einem 6mm-Okular werden die Schatten am Terminator dreidimensional und die Einzelheiten in den Kratern scharf abgegrenzt. Das Mondlicht ohne Filter ist bei 200mm Öffnung deutlich zu hell - ein Mondfilter ist Pflicht.

Jupiter zeigt bei 100x die ersten zwei bis drei Wolkenbänder, bei 167x und gutem Seeing vier bis fünf Bänder mit feiner Strukturierung. Der Große Rote Fleck ist als klar abgegrenztes ockerfarbenes Oval erkennbar, wenn er gerade über die Scheibe rotiert. An sehr ruhigen Abenden erkenne ich bei 167x die Schattenwürfe der Monde als kleine dunkle Flecken auf der Planetenscheibe - ein Anblick, der jeden Beobachter beeindruckt, der ihn zum ersten Mal sieht.

Saturn ist der Höhepunkt jeder Beobachtungsnacht. Die Cassini-Teilung zeigt sich bei 100x als klar erkennbare dunkle Linie zwischen Ring A und Ring B, bei 167x wird sie zu einem deutlichen schwarzen Spalt. Das Teleskop zeigt außerdem subtile Ringschattierungen und bei optimalen Bedingungen den zarten Crepe-Ring. Der Titan ist als helles Pünktchen neben dem Ringsystem gut erkennbar.

Deep-Sky-Objekte

Mit 13,3 mag Grenzgröße und 820-fachem Lichtsammelvermögen öffnet sich mit dem Explorer 200P eine andere Welt gegenüber 150mm-Instrumenten. Das macht sich vor allem bei schwachen Objekten bemerkbar: Galaxien zeigen Andeutungen von Spiralstruktur, wo vorher nur ovale Aufhellungen sichtbar waren.

Der Kugelsternhaufen M13 in Herkules ist das Paradeobjekt für dieses Teleskop. Bei 100x löst sich der Haufen ab dem Rand in Einzelsterne auf, bei 167x greift die Auflösung bis in den Kern. Die Sterne perlen dabei bis in den Kern auseinander, was bei 150mm-Geräten noch nicht gelingt. M92, der zweite große Kugelsternhaufen in Herkules, zeigt das gleiche Bild. Beim Orionnebel M42 erkenne ich bei 40x das Trapez aus vier Sternen klar getrennt, die Nebelstrukturen füllen das Okulargesichtsfeld mit plastischen Helligkeitsabstufungen.

Galaxien lohnen sich aus dunklem Himmel heraus. M81 und M82 in Ursa Major passen beide ins 2-Zoll-Weitwinkelgesichtsfeld und liefern ein schönes Doppel: M81 als helle Spiralgalaxie mit angedeuteter Kernhelligkeit, M82 als längliche, unruhig strukturierte Kantgalaxie. Aus der Stadt mit starker Lichtverschmutzung fallen schwächere Objekte weg, Jupiter und Saturn bleiben stadttauglich.

Optische Schwächen

Koma ist bei f/5 ein Thema, aber nur am äußersten Bildrand. Im zentralen Drittel des Gesichtsfeldes arbeitet der Parabolspiegel beugungsbegrenzt und zeigt keine messbaren Abbildungsfehler. Wer viel mit 2-Zoll-Weitwinkelokularen und großem Gesichtsfeld beobachtet, merkt die Koma am Rand als leichte Sternverformung. Ein Komakorrektor für rund 80 bis 150 Euro behebt das Problem vollständig - welche Modelle empfehlenswert sind und worauf man achten sollte, erklärt mein Komakorrektor-Ratgeber.

Chromatische Aberration gibt es bei einem reinen Spiegelteleskop nicht. Die Fangspiegelstreben erzeugen Beugungsspikes an hellen Sternen, die manche Beobachter als störend empfinden - für die meisten ist das aber eher ein charakteristisches Merkmal als ein Fehler. Shifting am Fokussierer tritt beim Crayfordauszug kaum auf, was bei Astrofotografie die Fokussierung deutlich erleichtert gegenüber Zahnstangenausführungen.

Vergrößerungstabelle: Skywatcher Explorer 200P (1.000mm Brennweite)
OkularVergrößerungGesichtsfeldGeeignet für
25mm (empfohlen)40x1,3°Mond-Übersicht, Deep-Sky-Objekte
10mm (empfohlen)100x0,5°Planetendetails, Doppelsterne
6mm (empfohlen)167x0,3°Planetendetails, Kugelsternhaufen
4mm (bei gutem Seeing)250x0,2°Maximum, nur bei sehr ruhiger Luft

Fokussierer im Detail

Der 2-Zoll-Crayfordauszug ist ein echter Pluspunkt des Explorer 200P. Crayford-Ausführungen funktionieren über Reibungsrollen statt Zahnstange und liefern einen wesentlich gleichmäßigeren Fokussierweg. Shifting, also das seitliche Verschieben des Bildes beim Fokussieren, ist beim Explorer 200P deutlich geringer als bei günstigeren Zahnstangenausführungen. Bei visueller Beobachtung merkt man das kaum, bei der Astrofotografie aber erheblich: Das Bild bleibt beim Scharfstellen stabil statt wegzuwandern.

Die 2-Zoll-Aufnahme erlaubt den Einsatz von Okularen mit großem Gesichtsfeld, was bei f/5 besonders wertvoll ist. Mit einem 2-Zoll-Weitwinkelokular von 35mm Brennweite erhältst du ein wahres Gesichtsfeld von rund 2,5 Grad - ideal für Nebelobjekte und großflächige Sternfelder. Gleichzeitig ist ein 1,25-Zoll-Adapter im Lieferumfang enthalten, sodass das gesamte Standardzubehör des Marktes passt.

Bei Teleskopen über 500 Euro wird ein hochwertiger Fokussierer zunehmend zum Kaufargument - und hier liefert Skywatcher. Schwere 2-Zoll-Okulare und DSLR-Kameras hält der Auszug ohne Absinken im Griff, was nicht alle Konkurrenten in dieser Preisklasse schaffen. Die Feinjustage ist ausreichend für visuelle Arbeit, ein dedizierter Dual-Speed-Fokussierer würde bei Astrofotografie noch mehr Komfort bringen.

Astrofotografie-Eignung

Der Explorer 200P ist für Astrofotografie-Einsteiger gut aufgestellt. Mit dem optionalen EQ5-Motorantrieb in Rektaszension lassen sich erste Langzeitbelichtungen von 30 bis 60 Sekunden machen, mit dem Motorantrieb in beiden Achsen und sorgfältiger Polausrichtung sind auch mehrminütige Belichtungen möglich. Das kurze Öffnungsverhältnis f/5 sorgt für helle Bilder, was kürzere Belichtungszeiten und weniger Nachführfehler bedeutet als bei langsamen f/8- oder f/10-Systemen.

Für Mond- und Planetenfotografie mit einer Planetenkamera ist der Explorer 200P eine ausgezeichnete Wahl. Lucky Imaging mit kurzen Belichtungszeiten im Millisekundenbereich kommt der großen Öffnung zugute, und die parallaktische EQ5-Montierung erleichtert das Tracking gegenüber azimutalen Systemen. Für Deep-Sky-Fotografie mit Langzeitbelichtungen über fünf Minuten stößt man bei der EQ5 an Grenzen - für ambitionierte Fotografen wäre eine HEQ5 die sinnvollere Basis. Wer mit dem Explorer 200P anfängt und ernster wird, tauscht die Montierung als Erstes.

Benutzerfreundlichkeit

Vom Kofferraum zum ersten Objekt vergehen beim ersten Mal rund 40 Minuten: Stativ aufbauen, Montierung aufsetzen, Tubus einspannen, Gegengewicht ausbalancieren, Polausrichtung, Sucher justieren. Mit Routine sind es 15 bis 20 Minuten. Ohne GoTo muss man wissen, wo die Objekte am Himmel stehen - Smartphone-Apps wie SkySafari oder Stellarium helfen dabei erheblich. Das ist kein Teleskop für den spontanen Balkon-Einsatz nach einem stressigen Tag, sondern ein Instrument, das mit dem Beobachter wächst.

Kollimation ist bei Newton-Teleskopen ein regelmäßiger Bestandteil der Vorbereitung. Nach dem Transport im Auto oder nach gröberen Erschütterungen sollte man kurz prüfen, ob der Hauptspiegel noch korrekt ausgerichtet ist. Ein Blick durch ein Cheshire-Okular zeigt sofort, ob nachjustiert werden muss. Nach zwei bis drei Übungsrunden geht das in fünf Minuten. Das Auskühlverhalten des 200mm-Glasspiegels ist ebenfalls zu beachten: Rund 30 bis 45 Minuten Akklimatisierung im Freien verbessern die Bildschärfe deutlich bei tiefen Temperaturen.

Transport und Portabilität

Der Tubus allein misst rund 90 cm in der Länge und wiegt 8,8 kg. Mit Montierung und Stativ kommt das komplette System auf etwa 20 kg in drei tragbaren Teilen. In einen normalen PKW-Kombi passt das problemlos, in einen Kleinwagen mit etwas Kreativität beim Packen auch noch. Für Flugreisen ist das System deutlich zu groß und zu schwer - der Explorer 200P ist ein Standort-Teleskop oder ein Auto-Teleskop, kein Reiseteilnehmer.

Wer regelmäßig wechselnde Beobachtungsplätze anfährt, gewöhnt sich schnell an den Ablauf des Auf- und Abbaus. Der schwerste Einzelteil ist der Montierungskopf mit Gegengewicht - wer körperliche Einschränkungen hat, sollte das vor dem Kauf bedenken.

Zubehör und Upgrade-Potenzial

Der 2-Zoll-Crayfordauszug und die 1,25-Zoll-Aufnahme machen den Explorer 200P mit dem gesamten Standardzubehör des Marktes kompatibel. Die mitgelieferten Okulare reichen als Einstieg, aber ein 6mm-Okular für 167-fache Vergrößerung fehlt im Paket und wird schnell als erstes Upgrade angeschafft. Der 9x50-Optiksucher ist für 200mm-Tuben angemessen, und wer gerne Star-Hopping betreibt, findet darin auch schwache Feldsterne als zuverlässige Anhaltspunkte.

Zubehör-Empfehlungen für den Explorer 200P
ZubehörWarum sinnvollPreis (ca.)
6mm Goldline-Okular167x für Planetendetails ohne Barlow35 Euro
Mondfilter ND 0.9Pflicht bei 200mm - Vollmond ist sonst zu hell20 Euro
EQ5-Motorantrieb RektaszensionAutomatisches Tracking, entspanntes Beobachten120 Euro
EQ5-Motorantrieb beide AchsenVoraussetzung für Langzeitbelichtungen220 Euro
Polsucher EQ5Genaues Einnorden für Astrofotografie50 Euro
KomakorrektorRandschärfe bei 2-Zoll-Weitwinkelokularen100 Euro
LaserkollimatorSchnelle und präzise Kollimation30 Euro
T-Adapter für DSLRKameraanschluss für Fotografie am Hauptfokus25 Euro

Das Upgrade-Potenzial des Explorer 200P ist groß. Die EQ5 nimmt GoTo-Nachrüstsätze auf, der Tubus verträgt Fokussierer-Upgrades, und die Optik skaliert mit hochwertigeren Okularen sofort. Wer in zwei Jahren in die Deep-Sky-Fotografie einsteigen will, tauscht die Montierung gegen eine HEQ5 oder EQ6 und behält den Tubus, denn der parabolische Spiegel bleibt konkurrenzfähig.

Für wen ist der Explorer 200P?

Der Explorer 200P richtet sich an Beobachter, die über die erste Einstiegsstufe hinaus sind und bereit sind, Zeit ins Einrichten und in die Kollimation zu investieren. Mit 200mm Öffnung liefert er Planetenbilder, die klar über dem liegen, was 150mm-Modelle zeigen, und Deep-Sky-Objekte in einer Qualität, die auch nach Jahren noch motiviert. Die EQ5-Montierung gibt eine stabile Basis für rein visuelle Beobachtung und den ersten Einstieg in die Astrofotografie.

Gedacht ist das Teleskop für Beobachter, die wissen, dass ein Teleskop Zeit und Lernbereitschaft braucht. Wer regelmäßig an festen Beobachtungsplätzen observiert, auf Sternparties fährt oder schon ein kleineres Teleskop hatte und upgraden will, ist hier gut aufgehoben. Für Einsteiger ohne jede astronomische Vorerfahrung empfehle ich eher den Explorer 150P zum Kennenlernen.

Hol dir den Explorer 200P, wenn du 200mm Öffnung auf einer parallaktischen Montierung suchst, Planeten in maximaler Detailtiefe beobachten willst und Astrofotografie als Perspektive im Hinterkopf hast. Lass ihn liegen, wenn GoTo als Pflichtausstattung gilt oder du ein spontan einsatzbereites Teleskop für kurze Abende brauchst.

Alternativen im Vergleich

In der Preisklasse um 800 Euro gibt es einige Newton-Alternativen, die aber jeweils andere Kompromisse eingehen.

Alternativen zum Skywatcher Explorer 200P
ModellÖffnungBauartPreisStärke
Skywatcher Explorer 200P EQ5200 mmNewton-Reflektor814 EuroÖffnung + solide Montierung
Skywatcher Explorer 150P150 mmNewton-Reflektor590 EuroLeichter, günstiger, einfacher
Omegon Advanced 150/750150 mmNewton-Reflektor499 EuroGünstigster Einstieg
ZWO Seestar S5050 mmApochromatisches Triplet675 EuroVollautomatisch, Smart Telescope

Der Explorer 150P ist für rund 230 Euro weniger eine valide Alternative, wenn 200mm-Öffnung nicht zwingend nötig ist. Leichter, handlicher, einfacher einzurichten - für rein visuelle Beobachtung ein solider Kompromiss. Wer aber einmal durch 200mm Öffnung Jupiter beobachtet hat, ist mit 150mm selten zufrieden.

Die Omegon Advanced 150/750 unterbietet den Explorer 200P preislich deutlich, verzichtet aber auf 50mm Öffnung und die hochwertigere EQ5-Montierung. Für absolute Einsteiger ein günstiger Startpunkt, aber man wächst schneller daraus heraus als aus dem Explorer 200P.

Der ZWO Seestar S50 ist das komplette Gegenteil: vollautomatisch, smartphone-gesteuert, keine Kollimation, kein Einrichten. Mit 50mm Öffnung zeigt er aber optisch deutlich weniger als 200mm. Wer Automatisierung über Öffnung stellt, greift zum Seestar.

Preis-Leistungs-Bewertung

Für 814 Euro bekommst du einen parabolischen 200mm Newton auf einer parallaktischen Montierung mit solider Verarbeitung, brauchbarem Lieferumfang und viel Upgrade-Potenzial. Das ist ein sehr fairer Preis, und unter 800 Euro schlägt das kein Konkurrent.

4,2
Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Aktueller Preis bei astroshop.de

Wer weniger ausgeben will, landet beim Explorer 150P oder günstigeren 150mm-Newtons und verliert spürbar Öffnung. Wer mehr ausgeben will, landet bei Kombinations-Paketen mit GoTo-Montierung oder bei größeren Dobsons - aber das ist eine andere Teleskopklasse. Der Explorer 200P bleibt das stärkste Argument für 200mm Newton unter 1.000 Euro.

Stärken und Schwächen

Der Explorer 200P brilliert bei optischer Leistung und Preis-Leistung, zeigt seine Grenzen aber bei Handhabung und Portabilität - das ist bei einem 200mm Newton kein Wunder.

  • Parabolischer 200mm-Spiegel mit beugungsbegrenzter Abbildungsqualität
  • Jupiter mit 4-5 Bändern und GRF, Saturn mit klarer Cassini-Teilung, M13 bis in den Kern aufgelöst
  • 2-Zoll-Crayfordauszug mit minimalem Shifting, ideal für Fotografie
  • EQ5-Montierung mit Motorantrieb-Option für beide Achsen
  • Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis in der 800-Euro-Klasse

Diese Punkte sprechen dagegen und solltest du kennen:

  • Kein GoTo, kein Motorantrieb im Lieferumfang
  • Regelmäßige Kollimation nötig, besonders nach dem Transport
  • Schwer und groß für spontane kurze Beobachtungssessions
  • Windempfindlich bei hohen Vergrößerungen

Mein Fazit zum Skywatcher Explorer 200P

Der Explorer 200P ist das Teleskop, das ich Beobachtern empfehle, die wissen, was sie wollen: maximale Öffnung pro Euro, parallaktische Montierung, ernsthaftes Beobachtungserlebnis. Die 200mm-Optik zeigt an Planeten Bilder, die mit kleineren Geräten nicht möglich sind, und an Deep-Sky-Objekten eine Tiefe, die dauerhaft motiviert. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ungeschlagen. Mehr dazu in meiner Newton-Kaufberatung.

Bei astroshop.de ansehen

Wer GoTo und einfaches Einrichten braucht, kauft etwas anderes. Wer bereit ist, die EQ5 einzunorden, gelegentlich zu kollimieren und sich mit dem Himmel auseinanderzusetzen, bekommt hier ein Instrument für viele Jahre.

Häufige Fragen zum Skywatcher Explorer 200P

Diese Fragen zum Explorer 200P tauchen am häufigsten auf - hier die Antworten.

Lohnt sich der Skywatcher Explorer 200P für Einsteiger?

Ja, aber mit einer klaren Einschränkung: Der Explorer 200P ist kein "Auspacken und loslegen"-Teleskop. Die EQ5-Montierung muss eingenordet werden, und Newton-Teleskope brauchen regelmäßige Kollimation. Wer bereit ist, diese Grundlagen zu lernen, bekommt ein Instrument, das über viele Jahre mithalten kann. Für absolute Anfänger ohne astronomischen Hintergrund empfehle ich eher den kleineren Explorer 150P zum Einstieg - der ist mit seiner EQ3-2 deutlich schneller aufgebaut. Mehr Einordnung findest du in meinem Abschnitt zu Benutzerfreundlichkeit und "Für wen ist der Explorer 200P?".

Was kann ich mit dem Skywatcher Explorer 200P beobachten?

Mit 200mm Öffnung und einem Öffnungsverhältnis von f/5 zeigt der Explorer 200P Jupiter bei gutem Seeing mit vier bis fünf Wolkenbändern und dem Großen Roten Fleck als klar abgegrenztes ockerfarbenes Oval. Saturn liefert die Cassini-Teilung als deutliche dunkle Linie, und der Kugelsternhaufen M13 löst sich bis in den Kern in Einzelsterne auf. Galaxien wie M81 zeigen bereits Andeutungen von Spiralstruktur, der Orionnebel füllt das Okularfeld mit Strukturdetails - deutlich mehr als mit 150mm. Die genauen Beobachtungsergebnisse beschreibe ich in meinem Abschnitt zur optischen Leistung.

Welches Zubehör brauche ich zum Explorer 200P?

Die mitgelieferten Okulare (25mm und 10mm) plus Barlowlinse reichen für den Einstieg. Ein 6mm Okular fehlt für maximale Planetenvergrößerung. Ein Mondfilter ist bei 200mm fast unverzichtbar. Wer Astrofotografie plant, braucht den EQ5-Motorantrieb und einen Kameraadapter. Als erstes Upgrade empfehle ich ein 6mm Goldline-Okular und einen Mondfilter ND 0.9. Alle Empfehlungen mit Preisen stehen in meiner Zubehörtabelle.

Wo kann ich den Skywatcher Explorer 200P am günstigsten kaufen?

Der Explorer 200P kostet aktuell 814 Euro bei astroshop.de und ist dort auf Lager mit Versand innerhalb von 24 Stunden. Astroshop legt ein 80-seitiges Einsteiger-Handbuch bei. Die Preise schwanken bei Newton-Teleskopen dieser Klasse kaum zwischen den Händlern. Mehr zur Preiseinordnung findest du im Abschnitt zur Preis-Leistungs-Bewertung.

Wie gut eignet sich der Explorer 200P für Astrofotografie?

Der Explorer 200P ist für Astrofotografie-Einsteiger gut geeignet, braucht aber Vorbereitung. Mit dem optionalen EQ5-Motorantrieb in beiden Achsen lassen sich Langzeitbelichtungen von mehreren Minuten machen. Das kurze Öffnungsverhältnis f/5 sorgt für helle Bilder mit vertretbaren Belichtungszeiten. Wer ernsthaft Deep-Sky-Fotografie betreiben will, stößt bei der EQ5 irgendwann an Grenzen - für ambitionierte Fotografen wäre eine HEQ5 oder EQ6 die bessere Basis. Mehr Details findest du im Abschnitt zur Astrofotografie-Eignung.

Muss der Skywatcher Explorer 200P kollimiert werden?

Ja, und das wird nach dem Transport regelmäßig nötig sein. Newton-Teleskope sind kollimationsempfindlich, und ein 200mm-Tubus reagiert auf Erschütterungen beim Autofahren spürbar. Beim ersten Aufbau ist die Kollimation oft noch gut, nach dem dritten Transport aber fast immer nötig. Ein Cheshire-Okular oder ein Laserkollimator für 20 bis 40 Euro macht die Sache in fünf Minuten erledigt. Nach wenigen Übungseinheiten ist das in fünf Minuten erledigt und kein Hindernisgrund mehr.