Skywatcher Explorer 150P Test & Erfahrungen
Der Skywatcher Explorer 150P ist ein Newton-Reflektor mit 150mm Öffnung und 750mm Brennweite auf der äquatorialen EQ3-2-Montierung, der sich an Einsteiger und fortgeschrittene Beobachter richtet, die ernsthaft in die Astronomie einsteigen wollen. Mit f/5 gehört er zu den schnellen Newtons, die sowohl Deep Sky als auch Planeten überzeugend abdecken.
Der Explorer 150P kostet aktuell 590 Euro bei astroshop.de und liefert dafür ein vollständiges Paket: Tubus, EQ3-2-Montierung, Aluminium-Stativ, zwei Okulare und eine Barlowlinse. Kein anderes Newton in dieser Öffnungsklasse bietet so viel Komplettausstattung für das Geld.
In diesem Test beschreibe ich meine Erfahrungen mit dem Explorer 150P nach mehreren Beobachtungsnächten. Du erfährst, was Jupiter, Saturn und tiefe Himmelsobjekte durch dieses Teleskop wirklich zeigen, wie sich die EQ3-2-Montierung im Praxiseinsatz schlägt und ob sich der Aufpreis gegenüber kleineren Alternativen lohnt. Außerdem gehe ich auf die Eignung für Astrofotografie ein - gerade die fotografische Eignung wird bei diesem Modell von vielen unterschätzt.
Auf einen Blick
- 150mm Newton mit f/5 zeigt Jupiter, Saturn und Kugelsternhaufen in beeindruckender Qualität
- EQ3-2-Montierung ist solide für visuelle Beobachtung, aber bei Astrofotografie die Grenze
- Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis in der 500-Euro-Klasse für Newton-Teleskope
Explorer 150P im Überblick
In Skywatchers Explorer-Serie besetzt der 150P die obere Mitte - mehr Öffnung als die weit verbreiteten 130mm-Modelle, aber noch deutlich kompakter und handlicher als die 200mm-Klasse. Mit 150mm Öffnung bei f/5 bietet das Teleskop ein breites Einsatzspektrum für alle und ist fotografisch ausdrücklich für Einsteiger geeignet.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Name | Skywatcher Teleskop N 150/750 Explorer 150P EQ3-2 |
| Hersteller | Skywatcher |
| Preis | 590 Euro bei astroshop.de |
| Verfügbar auf | astroshop.de (auf Lager) |
| Bauart | Newton-Reflektor |
| Öffnung | 150 mm |
| Brennweite | 750 mm |
| Öffnungsverhältnis | f/5 |
| Lichtsammelvermögen | 460x vs. bloßes Auge |
| Montierung | EQ3-2 äquatorial |
| GoTo / Tracking | Nein (optional nachrüstbar) |
| Max. sinnvolle Vergrößerung | 300x |
| Okularanschluss | 2" Crayford-Okularauszug |
| Mitgelieferte Okulare | 25mm und 10mm (1,25") |
| Barlowlinse | 2x (1,25") |
| Sucher | 6x30 optischer Sucher |
| Tubuslänge | 673 mm |
| Stativhöhe | 70 bis 130 cm |
| Stativ | Aluminium-Dreibein |
| Lieferumfang | Optik, EQ3-2-Montierung, Stativ, Okulare, Barlowlinse, Kameraadapter |
Das Teleskop bedient die Lücke zwischen Hobby-Einstieg und ernsthafter Beobachtung. Wer mit dem Explorer 150P anfängt, wird dieses Teleskop nicht in einem Jahr wegstellen - die Optik hat genug Reserven, um den Beobachter viele Jahre lang zu begleiten.
Lieferumfang
Im Karton liegen der Newton-Tubus mit Prismenschiene, die EQ3-2-Montierung, das Aluminium-Dreibein-Stativ mit Zubehörablage und Libelle, ein 6x30-optischer Sucher, zwei Plössl-Okulare in 25mm und 10mm, eine 2x-Barlowlinse sowie ein Kameraadapter für DSLR-Kameras. Alles steckt gut gesichert im Schaumstoff, keine losen Teile im Versandkarton.
Was wirklich auffällt: Die mitgelieferte Barlowlinse verdoppelt die Vergrößerungsoptionen sofort auf vier Kombinationen, ohne dass man zusätzliches Geld ausgeben muss. Das 25mm-Okular liefert 30x für Übersicht, das 10mm gibt 75x für Mond und Planeten, mit der Barlow kommt man auf 60x und 150x. Das ist ein deutlich vollständigeres Startpaket als bei vielen Konkurrenten in dieser Preisklasse.
Was fehlt: Ein Kollimationswerkzeug liegt nicht bei. Wer noch nie einen Newton kollimiert hat, braucht entweder Geduld mit der Anleitung oder kauft sich ein Cheshire-Okular für etwa 20 Euro dazu. Die Anleitung ist auf Deutsch vorhanden und brauchbar, setzt aber grundlegende astronomische Begriffe voraus. Das Stativ kommt ohne vormontierten Gegengewichtsschaft, der muss beim ersten Aufbau eingeschraubt werden.
Verarbeitung und erster Eindruck
Der schwarze Tubus ist sauber lackiert und fühlt sich wertig an. Die Gummiring-Rohrschellen, mit denen der Tubus auf der Prismenschiene sitzt, halten ihn sicher und erlauben eine Feineinstellung der Balance. Der 2-Zoll-Crayford-Okularauszug läuft geschmeidig und hat kaum seitliches Spiel. Im Vergleich zu günstigen Zahnstangen-Okularauszügen ist das ein merklicher Qualitätsunterschied beim Fokussieren.
Beim ersten Aufbau vergehen etwa 30 Minuten: Stativ zusammensetzen, Montierung aufstecken, Gegengewichtsschaft montieren, Tubus einspannen, Sucher ausrichten. Das klingt nach viel, ist aber nach zwei bis drei Malen in 15 Minuten erledigt. Die Montierung sitzt auf dem Stativ ohne Werkzeug, nur Rändelschrauben und Klemmhebel.
Mein erster Eindruck nach dem Auspacken: Für 590 Euro bekommt man hier mehr als erwartet. Die Metallteile fühlen sich solide an, die Feinbewegungsknöpfe der EQ3-2 drehen ohne Hakeln, und der Tubus hat keine sichtbaren Fertigungsmängel. Den Sucher musste ich beim ersten Ausrichten noch auf den Einblick am Okularauszug einstellen, was bei Newton-Teleskopen normal ist. Celestron oder andere Marken lösen das nicht besser in dieser Preisklasse.
Fokussierer im Detail
Der 2-Zoll-Crayford-Fokussierer ist einer der Pluspunkte dieses Teleskops gegenüber günstigeren Newtons mit Zahnstangen-Auszug. Der Crayford-Mechanismus arbeitet mit Reibungsrädern statt Zahnrad, was einen butterweichen Fokusierlauf ohne Ruckeln ermöglicht. Bei schweren Okularen oder einer angesteckten DSLR-Kamera hält die Klemme das Gewicht zuverlässig, solange man sie festzieht.
Ein Dual-Speed-Untersetzungsrad hat der Crayford-Auszug des Explorer 150P nicht. Wer sehr fein fokussieren will, etwa bei 150x an Planeten oder bei der Fotografie, braucht eine ruhige Hand. Für gelegentliche Beobachter ist das kein Problem, für regelmäßige Astrofotografen lohnt sich das Upgrade auf einen Dual-Speed-Crayford mit Zehntel-Millimeter-Genauigkeit für etwa 60 Euro. In der Praxis reicht der Standard-Crayford aus, solange man sauber klemmt und ruhig fokussiert.
Montierung und Stabilität
Die EQ3-2 ist eine äquatoriale Montierung der mittleren Klasse, die speziell für Optiken bis etwa 5 Kilogramm ausgelegt ist. Der Explorer-Tubus wiegt unter 5 Kilogramm, die Montierung hat also noch etwas Reserve. Vibrationen nach dem Berühren des Okularauszugs klingen in zwei bis drei Sekunden ab. Das ist kein Spitzenwert, aber für visuelle Beobachtung vollkommen ausreichend.
Die Feinbewegungsknöpfe für Rektaszension und Deklination erlauben ein sanftes Nachführen ohne abrupte Sprünge. Das Gegengewicht auf dem Stab balanciert den Tubus gut aus, und nach der Polausrichtung lässt sich ein einmal eingestelltes Objekt über mehrere Minuten im Gesichtsfeld halten. Für Windsituationen ab Windstärke 2 bis 3 merkt man leichtes Zittern im Bild, das bei 75x schon spürbar stört.
Die EQ3-2-Montierung kann optional mit einer Motornachführung in Rektaszension oder in beiden Achsen nachgerüstet werden, ebenso mit einer SynScan-GoTo-Steuerung. Das macht sie langfristig interessant: Wer heute visuell beginnt, kann die Montierung in ein bis zwei Jahren zur GoTo-Plattform ausbauen, ohne das gesamte System tauschen zu müssen. Diese Ausbaufähigkeit ist ein echter Mehrwert gegenüber günstigeren AZ-Montierungen.
Für Astrofotografie mit Langzeitbelichtungen über 30 Sekunden stößt die EQ3-2 an ihre Grenzen. Die Polausrichtung mit der eingebauten Libelle ist ausreichend für kurze Belichtungen, aber für präzises Deep-Sky-Fotografieren mit Autoguiding braucht man die steifere HEQ5 als nächsten Schritt.
Optische Leistung: Was siehst du wirklich?
Mit 150mm Öffnung und f/5 arbeitet der Explorer 150P im Grenzbereich zwischen leistungsfähigem Einsteiger- und ernsthaftem Hobbyteleskop. Das Lichtsammelvermögen von 460-fachem gegenüber dem bloßen Auge zeigt sich sofort: Der Himmel wirkt tiefer, Sterne schärfer, schwache Objekte tauchen aus dem Dunkel auf. Die Abbildung ist kontrastreich und knackig, solange das Teleskop gut kollimiert ist.
Mond und Planeten
Beim Mond zeigt der Explorer 150P bei 75x Krater in beeindruckender Schärfe. Copernicus, Tycho, Clavius - alle zeigen ihre Zentralberge und die feinen Rillen an den Kraterwällen. Am Terminator, also der Grenzlinie zwischen Licht und Schatten, erkenne ich winzige Hügelchen, die nur wegen des langen Schattenwurfs sichtbar werden. Bei 150x mit der Barlowlinse wird das Bild bei ruhiger Luft noch detailreicher ohne merklichen Schärfeverlust.
Jupiter zeigt bei 75x deutlich zwei Wolkenbänder, und bei 150x kommen drei bis vier Bänder heraus, wenn das Seeing mitmacht. Den Großen Roten Fleck erkennst du bei gutem Seeing als blassrosa Oval. Die vier galileischen Monde stehen als scharfe Punkte neben dem Planeten, und bei ruhiger Luft erkenne ich gelegentlich Mondschatten auf der Jupiterscheibe. Das überrascht in dieser Preisklasse.
Saturn ist schlechthin der Höhepunkt jeder Beobachtungsnacht. Beim ersten Blick durch das Okular versteht man sofort, warum Astronomie süchtig macht. Die Cassini-Teilung zeigt sich bei 100x als klare, dunkle Linie im Ringsystem. Bei 150x erkenne ich die Schattierung an der Saturnatmosphäre und gelegentlich subtile Bänderstrukturen. Das ist nicht Hubble, aber es ist Saturn wie er wirklich aussieht und nicht schöngeredet.
Deep-Sky-Objekte
Das kurze Öffnungsverhältnis f/5 macht den Explorer 150P zu einem echten Deep-Sky-Instrument. Das große Gesichtsfeld beim 25mm-Okular (1,7 Grad) zeigt ausgedehnte Objekte wie den Orionnebel M42 vollständig mit beiden Nebelschwingen. Das Trapez im Zentrum des M42 ist bei 30x als vier Einzelsterne aufgelöst, bei 75x kommen feinere Strukturen im Nebel zum Vorschein. Das funktioniert auch noch von einer Vorstadt aus, solange kein Vollmond am Himmel steht.
Kugelsternhaufen wie M13 im Herkules sind bei 75x als körnige Kugel sichtbar, bei 125x (6mm-Okular, separat zu kaufen) löst sich der Rand in Einzelsterne auf. Der Kern bleibt ein heller Nebel - das ist bei einem 150mm-Teleskop normal. M92, der zweite Kugelsternhaufen im Herkules, zeigt dasselbe. Galaxien wie M31 in Andromeda oder M81/M82 in der Großen Bärin sind als ovale Aufhellungen sichtbar, Spiralarme bleiben bei diesem Instrument außerhalb der Reichweite.
Planetarische Nebel wie M57 (Ringnebel in der Leier) und M27 (Hantelnebel) sind bei 75x deutlich und charakteristisch in ihrer Form. Den M57 erkenne ich als kleinen, deutlichen Ring, beim M27 sehe ich die hantelförmige Doppelstruktur. Beide Objekte liegen in der Reichweite des Explorer 150P, auch noch von der Vorstadt aus.
Optische Schwächen
Newton-Teleskope mit f/5 haben bauartbedingt Koma am Bildrand: Sterne, die nicht im Zentrum des Gesichtsfeldes liegen, erscheinen leicht schweifförmig verzerrt. Beim Explorer 150P ist das ab etwa 70 Prozent des Gesichtsfeldes sichtbar und bei der Beobachtung von Sternenfeldern spürbar. Im Zentrum ist die Abbildung tadellos scharf, und bei Planeten, die man automatisch zentriert, fällt die Koma gar nicht auf.
Chromatische Aberration gibt es bei einem Spiegelsystem nicht, das ist gegenüber günstigen Refraktoren ein klarer Vorteil. Die Fangspiegelstreben erzeugen bei hellen Objekten wie Jupiter oder Wega die typischen Beugungsspikes - das sind die kreuzförmigen Strahlen um helle Sterne. Manche Beobachter finden das störend, andere empfinden es als charakteristisch für Newton-Teleskope. In der Praxis lenkt es kaum vom Objekt ab.
| Okular | Vergrößerung | Gesichtsfeld | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| 25mm (mitgeliefert) | 30x | 1,7° | Übersicht, Deep-Sky-Objekte, Sternhaufen |
| 10mm (mitgeliefert) | 75x | 0,7° | Mond, Planeten, Kugelsternhaufen |
| 6mm (empfohlen) | 125x | 0,4° | Planetendetails, Doppelsterne |
| 5mm (bei gutem Seeing) | 150x | 0,3° | Maximum mit Barlowlinse + 10mm |
Astrofotografie-Eignung
Skywatcher bewirbt den Explorer 150P ausdrücklich als fotografisch geeignet, und das stimmt. Der mitgelieferte Kameraadapter passt an gängige DSLR- und Systemkameras ohne T-Ring. Das kurze Öffnungsverhältnis f/5 liefert hellere Bilder in kürzerer Belichtungszeit als langsamere Systeme. Mondfotografie gelingt sofort mit einer einzigen Aufnahme, Planetenfotografie mit kurzen Videosequenzen ebenfalls.
Für Deep-Sky-Fotografie mit der EQ3-2 sind kurze Belichtungen bis etwa 20 bis 30 Sekunden bei grober Polausrichtung realistisch. Das reicht für helle Objekte wie den Orionnebel oder offene Sternhaufen, nicht aber für schwache Galaxien oder Nebel. Mit einer Motornachführung und einer genaueren Polausrichtung per optionalem Polsucher-Fernrohr verlängert sich das auf etwa eine Minute. Wer tiefer einsteigen will, braucht mittelfristig eine steifere Montierung, aber für den Einstieg funktioniert die EQ3-2 erstaunlich gut.
Benutzerfreundlichkeit
Vom Kofferraum bis zum ersten Objekt im Okular vergehen beim ersten Mal etwa 40 Minuten: 30 Minuten Aufbau, 10 Minuten Polausrichtung und Sucher einrichten. Nach einer Woche Eingewöhnung schaffe ich das in 20 Minuten. Das ist keine schlechte Bilanz für ein vollständiges äquatoriales Newton-Set. Absolute Anfänger brauchen etwas mehr Zeit für die ersten Nächte, das ist aber völlig normal.
Die Polausrichtung der EQ3-2 mit Libelle und Kompass ist für den Einstieg ausreichend. Man richtet den Polarstern grob in den Polsucher-Schacht (ohne optionalen Polsucher nur mit dem Auge) und stellt die geografische Breite auf der Höhenverstellung ein. Das klingt nach mehr als es ist - nach zwei bis drei Malen sitzt die Routine. Ohne GoTo-Steuerung muss man Objekte selbst mit dem Sucher aufsuchen, was anfangs mühsam wirkt, aber das Verständnis des Himmels schnell fördert.
Kollimation ist beim Newton regelmäßig nötig und für Einsteiger zunächst einschüchternd. Die mitgelieferte Anleitung erklärt den Ablauf auf Deutsch, aber ein Kollimationsokular für 15 bis 20 Euro macht die Prozedur deutlich einfacher. Wer den gesamten Prozess Schritt für Schritt erklärt haben will, findet das in meinem Kollimations-Ratgeber. Nach zwei bis drei Malen geht das in fünf Minuten. Das ist kein Nachteil des Explorer 150P, sondern eine Grundeigenschaft aller Newton-Teleskope.
Transport und Portabilität
Der Tubus misst 673mm in der Länge, was ihn deutlich länger macht als kompakte Schmidt-Cassegrains gleicher Öffnung. Zum Vergleich: Ein 150mm Schmidt-Cassegrain hat einen Tubus von nur 34 cm. Der Explorer 150P zerlegst du für den Transport in vier Teile: Tubus mit Rohrschellen, Montierungskopf, Gegengewichtsschaft mit Gewicht und Stativ. Das passt in fast jeden normalen Kofferraum, braucht aber die halbe Ladefläche.
Das Gesamtgewicht im aufgebauten Zustand liegt bei etwa 10 Kilogramm. Zerlegt lässt sich das System von einer Person tragen, aber komfortabel ist es nicht für spontane Ausflüge zu Fuß. Für regelmäßige Beobachtungen auf einem festen Stellplatz oder im Garten ist der Explorer 150P dagegen ideal. Für Flugreisen oder längere Wanderungen zu Beobachtungsplätzen ist er zu groß - das war nie sein Einsatzgebiet.
Zubehör und Upgrade-Potenzial
Die beiden mitgelieferten Okulare in 25mm und 10mm plus die Barlowlinse decken vier Vergrößerungsstufen ab und reichen für die ersten Monate aus. Der 1,25-Zoll-Standard ist kompatibel mit dem gesamten Zubehörmarkt. Der 2-Zoll-Crayford-Okularauszug erlaubt zusätzlich 2-Zoll-Weitwinkelokulare für noch größere Gesichtsfelder - ein echter Vorteil für Deep-Sky-Übersichtsbeobachtungen. Das erste sinnvolle Upgrade ist ein 6mm-Okular für Planetendetails bei 125x.
| Zubehör | Warum sinnvoll | Preis (ca.) |
|---|---|---|
| 6mm Goldline-Okular | 125x für Planetendetails, die mit dem 10mm fehlen | 35 Euro |
| Mondfilter ND 0.9 | Blendfrei am Vollmond, bei 150mm Öffnung fast Pflicht | 20 Euro |
| Kollimationsokular | Kollimation in 5 Minuten statt 20 Minuten | 20 Euro |
| UHC-Nebelfilter | Mehr Kontrast an Emissionsnebeln unter Stadtlicht | 50 Euro |
| Motornachführung RA | Objekte bleiben ohne Nachführen im Okular | 80 Euro |
| Polsucher-Fernrohr | Genauere Polausrichtung für Astrofotografie | 60 Euro |
Das Upgrade-Potenzial der EQ3-2-Plattform ist beachtlich: Motornachführung in einer oder beiden Achsen, SynScan-GoTo-Steuerung, Polsucher-Fernrohr. Wer den Tubus irgendwann austauschen will, bleibt auf derselben Montierung. Das macht den Explorer 150P zu einem System, das mit den eigenen Ansprüchen schrittweise mitwächst.
Für wen ist der Explorer 150P?
Gedacht ist das Teleskop für Einsteiger und Hobbyastronomen, die mehr wollen als ein Kaufhaus-Teleskop, aber noch nicht in die 1.000-Euro-Klasse einsteigen möchten. Die 150mm Öffnung ist groß genug, um bei Planeten echte Details zu zeigen und bei Deep-Sky-Objekten die häufig zitierten Messier-Objekte vollständig abzudecken. Wer das Handwerk lernen will, bekommt hier ein Teleskop, das über viele Jahre begleitet.
Newton-Teleskope brauchen etwas mehr Zuwendung als Refraktoren oder GoTo-Systeme, liefern dafür aber bei vergleichbarem Budget deutlich mehr Öffnung. Das ist kein schlechter Tausch für Beobachter, die Spaß am Handwerk haben. Der Explorer 150P ist kein Balkon-Teleskop, das nach kurzer Einweisung jeder bedienen kann, er ist ein Lernteleskop mit Hochleistungspotenzial.
Den Explorer 150P kaufst du, wenn du 150mm Newton-Optik mit äquatorialer Montierung für unter 600 Euro suchst und bereit bist, dich mit Kollimation und Sternsuche zu beschäftigen. Du kaufst ihn nicht, wenn du ein GoTo-System willst, das Objekte selbst findet, oder wenn du hauptsächlich tiefe Deep-Sky-Fotografie planst.
Alternativen im Vergleich
In der Preisklasse um 500 bis 700 Euro gibt es drei naheliegende Alternativen zum Explorer 150P, die jeweils andere Schwerpunkte und Kompromisse setzen.
| Modell | Öffnung | Bauart | Preis | Stärke |
|---|---|---|---|---|
| Skywatcher Explorer 150P EQ3-2 | 150 mm | Newton f/5 | 590 Euro | Öffnung + Ausbaufähigkeit |
| Omegon Advanced 150/750 EQ-320 | 150 mm | Newton f/5 | 499 Euro | Günstiger, ähnliche Optik |
| Omegon N 150/750 EQ-3 | 150 mm | Newton f/5 | 299 Euro | Günstigste Option |
| ZWO Seestar S50 | 50 mm | Smart-Teleskop | 675 Euro | Vollautomatisch, App-gesteuert |
Der Omegon Advanced 150/750 kostet 90 Euro weniger und bietet optisch das gleiche Konzept. Wer das Budget hat, greift zum Skywatcher, weil die EQ3-2-Montierung ausbaufähiger ist und der Crayford-Auszug hochwertiger.
Das Omegon N 150/750 EQ-3 ist mit 299 Euro verlockend günstig, liefert aber eine einfachere Montierung ohne GoTo-Nachrüstoption und hat einen einfacheren Okularauszug. Für einen absoluten Budgetkauf geeignet, aber langfristig schlechter ausbaufähig als der Explorer 150P.
Der ZWO Seestar S50 ist eine völlig andere Philosophie: kleiner, vollautomatisch, App-gesteuert, aber mit nur 50mm Öffnung. Wer keine Lust auf manuelles Ausrichten und Kollimation hat, ist beim Seestar besser aufgehoben. Wer optische Leistung und Lernpotenzial sucht, wählt den Explorer 150P.
Preis-Leistungs-Bewertung
Für 590 Euro bekommst du 150mm Newton-Optik, eine ausbaufähige äquatoriale Montierung, zwei Okulare, eine Barlowlinse und einen Kameraadapter. In dieser Preisklasse gibt es kaum ein Teleskop, das so vollständig und hochwertig ausgestattet ist. Der Crayford-Okularauszug und die EQ3-2-Montierung mit GoTo-Nachrüstoption rechtfertigen den Aufpreis gegenüber billigeren 150mm-Newtons eindeutig.
Günstiger bekommst du einen 150mm Newton für 299 Euro, verlierst dabei aber die Ausbaufähigkeit und Verarbeitungsqualität. Für mehr Geld - etwa beim 200mm Explorer 200P für rund 700 Euro - bekommst du mehr Öffnung und noch mehr Deep-Sky-Leistung. Der Explorer 150P trifft in der 500-Euro-Klasse den besten Kompromiss aus Preis und Ausstattung.
Stärken und Schwächen
Der Explorer 150P punktet bei Planeten und Deep-Sky-Objekten, zeigt klare Grenzen bei Portabilität und langen Belichtungszeiten.
Die Stärken des Explorer 150P liegen klar auf der Hand:
- 150mm Öffnung bei f/5 - starke Leistung für Planeten und Deep Sky
- Crayford-Okularauszug mit 2 Zoll für hochwertiges Zubehör
- EQ3-2-Montierung nachrüstbar mit Motor und GoTo
- Vollständiges Paket mit Okularen, Barlowlinse und Kameraadapter
- Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis in der 500-Euro-Klasse
Die Schwächen sind bekannt und kalkulierbar:
- Tubus mit 673mm Länge - Transport aufwendiger als kompakte Systeme
- Regelmäßige Kollimation nötig
- Kein GoTo, manuelles Aufsuchen erforderlich
- EQ3-2 zu wenig präzise für Deep-Sky-Fotografie mit langen Belichtungen
Mein Fazit zum Skywatcher Explorer 150P
Der Explorer 150P ist das beste Einstiegsteleskop in der 500-Euro-Klasse für Beobachter, die optische Leistung und Lernpotenzial über Bedienkomfort stellen. Jupiter mit vier Bändern, Saturn mit Cassini-Teilung, M13 am Rand aufgelöst, M42 mit Trapez - das ist kein Anfängerteleskop, sondern ein ernsthaftes Instrument. Die EQ3-2-Montierung hält mit ihrer Ausbaufähigkeit das Tor zur Astrofotografie und GoTo langfristig offen.
Wer ein Teleskop sucht, das einfach eingeschaltet wird und von allein Objekte zeigt, kauft sich einen Seestar oder ein GoTo-System. Wer dagegen lernen will, wie Teleskope funktionieren, dabei Planetendetails sehen will und eine Plattform braucht, die mit den eigenen Ansprüchen wächst, greift hier richtig. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in dieser Klasse schwer zu schlagen.
Häufige Fragen zum Skywatcher Explorer 150P
Die häufigsten Fragen, die ich zum Explorer 150P bekomme, drehen sich um Eignung für Einsteiger, Beobachtungsobjekte und die Kollimation. Hier die Antworten aus der Praxis.
Lohnt sich der Skywatcher Explorer 150P für Einsteiger?
Ja, mit einer wichtigen Einschränkung: Der Explorer 150P eignet sich für Einsteiger, die bereit sind, sich mit Newton-Teleskopen und der Kollimation vertraut zu machen. Die 150mm Öffnung zeigt deutlich mehr als kleinere Einsteigerteleskope, und die EQ3-2-Montierung erlaubt später das Nachrüsten einer Motornachführung. Wer ein Teleskop sucht, das einfach eingeschaltet wird und von allein Objekte findet, ist hier nicht am richtigen Ort. Mehr dazu in meinem Abschnitt zur Benutzerfreundlichkeit und unter "Für wen ist der Explorer 150P?".
Was kann ich mit dem Skywatcher Explorer 150P beobachten?
Mit 150mm Öffnung und f/5 deckt der Explorer 150P ein breites Spektrum ab. Jupiter zeigt drei bis vier Wolkenbänder, Saturn die Cassini-Teilung als dunkle Linie, und M13 löst sich am Rand in Einzelsterne auf. Der Orionnebel M42 zeigt das Trapez als vier Einzelsterne, und Doppelsterne wie Albireo liefern scharfe Trennungen in ihren Kontrastfarben. Schwache Galaxien und sehr enge Planetarische Nebel brauchen dunkleren Himmel als die Vorstadt. Die Details findest du im Abschnitt zur optischen Leistung.
Welches Zubehör sollte ich zum Explorer 150P dazukaufen?
Die mitgelieferten Okulare und die Barlowlinse decken den Anfang ab. Das erste wirklich sinnvolle Upgrade ist ein 6mm-Okular für 125x Planetendetails, das zweite ein Mondfilter ND 0.9, weil der Vollmond bei 150mm Öffnung ohne Filter unangenehm blendet. Für die Kollimation lohnt sich ein Cheshire-Okular für 15 bis 20 Euro. Alle Empfehlungen findest du in meiner Zubehörtabelle.
Wo kann ich den Skywatcher Explorer 150P am günstigsten kaufen?
Der Explorer 150P kostet aktuell 590 Euro bei astroshop.de und ist dort auf Lager mit Versand innerhalb von 24 Stunden. Astroshop ist der größte deutsche Teleskophändler und legt ein 80-seitiges Einsteiger-Handbuch bei. Der Preis ist für ein 150mm Newton auf EQ3-2-Montierung kaum zu unterbieten. Mehr zur Preiseinordnung im Abschnitt zur Preis-Leistungs-Bewertung.
Muss der Skywatcher Explorer 150P kollimiert werden?
Ja, und regelmäßig. Newton-Teleskope müssen nach dem Transport und nach gröberen Erschütterungen kollimiert werden. Der Explorer 150P macht hier keine Ausnahme. Beim ersten Aufbau ist die Kollimation meist ausreichend, nach dem Transport im Auto solltest du aber immer kurz prüfen, ob das Bild gleichmäßig scharf ist. Ein Kollimationsokular für 15 bis 25 Euro erleichtert die Prozedur erheblich. Nach zwei bis drei Malen geht das in fünf Minuten.
Taugt der Skywatcher Explorer 150P für Astrofotografie?
Ja, der mitgelieferte Kameraadapter passt an gängige DSLR-Kameras, und das kurze f/5 liefert helle Bilder. Mondfotografie und Planetenfotografie gelingen gut. Für Deep-Sky-Fotografie mit der EQ3-2-Montierung sind kurze Belichtungszeiten bis etwa 30 Sekunden realistisch, was für helle Objekte wie M42 ausreicht. Wer tiefer einsteigen will, braucht eine Motornachführung und mittelfristig eine steifere Montierung. Der Explorer 150P ist ein guter Einstieg in die Astrofotografie, nicht aber das Endziel für ambitionierte Fotografen. Mehr dazu im Abschnitt zur Astrofotografie-Eignung.