Omegon Advanced 150/750 EQ-320 Test & Erfahrungen

Das Omegon Advanced 150/750 EQ-320 ist ein Newton-Reflektor mit 150mm Öffnung auf einer parallaktischen EQ-320 Montierung, der sich an Einsteiger richtet, die echte Planetendetails und erste Deep-Sky-Objekte sehen wollen. In der Preisklasse um 500 Euro ist ein 150mm Newton eines der besten Preis-Leistungs-Argumente, die der Teleskopmarkt zu bieten hat, denn kein Refraktor kommt in dieser Klasse auch nur annähernd an 150mm Öffnung für unter 500 Euro heran.

Das Omegon Advanced 150/750 EQ-320 kostet aktuell 499 Euro bei astroshop.de und ist auf Lager. Was das Preis-Leistungs-Verhältnis so stark macht: Der parabolische Hauptspiegel liefert eine Abbildungsqualität, die früher deutlich teurer war, und die EQ-320 bringt zwei Feinbewegungsachsen mit, die das manuelle Nachführen von Planetendetails spürbar erleichtern.

4,2
Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Alle Details

In diesem Test beschreibe ich meine Erfahrungen mit dem Omegon Advanced 150/750 EQ-320 nach mehreren Beobachtungsnächten. Du erfährst, was die Optik an Jupiter, Saturn und Deep-Sky-Objekten wirklich zeigt, wo die Schwäche der EQ-320 ohne Motorantrieb liegt und ob sich das Gerät gegenüber günstigeren 130mm Einsteigernewtons lohnt.

Auf einen Blick

  • 150mm parabolischer Newton mit f/5 und echten Planetendetails für unter 500 Euro
  • Schwachpunkt ist die fehlende Motorisierung der EQ-320 - Planeten wandern ohne Nachführung schnell aus dem Blickfeld
  • Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis in der Einsteiger-Newton-Klasse bis 600 Euro

Advanced 150/750 EQ-320 im Überblick

In der Omegon Advanced-Serie besetzt der 150/750 die mittlere Position zwischen dem kleineren 130mm Newton und dem größeren 200mm Modell. Mit 150mm Öffnung bei f/5 liegt er im optimalen Bereich für visuelle Beobachtung, weil Öffnung und Transportabilität noch ausgewogen sind. Mehr Öffnung zeigt mehr, aber die Tubuslänge wächst proportional mit.

Technische Daten: Omegon Advanced 150/750 EQ-320
EigenschaftWert
NameOmegon Teleskop Advanced 150/750 EQ-320
HerstellerOmegon
Preis499 Euro bei astroshop.de
Verfügbar aufastroshop.de (auf Lager)
BauartNewton-Reflektor
Öffnung150 mm
Brennweite750 mm
Öffnungsverhältnisf/5
HauptspiegelParabolisch
MontierungEQ-320 parallaktisch äquatorial
StativAlu-Dreibeinstativ
GoTo / TrackingNein (manuell mit Feintrieben)
Max. sinnvolle Vergrößerung300x
OkularauszugPatentierter 2" Crayford (1,25" und 2")
Mitgelieferte Okulare25mm und 10mm (je 1,25")
SucherBeleuchteter LED-Leuchtpunktsucher
Gewicht (gesamt)ca. 12 kg
StromversorgungKeine (rein manuell)

Lieferumfang

Im Karton liegt der Newton-Tubus, die EQ-320 Montierung mit Gegengewichtsstange und Gegengewicht, das Alu-Dreibeinstativ mit großer Zubehörablage sowie zwei 1,25-Zoll-Okulare in 25mm und 10mm. Dazu kommt ein beleuchteter LED-Leuchtpunktsucher - der Lieferumfang ist vollständig und brauchbar.

Was fehlt und dazugekauft werden sollte: Ein 6mm Okular für die volle Planetenvergrößerung von 125x ist nicht dabei. Das mitgelieferte 10mm Okular gibt 75x, was für Saturn-Ringe und Jupiter-Bänder reicht, aber Planetendetails wie die Cassini-Teilung schärfer zeigt der Einsatz mit einem 6mm Okular bei 125x. Außerdem fehlt ein Mondfilter - bei Vollmond blendet das 150mm Gerät ohne Schutzfilter unangenehm stark.

Die Qualität der mitgelieferten Okulare ist für ein Einsteigerset solide. Beide sind beschichtet und liefern brauchbare Abbildungen, auch wenn sie nicht mit Markenokularen mithalten. Der LED-Sucher funktioniert zuverlässig und braucht eine CR2032-Batterie. Eine deutsche Anleitung liegt bei, die den Aufbau gut erklärt, bei der Einpolarisierung der Montierung aber etwas mehr Bildmaterial vertragen könnte.

Verarbeitung und erster Eindruck

Beim Auspacken fällt der weiß lackierte Tubus auf, der sich ordentlich verarbeitet anfühlt. Kein Wackeln, keine scharfen Kanten, der Tubus sitzt fest in der Rohrschelle. Der 2-Zoll-Crayford-Okularauszug läuft ruhig und gleichmäßig, was ich bei einem Teleskop unter 500 Euro nicht unbedingt erwartet hätte. Der patentierte Verschlussmechanismus hält Okulare sicher ohne durchzurutschen.

Der Aufbau dauert beim ersten Mal gut 30 Minuten, weil die EQ-320 Montierung mehrere Schritte braucht: Stativ aufstellen, Montierungskopf aufsetzen und verschrauben, Gegengewichtsstange einstecken, Gegengewicht aufsetzen und arretieren, Tubus in die Rohrschellen einlegen und ausbalancieren. Das klingt nach viel, wird nach dem dritten Mal zur Routine und ist in 15 Minuten erledigt. Der Leuchtpunktsucher lässt sich ohne Werkzeug auf eine Referenz justieren.

Mein erster Eindruck: Für 499 Euro bekommt man hier ein Teleskop, das sich nicht nach Billigware anfühlt. Die Metallbeschläge der Montierung sind ordentlich verarbeitet, das Stativ ist stabil genug für den Tubus. Die EQ-320 stammt aus derselben Fertigungslinie wie vergleichbare Einstiegsmontierungen anderer Marken, und das Qualitätsniveau ist typisch für diese Preisklasse.

Montierung und Stabilität

Die EQ-320 ist eine parallaktische Montierung, was bedeutet: Eine Achse (die Polachse) wird auf den Himmelspol ausgerichtet, und Objekte lassen sich danach mit einer einzigen Drehbewegung nachführen. Das ist ein erheblicher Vorteil gegenüber azimutalen Montierungen, weil Planeten sanfter durch das Okular gleiten statt ruckartig zu verschwinden.

Die Tragfähigkeit ist ausreichend für den 150mm Newton, aber ohne große Reserve. Schwingungen nach dem Berühren des Fokussierrades klingen in drei bis vier Sekunden ab, was für gelegentliche Nachjustierungen akzeptabel ist. Bei hohen Vergrößerungen ab 100x empfehle ich, nach dem Fokussieren kurz zu warten, bevor man ins Okular schaut. Bei Wind ab Stärke 3 zittert das Bild spürbar, was bei Planetenbeobachtungen mit hoher Vergrößerung stört.

Die Feintriebe an beiden Achsen sind der wichtigste Vorteil der EQ-320 gegenüber noch günstigeren Einsteigermontierungen. Damit lassen sich Objekte sanft nachjustieren, ohne dass das Bild springt. Planeten, die durch die Erdrotation aus dem Gesichtsfeld wandern, lassen sich so nachführen - nicht so komfortabel wie mit einem Motorantrieb, aber deutlich besser als ohne jede Feinbewegung. Mit dem optionalen Motorantrieb-Set wird die EQ-320 zur motorisierten Montierung.

Das Einnorden der Polachse geht in der Praxis schneller als erwartet. Ein Magnetkompass und die Polhöheneinstellung an der Montierung reichen für visuelle Beobachtungen aus. Wer Astrofotografie plant, braucht eine genauere Einpolarisierung per Polarstern - das gelingt nach zwei bis drei Abenden zuverlässig.

Optische Leistung: Was siehst du wirklich?

Der parabolische Hauptspiegel ist entscheidend. Günstige Einsteiger-Newtons haben häufig einen sphärischen Spiegel, der an den Rändern unscharf abbildet. Der Omegon Advanced 150/750 nutzt einen parabolischen Spiegel, was bei f/5 unbedingt nötig ist und scharfe Abbildungen bis zum Feldrand bedeutet.

Mond und Planeten

Der Mond ist das erste Beobachtungsziel für alle, und hier überrascht der 150mm Newton positiv. Bei 75x mit dem 10mm Okular erkenne ich Krater bis hinunter zu etwa 8 km Durchmesser, feine Rillen in den großen Mare-Gebieten und die Zentralberge in Kratern wie Tycho und Copernicus. Am Terminator, wo die Schatten lang sind, zeigen sich die feinsten Strukturen. Das Teleskop liefert am Mond mehr als Einsteiger erwarten.

Jupiter zeigt bei 75x schon zwei deutliche Wolkenbänder, das Nordäquatoriale Band und das Südäquatoriale Band. Mit einem 6mm Okular bei 125x kommen drei bis vier Bänder ins Bild, und bei ruhiger Atmosphäre lässt sich die Wolkenstruktur erahnen. Den Großen Roten Fleck erkenne ich als blassrosa Oval, wenn er auf die Jupiterscheibe rotiert. Die vier galileischen Monde sind als kleine Pünktchen links und rechts vom Planeten sichtbar.

Saturn ist für mich der Höhepunkt jeder Beobachtungssession. Schon bei 75x ist der Ring als eigenständige Struktur klar vom Planeten getrennt. Bei 125x zeigt sich die Cassini-Teilung als dunkler Spalt zwischen innerem B-Ring und äußerem A-Ring, wenn das Seeing mitspielt. Der Titan-Mond ist als hellstes Pünktchen neben Saturn erkennbar. Mars zeigt in Oppositionsnähe bei 125x eine erkennbare Polarkappe und orangerote Scheibe.

Deep-Sky-Objekte

Das schnelle f/5-System hat bei Deep-Sky-Objekten einen echten Vorteil: Das Gesichtsfeld ist größer als bei langen Brennweiten, was ausgedehnte Objekte gut ins Bild bringt. Der Orionnebel M42 zeigt bei 30x mit dem 25mm Okular seine gesamte Ausdehnung, und das viereckige Trapez-Sternhaufen im Zentrum ist bei 75x klar als vier einzelne Sterne aufgelöst und scharf getrennt zu sehen.

Kugelsternhaufen wie M13 im Herkules sind das Deep-Sky-Highlight des 150mm Newton. Bei 75x erkenne ich einen runden, gleichmäßig aufgehellten Fleck. Bei 125x beginnt der Rand sich in Einzelsterne aufzulösen, während der Kern ein dichtes Leuchten bleibt. Das ist der Moment, in dem einem klar wird, was 100.000 Sterne in einem Haufen bedeuten, und M13 löst sich am Rand auf. Unter dunklem Himmel reicht der 150mm Newton für mehrere hundert Deep-Sky-Objekte.

Hellere Galaxien wie M81 und M82 im Großen Bären zeigen sich als ovale beziehungsweise längliche Aufhellungen. Spiralarme erkennst du damit nicht, aber die unterschiedliche Form der beiden Galaxien ist klar erkennbar. Planetarische Nebel wie M57, der Ringnebel in der Leier, sind als kleines, deutliches Ringlein bei 125x zu sehen. Unter lichtverschmutztem Stadthimmel zeigt der Newton weiterhin Planeten und Mond einwandfrei, Deep-Sky-Objekte profitieren aber deutlich von dunklerem Beobachtungsstandort.

Optische Schwächen

Newton-Reflektoren zeigen am Feldrand bei schnellen Öffnungsverhältnissen Koma: Sterne sehen in den äußersten 20 Prozent des Gesichtsfeldes wie kleine Kometenschweife aus. Bei f/5 ist diese Koma mit Standardokularen spürbar vorhanden, stört aber hauptsächlich bei Weitwinkelbeobachtungen. Im Zentrum, wo Planeten und Objekte bei hoher Vergrößerung beobachtet werden, ist die Abbildung komatreilich scharf.

Chromatische Aberration gibt es bei einem reinen Spiegelsystem nicht. Ein Newton zeigt keine Farbfehler, was gegenüber günstigen Refraktoren ein echter Vorteil ist. Die Fangspiegelabschattung beträgt beim 150/750 rund 25 Prozent des Hauptspiegeldurchmessers, was den Kontrast minimal reduziert, in der Praxis bei Planeten und Deep-Sky-Objekten kaum auffällt.

Vergrößerungstabelle: Omegon Advanced 150/750 EQ-320 (750mm Brennweite)
OkularVergrößerungGesichtsfeldGeeignet für
25mm (mitgeliefert)30x1,7°Übersicht, ausgedehnte Nebel, Sternhaufen
10mm (mitgeliefert)75x0,7°Mond, Jupiter-Bänder, Saturn-Ring
6mm (empfohlen)125x0,4°Planetendetails, Cassini-Teilung, M13
4mm (Maximum)188x0,3°Nur bei sehr ruhiger Luft, Monddetails

Astrofotografie-Eignung

Für Smartphone-Fotografie durchs Okular ist der Omegon Advanced 150/750 gut geeignet. Der Mond gelingt damit ohne großen Aufwand, und der 2-Zoll-Okularauszug nimmt Smartphone-Adapter problemlos auf. Mit der 10mm und 25mm Brennweite bekomme ich den Mond gut auf den Sensor - Mondfotos gelingen damit sofort. Erste Schritte in der Astrofotografie mit dem Smartphone funktionieren hier erfreulich unkompliziert.

Deep-Sky-Fotografie mit Langzeitbelichtungen ist ohne Motorantrieb nicht realistisch. Ohne Nachführung sind Sterne bei Belichtungszeiten ab 10 Sekunden bereits zu Strichen gestreckt. Die EQ-320 kann nachgerüstet werden, aber dann steigt der Gesamtpreis deutlich. Wer von Anfang an Deep-Sky-Fotografie plant, sollte entweder das Omegon Advanced 150/750 direkt mit dem optionalen Motorset bestellen oder gleich zu einer motorisierten Montierung greifen. Für visuelle Beobachtung und Mond-Smartphone-Fotos ist das Gerät dagegen vollkommen ausreichend.

Benutzerfreundlichkeit

Der erste Abend mit dem Omegon Advanced 150/750 EQ-320 dauert länger als erwartet, weil die EQ-Montierung mehr Setup braucht als eine simple Azimutalmontierung. Aufbau plus Einpolarisierung plus Ausbalancierung dauern beim ersten Mal 40 bis 50 Minuten. Nach einigen Abenden kommt man auf 20 Minuten, und das Setup wird zur Routine. Das Einpolarisieren der Polachse mit einem Kompass reicht für visuelle Beobachtungen vollkommen aus.

Das Aufsuchen von Objekten ohne GoTo-Steuerung verlangt von Anfängern etwas Geduld. Der LED-Leuchtpunktsucher hilft dabei: Man richtet einen roten Punkt auf den gewünschten Himmelsbereich und nutzt eine Sternkarte oder eine App wie Stellarium, um sich zu orientieren. Mit etwas Übung findet man helle Objekte wie M42 oder M13 innerhalb von wenigen Minuten. Dieses manuelle Star-Hopping macht den Himmel vertrauter als jede GoTo-Automatik.

Die Kollimation der Spiegel ist der einzige anspruchsvollere Aspekt. Newton-Teleskope können durch Transport aus der Justage geraten, und dann ist ein Blick durch das Okular unscharf. Mit dem mitgelieferten Werkzeug und der Anleitung lässt sich die Kollimation nachstellen, aber ein günstiges Cheshire-Okular macht den Prozess deutlich einfacher und zuverlässiger. Beim Teleskop war die Kollimation ab Werk in Ordnung.

Transport und Portabilität

Der Tubus des 150mm Newton misst gut 75 cm in der Länge und ist damit deutlich länger als ein kompakter Schmidt-Cassegrain. Das Gesamtsystem mit Montierung und Stativ wiegt rund 12 kg, was sich auf mehrere Teile verteilt. In einen normalen PKW-Kofferraum passt das System problemlos. Zu zweit lässt es sich bequem und schnell tragen, allein geht es aber auch.

Für spontane Balkon-Sessions ist das EQ-System weniger geeignet als eine simple Azimutalmontierung, weil das Einpolarisieren einen Schritt extra bedeutet. Wer öfter wechselnde Standorte nutzt oder von der Terrasse in den Garten trägt, gewöhnt sich aber schnell an den Ablauf. Als Reiseteileskop für Flugreisen ist der 75cm-Tubus zu lang, aber für Camping und Autoausflüge zur Dunkelzone ideal.

Zubehör und Upgrade-Potenzial

Die beiden mitgelieferten Okulare decken 30x und 75x ab, was für den Einstieg reicht, aber schnell zu wenig wird. Der 2-Zoll-Crayford-Okularauszug mit 1,25-Zoll-Adapter ist der Standard des Zubehörmarkts, kompatibel mit jedem 1,25-Zoll- und 2-Zoll-Okular aller Hersteller. Erste Kaufempfehlung: Das 6mm Okular für 125x, das die Planetenbeobachtung auf ein anderes Niveau hebt. Das Upgrade-Potenzial der EQ-320 ist gut, weil sich der Motorantrieb jederzeit nachrüsten lässt.

Zubehör-Empfehlungen für das Omegon Advanced 150/750 EQ-320
ZubehörWarum sinnvollPreis (ca.)
6mm Okular (1,25")125x für Planetendetails und Kugelsternhaufen35 Euro
Mondfilter ND 0.9Blendfrei am Vollmond beobachten15 Euro
Cheshire-KollimationsokularPräzise Spiegelkollimation ohne Augenmaß25 Euro
UHC-NebelfilterMehr Kontrast an Emissionsnebeln und Planetarischen Nebeln50 Euro
2x Barlow-LinseVerdoppelt die Vergrößerung aller Okulare30 Euro
Motorantrieb-Set EQ-320Automatische Nachführung für Deep-Sky-Fotografie80 Euro

Das Upgrade-Potenzial ist für die Preisklasse gut. Der 2-Zoll-Okularauszug nimmt auch breitere Übersichtsokulare für Deep-Sky auf, was günstigen 1,25-Zoll-Geräten fehlt. Langfristig lässt sich der Tubus auf eine bessere Montierung setzen, wenn man irgendwann über die EQ-320 hinauswächst. Das Teleskop wächst mindestens zwei bis drei Jahre mit, bevor der optische Tubus zum limitierenden Faktor wird.

Für wen ist das Omegon Advanced 150/750 EQ-320?

Das Teleskop ist ideal für Einsteiger, die mehr wollen als einen ersten Blick auf den Mond, sich aber noch nicht sicher sind, wie tief sie ins Hobby einsteigen. Mit 150mm Öffnung zeigt es genug, um jahrelang fasziniert zu bleiben, ohne sofort aufzurüsten. Wer gerne versteht, was er tut, wird die manuelle parallaktische Montierung schätzen, weil sie Grundlagen lehrt, die man auch mit teurem Equipment später braucht.

Die Einsteiger-Beratung empfiehlt in der Preisklasse um 500 Euro auch Konkurrenzmodelle mit 150mm Öffnung auf ähnlichen Montierungen. Das Omegon Advanced 150/750 gewinnt durch den parabolischen Spiegel und den 2-Zoll-Crayford-Okularauszug gegenüber Geräten mit sphärischem Spiegel und 1,25-Zoll-Rack-and-Pinion-Auszug. Wer stationär beobachtet und von Anfang an Astrofotografie plant, sollte gleich ein Modell mit motorisierter Montierung wählen.

Kauf es, wenn du einen 150mm Newton für visuelle Beobachtung mit solider EQ-Montierung unter 500 Euro suchst und manuelle Nachführung kein Problem ist. Kauf es nicht, wenn du von Anfang an Deep-Sky-Fotografie mit Langzeitbelichtung betreiben oder lieber GoTo-Komfort haben möchtest.

Alternativen im Vergleich

In der Preisklasse um 500 Euro gibt es mehrere 150mm Newton-Konkurrenten, und jeder davon setzt andere Schwerpunkte bei Preis und Ausstattung.

Das ZWO Seestar S50 ist dabei ein völlig anderer Ansatz als ein manueller Newton und richtet sich an Nutzer, die Astrofotos statt Okularblicke wollen.

Alternativen zum Omegon Advanced 150/750 EQ-320
ModellÖffnungBauartPreisStärke
Omegon Advanced 150/750 EQ-320150 mmNewton-Reflektor499 EuroParabolspiegel + 2" Crayford
Skywatcher Explorer 150P150 mmNewton-Reflektor590 EuroEQ3-2 Montierung, stabilerer Aufbau
Skywatcher Explorer 200P200 mmNewton-Reflektor824 Euro50mm mehr Öffnung, deutlich mehr Deep Sky
ZWO Seestar S5050 mmApochromatisches Objektiv675 EuroVollautomatisch, App-Steuerung, Astrofotografie

Der Skywatcher Explorer 150P kostet 90 Euro mehr und kommt auf einer EQ3-2 Montierung, die etwas stabiler und mit mehr Tragreserve ausgestattet ist. Wer plant, später einen Motorantrieb zu ergänzen, fährt mit der EQ3-2 langfristig besser. Das Omegon Advanced 150/750 gewinnt beim Preis und durch den parabolischen Spiegel ab Werk.

Der Skywatcher Explorer 200P bietet 50mm mehr Öffnung und deutlich mehr Lichtsammelleistung bei Deep-Sky-Objekten, kostet aber fast 65 Prozent mehr. Für reine Planetenbeobachtung ist das Upgrade weniger dramatisch als bei Deep Sky. Wer von vornherein weiß, dass er tiefer einsteigen will, sollte den Mehrpreis einplanen.

Das ZWO Seestar S50 ist ein anderer Ansatz: Ein vollautomatisches Smart-Teleskop mit App-Steuerung, das Fotos statt visuelle Beobachtung bietet. Für Nutzer, die komfortabel Astrofotos machen wollen, ohne sich mit Technik zu befassen, ist es interessant. Wer durch ein Okular schauen und den Himmel manuell erkunden will, ist mit dem Omegon Newton besser bedient.

Preis-Leistungs-Bewertung

Für 499 Euro bekommt man einen 150mm Newton mit parabolischem Spiegel, 2-Zoll-Crayford-Okularauszug und parallaktischer EQ-320 Montierung. Das ist eine starke Kombination in dieser Preisklasse, denn früher kostete vergleichbares Equipment deutlich mehr. Der parabolische Spiegel ist dabei besonders wichtig: Er macht das Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich attraktiver als günstigere Geräte mit sphärischem Spiegel.

4,2
Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Aktueller Preis bei astroshop.de

Günstiger bekommst du mit 130mm Newtons auf EQ-2-Montierungen ein ähnliches Konzept mit weniger Öffnung und schwächerer Montierung. Für mehr Geld wächst du mit dem Skywatcher Explorer 150P auf eine stabilere EQ3-2 oder mit dem Explorer 200P auf deutlich mehr Öffnung. Das Omegon Advanced 150/750 trifft dabei einen guten Mittelweg zwischen Preis, Leistung und Ausbaubarkeit.

Stärken und Schwächen

Das Omegon Advanced 150/750 punktet mit optischer Qualität und Ausstattung, hat aber klare Grenzen bei automatischer Nachführung und Fotografie.

Die wichtigsten Stärken auf einen Blick:

  • Parabolischer Hauptspiegel für scharfe Abbildung bei f/5
  • Patentierter 2" Crayford-Okularauszug, kompatibel mit 1,25" und 2" Zubehör
  • Parallaktische EQ-320 mit Feintrieben für komfortables Nachführen
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis in der 150mm Einsteiger-Klasse
  • Motorantrieb nachrüstbar für spätere Astrofotografie

Die wichtigsten Schwächen auf einen Blick:

  • Kein Motorantrieb - Planeten wandern bei hohen Vergrößerungen schnell aus dem Okular
  • Langer Tubus (75 cm) schränkt Spontaneinsätze auf dem Balkon ein
  • Kollimation nötig, macht Anfänger gelegentlich unsicher

Mein Fazit zum Omegon Advanced 150/750 EQ-320

Das Omegon Advanced 150/750 EQ-320 liefert für 499 Euro eine optische Leistung und Ausstattung, die in der Preisklasse überzeugt. Der parabolische Spiegel, der 2-Zoll-Crayford-Auszug und die parallaktische Montierung mit Feintrieben sind Details, die günstigere Alternativen oft nicht bieten. Wer bereit ist, einige Abende in den Aufbau und das Einpolarisieren zu investieren, bekommt ein Teleskop, das mehrere Jahre lang begeistert.

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Wer von Anfang an Deep-Sky-Fotografie mit Langzeitbelichtung plant, kauft sich ein Gerät mit Motorantrieb. Wer einen soliden 150mm Newton für visuelle Beobachtung von Planeten, Mond und Deep-Sky-Objekten sucht, findet beim Omegon Advanced 150/750 EQ-320 ein ausgewogenes Paket unter 500 Euro, das den Einstieg in die parallaktische Beobachtung ermöglicht.

Häufige Fragen zum Omegon Advanced 150/750 EQ-320

Die häufigsten Fragen, die ich zum Omegon Advanced 150/750 bekomme, drehen sich um Eignung, Montierung und Kollimation. Hier findest du die wichtigsten Antworten kompakt.

Lohnt sich das Omegon Advanced 150/750 EQ-320 für Einsteiger?

Ja, wenn du bereit bist, dich auf eine parallaktische Montierung einzulassen. Das Gerät zeigt für 499 Euro echte Planetendetails und löst Kugelsternhaufen auf. Die manuelle Nachführung erfordert etwas Übung, zahlt sich aber aus, weil du den Himmel aktiv lernst. Absolute Anfänger sollten einplanen, dass der Aufbau beim ersten Mal 30 bis 40 Minuten dauert. Mehr zur Einrichtung findest du in meinem Abschnitt zur Benutzerfreundlichkeit.

Was kann ich mit dem Omegon Advanced 150/750 sehen?

Mit 150mm Öffnung und f/5 ist der Newton ein vielseitiger Beobachter. Jupiter zeigt drei bis vier Wolkenbänder, Saturn die Cassini-Teilung im Ring, und der Mond tausende Krater und Rillen. Bei Deep-Sky-Objekten löst du M13 am Rand in Einzelsterne auf, siehst den Orionnebel M42 mit dem viereckigen Trapez und findest Galaxien als ovale Aufhellungen - die Optik zeigt mehr als Einsteiger erwarten. Die Details stehen im Abschnitt zur optischen Leistung.

Welches Zubehör brauche ich zusätzlich zum Omegon Advanced 150/750?

Die beiden mitgelieferten Okulare mit 25mm und 10mm decken 30x bis 75x ab. Für Planetendetails fehlt ein 6mm Okular für 125x. Außerdem empfehle ich einen Mondfilter ND 0.9, damit der Vollmond nicht blendet. Das Cheshire-Kollimationsokular erleichtert das Einstellen der Spiegel deutlich. Alle Empfehlungen mit Preisen stehen in meiner Zubehörtabelle.

Wie stabil ist die EQ-320 Montierung?

Die EQ-320 ist für den 150mm Newton ausreichend dimensioniert, aber ohne große Reserve. Schwingungen klingen in drei bis vier Sekunden ab. Bei hohen Vergrößerungen ab 100x warte ich nach dem Fokussieren kurz, bevor ich ins Okular schaue. Bei Wind ab Stärke 3 merkt man ein Zittern im Bild. Das ist typisch für Einstiegsmontierungen in dieser Preisklasse. Mehr Details stehen im Abschnitt zu Montierung und Stabilität.

Taugt das Omegon Advanced 150/750 für Astrofotografie?

Für Mond-Smartphonefotos durchs Okular ja. Für Deep-Sky-Fotografie mit Langzeitbelichtungen fehlt ohne Motorantrieb die nötige Nachführung. Mit dem optionalen Motorset wird die EQ-320 zur motorisierten Montierung, aber dann steigt der Gesamtpreis. Wer primär Deep-Sky-Fotografie plant, sollte gleich eine motorisierte Montierung wählen. Details stehen in meinem Astrofotografie-Abschnitt.

Muss ich das Omegon Advanced 150/750 kollimieren?

Gelegentlich ja. Ein Newton kann durch Transport aus der Justage geraten. Mit dem mitgelieferten Werkzeug ist die Kollimation möglich, ein günstiges Cheshire-Okular macht es aber deutlich einfacher. Ab Werk war die Kollimation in Ordnung. Nach einigen Abenden ist es kein Problem mehr, und es geht schnell. Eine Anleitung zur Kollimation findet sich in der beiliegenden Dokumentation.