Omegon N 150/750 EQ-3 Test & Erfahrungen

Das Omegon N 150/750 EQ-3 ist ein Newton-Reflektor mit 150mm Öffnung auf einer parallaktischen EQ-3-Montierung, der sich an Einsteiger richtet, die von Anfang an mehr Teleskop wollen als ein typisches Kaufhaus-Gerät. In der Preisklasse um 300 Euro bekommst du hier eine Lichtsammelleistung, die rund 600-mal höher liegt als die des bloßen Auges, und das ist für diesen Preis ungewöhnlich viel Öffnung.

Das Teleskop kostet aktuell 299 Euro bei astroshop.de und kommt mit zwei Plössl-Okularen, einer 2x-Barlowlinse und einem Leuchtpunktsucher. Die parallaktische Montierung unterscheidet es von den meisten Konkurrenten in dieser Preisklasse, die auf azimutale Montierungen setzen. Für spätere Motorisierung ist die EQ-3 vorbereitet.

4,5
Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Alle Details

In diesem Test beschreibe ich, was das Omegon N 150/750 EQ-3 in der Praxis zeigt: Jupiter mit Wolkenbändern, Saturn mit Cassini-Teilung, Kugelsternhaufen wie M13 aufgelöst bis ins Zentrum. Du erfährst auch, wo die EQ-3-Montierung Schwächen zeigt und ob sich das Teleskop als Astrofotografie-Basis eignet.

Auf einen Blick

  • 150mm Öffnung mit f/5 Newton-Optik zeigt deutlich mehr als günstigere Einsteiger-Refraktoren
  • Die EQ-3-Montierung ist der Schwachpunkt - stabil genug für visuelles Beobachten, aber nicht für anspruchsvolle Fotografie
  • Mit 299 Euro das beste Preis-Leistungs-Verhältnis unter allen 150mm-Teleskopen im Einstiegsbereich

Omegon N 150/750 EQ-3 im Überblick

Das N 150/750 stammt aus Omegons Einsteigerserie und besetzt eine interessante Nische: Es bringt 150mm Öffnung in die 300-Euro-Klasse, wo die meisten Konkurrenten bei 130mm oder weniger stehen. Das kurze Öffnungsverhältnis von f/5 macht den Tubus mit nur 66 cm Länge kompakter als viele 130mm-Newtons, die häufig f/7 oder f/8 haben.

Technische Daten: Omegon N 150/750 EQ-3
EigenschaftWert
NameOmegon Teleskop N 150/750 EQ-3
HerstellerOmegon
Preis299 Euro bei astroshop.de
Verfügbar aufastroshop.de (auf Lager)
BauartNewton-Reflektor
Öffnung150 mm
Brennweite750 mm
Öffnungsverhältnisf/5
Auflösungsvermögen0,77 Bogensekunden
Lichtsammelvermögenca. 600-fach vs. bloßes Auge
MontierungParallaktisch EQ-3
Manuelle NachführungFeinbewegungen in RA und Deklination
GoTo / TrackingNein (Motorisierung nachrüstbar)
Max. sinnvolle Vergrößerungca. 300x
Okularanschluss1,25"
Mitgelieferte Okulare25mm Plössl (30x), 6,5mm Plössl (115x)
SucherLeuchtpunktsucher
Tubuslänge66 cm
Stativhöhe71 bis 121 cm verstellbar
Stromversorgungkeine (rein manuell)

Im Marktvergleich für 150mm-Newtons um 300 Euro ist das N 150/750 das einzige Modell mit vollständiger parallaktischer Montierung inklusive Gegengewicht. Das allein ist ein Argument für Beobachter, die später auf Motornachführung aufrüsten wollen.

Lieferumfang

Im Karton liegen der Newton-Tubus, die EQ-3-Montierung mit Gegengewicht, das Aluminium-Dreibeinstativ, ein 25mm-Plössl-Okular für 30-fache Vergrößerung, ein 6,5mm-Plössl-Okular für 115-fache Vergrößerung, eine 2x-Barlowlinse und ein Leuchtpunktsucher. Dazu kommen eine Zubehörablage für die Stativmitte, Justageschrauben für Haupt- und Fangspiegel und eine Aufbauanleitung. Das Paket ist vollständig für die ersten Beobachtungsnächte.

Das mitgelieferte Okularset ist für diese Preisklasse ausgesprochen vollständig. Die Plössl-Okulare liefern solide Abbildungsqualität für den Einstieg, und die Barlowlinse verdoppelt die Vergrößerungen auf 60x und 230x. Was fehlt, ist ein 10mm-Okular für die praktisch wichtige mittlere Vergrößerung von 75x, die zwischen Übersicht und Planetendetails liegt.

Die Anleitung ist brauchbar und beschreibt den Aufbau der EQ-3-Montierung Schritt für Schritt. Wer die parallaktische Ausrichtung noch nie gemacht hat, braucht zum Einstieg ergänzend ein Video oder Ratgeber. Omegon legt außerdem das 80-seitige Einsteiger-Handbuch Teleskop-ABC bei, das die wichtigsten Grundlagen abdeckt.

Verarbeitung und erster Eindruck

Der Tubus ist aus Stahlblech gefertigt und weiß lackiert. Die Verarbeitung ist für die Preisklasse ordentlich: keine scharfen Kanten, keine Lacknasen, die Justageschrauben sind leichtgängig und ohne Spiel. Beim Aufklappen des Okularauszugs merkt man, dass er solide gebaut ist, aber kein Dual-Speed-Auszug. Für visuelle Beobachtung reicht das vollständig, für präzise Fokussierung bei der Astrofotografie wäre ein Upgrade sinnvoll.

Der Aufbau der EQ-3-Montierung dauert beim ersten Mal etwa 20 Minuten. Stativ aufstellen, Montierkopf aufsetzen, Gegengewichtsstange einschrauben, Gegengewicht aufstecken, Tubus in den Rohrschellen befestigen. Die Rohrschellen sind groß genug für den 185mm-Außendurchmesser des Tubus, alles sitzt fest ohne Spiel.

Beim ersten Einblick durchs Okular war ich überrascht, wie gut die Optik ab Werk kollimiert war. Die Sterne im 25mm-Plössl zeigten sich scharf und ohne sichtbare Koma bis weit zum Feldrand. Das ist bei f/5-Newtons nicht selbstverständlich, weil kurze Öffnungsverhältnisse Koma stärker sichtbar machen als langbrennweitige Systeme. die Erstjustage war sehr gut.

Montierung und Stabilität

Die EQ-3 ist eine klassische parallaktische Montierung mit Feinbewegungen in Rektaszension und Deklination. Für den Tubus mit seinen ca. 4 kg Gewicht bietet sie ausreichend Tragreserve, solange man nicht bei starkem Wind beobachtet. Nach einer Berührung des Okularauszugs klingen Vibrationen innerhalb von drei bis vier Sekunden ab, was bei 30x oder 75x noch akzeptabel ist, aber bei 200x und mehr merkbar stört.

Die Feinbewegungsräder ermöglichen es, ein Objekt nach dem Zentrieren im Gesichtsfeld zu halten, indem man die Erddrehung manuell nachführt. Das klingt einfacher als es ist: Bei 115x wandert ein Objekt in etwa 30 Sekunden aus dem Gesichtsfeld, wenn man nicht nachführt. Mit etwas Übung sitzt die Handbewegung am Rektaszensionsrad nach wenigen Abenden, anfangs kostet das Konzentration.

Die Polhöhe lässt sich für den eigenen Standort einstellen. Für Beobachter in Süddeutschland sind das rund 48 Grad, im Norden Deutschlands etwa 52 bis 54 Grad. Nach einer einmaligen Einnordung auf den Polarstern zieht die Rektaszensions-Achse die Erddrehung mit, und das Nachführen per Feinbewegungsrad wird deutlich weniger Aufwand beim Nachführen.

Für eine spätere Motorisierung ist die EQ-3 mit Antriebsrädern kompatibel, die nachrüstbar sind. Ein Nachführmotor in der Rektaszension kostet etwa 70 bis 100 Euro und macht manuelles Nachführen überflüssig. Das ist ein sinnvolles Upgrade, das bei regelmäßigem Einsatz lohnt.

Optische Leistung: Was siehst du wirklich?

Mit 150mm Öffnung und 0,77 Bogensekunden Auflösungsvermögen liegt das N 150/750 deutlich über dem, was 80mm- oder 90mm-Refraktoren zeigen können. Das kurze f/5 liefert helle, weitwinklige Bilder und eignet sich besonders gut für ausgedehnte Deep-Sky-Objekte. An Planeten brauchst du kürzere Okulare oder eine Barlowlinse für die nötige Vergrößerung.

Mond und Planeten

Am Mond bei 115x erkenne ich Krater mit scharfen Wandkanten, feine Rillen in der Mare-Ebene und die Zentralberge großer Einschlagsstrukturen wie Tycho oder Clavius. Bei 230x mit der Barlowlinse zeigen sich bei ruhiger Luft noch feinere Details, und die Schattenspiele am Terminator machen jede Beobachtungsnacht zu einem anderen Erlebnis.

Jupiter war das erste Planetenziel, das mich wirklich überrascht hat. Bei 115x zeigen sich drei bis vier Wolkenbänder deutlich, das Nordäquatorialband ist breiter und kontrastreicher als das südliche. Bei gutem Seeing und 230x erkenne ich die Farbunterschiede zwischen den Bändern und den helleren Zonenregionen. der Große Rote Fleck sichtbar, wenn er gerade auf die Scheibe rotiert. Schattenwürfe der galileischen Monde auf die Jupiterscheibe sind bei 150x als dunkle Pünktchen zu erkennen.

Saturn zeigt bei 115x die Cassini-Teilung als dunkle Linie zwischen A- und B-Ring, und die Ringneigung beeinflusst, wie gut die Lücke zu sehen ist. Bei gut geneigten Ringen war die Teilung bei 115x bereits klar erkennbar, bei 230x zeigte der Planet zusätzlich subtile Bänderstrukturen auf der Scheibe. Venus und Mars erfordern mehr Geduld: Venus zeigt Phasenwechsel, Mars in Oppositionsnähe eine kleine orangerote Scheibe mit sichtbarer Polkappe, aber verlangt ruhige Luft und mindestens 150x.

Deep-Sky-Objekte

Der Orionnebel M42 ist bei 30x mit dem 25mm-Plössl schon ein Genuss: Die Nebelstruktur zeigt deutliche Helligkeitsunterschiede, und das Trapez im Zentrum löst sich bei 75x in seine vier Hauptsterne auf. Wer die Trapez-Sterne einzeln erkennen will, braucht kein riesiges Teleskop, 150mm reichen dafür vollständig. Filamente im M42 sind sichtbar, wenn der Himmel dunkel genug ist.

Kugelsternhaufen sind das Paraderevier dieses Teleskops. M13 im Herkules löst sich bei 115x am Rand in Einzelsterne auf, und das Zentrum zeigt ein dicht gepacktes Leuchten statt eines unaufgelösten Nebelfleckens. M92 verhält sich ähnlich. Deep-Sky-Beobachtung mit einem 150mm-Newton macht Spaß, weil die kurze Brennweite bei 30x ein Gesichtsfeld von knapp 1,7 Grad ergibt und viele Objekte vollständig im Blickfeld erscheinen.

Galaxien wie M81 und M82 im Großen Bären zeigen sich als längliche Aufhellung beziehungsweise ovaler Fleck. Spiralarme erkennst du damit nicht, aber das Paar passt bei 30x in dasselbe Gesichtsfeld. Unter lichtverschmutztem Stadthimmel verlierst du die schwächsten Deep-Sky-Objekte, Sternhaufen und Planetarische Nebel wie M57 oder M27 funktionieren aber noch aus der Stadt heraus gut.

Optische Schwächen

Bei f/5 zeigt der Newton am Feldrand Koma, die sich als kometenförmige Verzerrung heller Sterne äußert. Im Bildzentrum ist die Abbildung scharf, am Rand bei 1,25-Zoll-Okularen mit 50 Grad Gesichtsfeld ist sie noch akzeptabel. Mit 2-Zoll-Weitwinkelokularen oder solchen mit mehr als 60 Grad Gesichtsfeld wird Koma am Bildrand deutlich sichtbar. Für den Einstieg mit dem mitgelieferten Zubehör ist das kein Problem.

Chromatische Aberration gibt es bei einem Spiegelsystem nicht. Obstruktion durch den Fangspiegel reduziert den Kontrast leicht gegenüber einem Refraktor gleicher Öffnung, das fällt aber erst im direkten Vergleich auf. Im Alltag merkst du es kaum bis gar nicht.

Vergrößerungstabelle: Omegon N 150/750 EQ-3 (750mm Brennweite)
OkularVergrößerungGesichtsfeldGeeignet für
25mm Plössl (mitgeliefert)30x1,7°Übersicht, ausgedehnte Nebel, Galaxienpaare
10mm Plössl (empfohlen)75x0,7°Mond, helle Planeten, Kugelsternhaufen
6,5mm Plössl (mitgeliefert)115x0,5°Planetendetails, Doppelsterne, Mondkrater
6mm Goldline (empfohlen)125x0,4°Planetendetails bei gutem Seeing
25mm + 2x Barlow (mitgeliefert)60x0,8°Kugelsternhaufen, Planetarische Nebel
6,5mm + 2x Barlow (mitgeliefert)230x0,3°Planeten, enge Doppelsterne, Maximum bei gutem Seeing

Astrofotografie-Eignung

Erste Mondfotos mit einem Smartphone durchs Okular gelingen problemlos. Die Mondoberfläche ist so hell, dass kurze Belichtungszeiten ausreichen und die manuelle Nachführung der EQ-3 kein Problem darstellt. Mit einer Planetenkamera für Lucky Imaging sind auch erste Planetenaufnahmen möglich, die Belichtungszeiten im Millisekunden-Bereich machen die manuelle Nachführung ausreichend für kurze Aufnahmesessions.

Für Spiegelreflexkameras ist das Teleskop nicht geeignet, weil der Okularauszug bei aufgesetzter Kamera nicht genug Weg nach hinten hat, um in den Fokus zu kommen. Das ist eine bauartbedingte Einschränkung des kurzen f/5-Newtons. Wer Astrofotografie als Hauptziel hat, braucht einen anderen Tubus oder zumindest einen Low-Profile-Okularauszug als Upgrade. visuelles Beobachten ist der Hauptzweck, und das macht es sehr gut.

Benutzerfreundlichkeit

Vom Kofferraum zum ersten Stern vergehen beim N 150/750 EQ-3 etwa 25 Minuten: 15 Minuten für den Aufbau und 10 Minuten für die grobe Einnordung auf den Polarstern. Wer die parallaktische Ausrichtung noch nicht kennt, braucht beim ersten Mal etwas länger, aber nach drei Abenden sitzt die Routine. Im Vergleich zu einer azimutalen Montierung ist die EQ-3 beim Aufbau etwas aufwendiger, belohnt aber mit komfortablerem Nachführen.

Die Leuchtpunktsucher-Ausrichtung auf ein helles Objekt dauert zwei Minuten und muss einmalig gemacht werden. Der Sucher selbst ist funktional, zeigt aber keine Vergrößerung, sodass schwache Objekte ohne Star-Hopping-Methode schwer aufzufinden sind. Wer Methoden zum Auffinden von Himmelsobjekten lernen will, findet in meinem Ratgeber eine gute Grundlage. Für den Einstieg reicht der Leuchtpunktsucher vollständig, solange man helle Referenzsterne nutzt.

Kollimation ist beim Newton-Reflektor nach jedem Transport empfehlenswert. Die eingebauten Justageschrauben für Haupt- und Fangspiegel machen das ohne Werkzeug möglich. Der erste Kollimationsversuch kostet 15 Minuten, danach geht es in fünf Minuten. Mit einem Justierlaser oder Cheshire-Okular als Hilfsmittel für etwa 20 bis 30 Euro die Kollimation schneller und genauer.

Transport und Portabilität

Der Tubus misst 66 cm in der Länge und hat einen Außendurchmesser von 185mm. Zusammen mit der EQ-3-Montierung, dem Stativ und dem Gegengewicht kommt das Teleskop auf etwa 10 bis 12 kg Gesamtgewicht. Das passt in jeden normalen PKW-Kofferraum, ist aber kein Balkon-Schnellaufbauer. Für Beobachter, die regelmäßig aus der Stadt rausfahren wollen, ist das Packmaß gut handhabbar.

Die Montierung und der Tubus lassen sich ohne Werkzeug trennen. Stativ, Montierkopf mit Gegengewicht und Tubus sind drei separate Teile, die man einzeln tragen kann. Eine Tasche für den Tubus gibt es als optionales Zubehör bei astroshop.de. Für Flugreisen wäre der Tubus theoretisch als Handgepäck möglich, die Montierung muss in den aufgegebenen Koffer oder eine Transportbox.

Zubehör und Upgrade-Potenzial

Das mitgelieferte Okular-Set mit 25mm, 6,5mm und 2x-Barlowlinse deckt die wichtigsten Vergrößerungsstufen ab. Die Plössl-Okulare sind solide Einsteiger-Qualität, kein optischer Meilenstein, aber zuverlässig. Der auffälligste fehlende Baustein ist ein 10mm-Okular für 75x, das die Lücke zwischen 30x und 115x schließt und für Kugelsternhaufen und Mond ideal ist.

Zubehör-Empfehlungen für das Omegon N 150/750 EQ-3
ZubehörWarum sinnvollPreis (ca.)
10mm Plössl-Okular75x für Kugelsternhaufen und Monddetails, fehlende mittlere Vergrößerung25 Euro
6mm Goldline-Okular125x für Planetendetails, besseres Weitwinkelgesichtsfeld als das mitgelieferte 6,5mm40 Euro
Mondfilter ND 0.9Blendfrei am Vollmond bei 115x und mehr beobachten20 Euro
Cheshire-Okular (Kollimation)Schnelle und präzise Spiegeljustage ohne Laser25 Euro
Nachführmotor RAAutomatisches Nachführen in Rektaszension, eliminiert manuelles Rädchen-Drehen80 Euro
UHC-NebelfilterMehr Kontrast an Emissionsnebeln wie M42 oder M8 unter Stadtlicht50 Euro
TubentascheSchutz beim Transport und Lagerung des Newton-Tubus30 Euro

Das Upgrade-Potenzial des N 150/750 ist gut: Die EQ-3-Montierung nimmt einen Nachführmotor auf, mit dem automatisches Tracking möglich wird. Wer das Interesse an der Astronomie entwickelt, kann später zu besseren Okularen oder einer stärkeren Montierung wechseln, den Tubus aber den Tubus noch lange weiternutzen.

Für wen ist das Omegon N 150/750 EQ-3?

Das Teleskop ist für Einsteiger gemacht, die von Anfang an ernsthaft beobachten wollen und bereit sind, etwas Zeit in das Einlernen der parallaktischen Montierung zu investieren. Wer Planeten sehen, Kugelsternhaufen auflösen und erste Deep-Sky-Objekte entdecken will, bekommt hier mehr Optik pro Euro als anderswo in der Preisklasse um 300 Euro.

Die Skywatcher Explorer 150P ist eine stärkere Alternative für Beobachter, die mehr Budget mitbringen, aber dieselbe Öffnung und Brennweite auf einer stabileren Montierung wollen. Das Omegon Advanced 150/750 ist die Upgrade-Version desselben Tubus auf besserer Montierung. Das N 150/750 EQ-3 gewinnt, wo 300 Euro das maximale Budget sind.

Kaufe es, wenn du mit 300 Euro das leistungsfähigste Einstiegsteleskop in dieser Preisklasse suchst und bereit bist, die EQ-3-Montierung einzulernen. Kaufe es nicht, wenn du ein Teleskop willst, das in zwei Minuten startklar ist, oder wenn Astrofotografie mit einer Spiegelreflexkamera dein Hauptziel ist.

Alternativen im Vergleich

In der Preisklasse um 300 Euro gibt es drei Alternativen, von denen jede andere Prioritäten bedient als das N 150/750 EQ-3.

Alternativen zum Omegon N 150/750 EQ-3
ModellÖffnungBauartPreisStärke
Omegon N 150/750 EQ-3150 mmNewton-Reflektor299 EuroMeiste Öffnung pro Euro, parallaktisch
Skywatcher Heritage 150P150 mmNewton-Reflektor Dobsonca. 230 EuroEinfachster Aufbau, tischbares Dobson
Skywatcher Explorer 150P150 mmNewton-Reflektorca. 590 EuroStabilere EQ3-2-Montierung, mehr Reserven
Bresser Pollux 150/1400150 mmNewton-Reflektor369 EuroMehr Brennweite, besser für Planeten

Das Skywatcher Heritage 150P ist die Wahl, wenn Einfachheit Vorrang hat. Das Dobson-Prinzip braucht keine Montierungskenntnisse, ist in Minuten aufgebaut, kostet etwas weniger, hat aber keine Möglichkeit zur Motorisierung und erfordert manuelles Schwenken ohne Feinbewegungen.

Der Skywatcher Explorer 150P kostet fast doppelt so viel, bringt aber eine deutlich steifere Montierung mit mehr Tragreserve. Wer Budget hat und plant, einen Nachführmotor zu nutzen oder erste Fotos zu machen, fährt damit langfristig besser.

Der Bresser Pollux 150/1400 hat mit f/9,3 deutlich mehr Brennweite, was an Planeten höhere Vergrößerungen ohne Barlowlinse ermöglicht. Das erkauft er sich mit einem 130 cm langen Tubus und einem engeren Gesichtsfeld für Deep-Sky-Objekte.

Preis-Leistungs-Bewertung

Für 299 Euro bekommst du beim Omegon N 150/750 EQ-3 eine 150mm-Optik auf parallaktischer Montierung inklusive zwei Plössl-Okularen, Barlowlinse und Leuchtpunktsucher. Das ist in dieser Preisklasse ein außergewöhnlich vollständiges Paket. Kein Konkurrent bietet in dieser Preisklasse 150mm Öffnung auf einer nachführfähigen, motorisierbaren Montierung.

4,5
Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Aktueller Preis bei astroshop.de

Was den Preis relativiert: Die EQ-3-Montierung ist das schwächste Glied. Sie trägt den Tubus sicher, bietet aber wenig Sicherheitsreserve bei Wind, und die Vibrationsdämpfung ist bei hohen Vergrößerungen grenzwertig. Für 230 Euro mehr bekommt man mit dem Skywatcher Explorer 150P die deutlich stabilere EQ3-2-Montierung. Wer innerhalb seines 300-Euro-Budgets aber das meiste Teleskop sucht, findet hier keine bessere Alternative.

Stärken und Schwächen

Das N 150/750 EQ-3 punktet mit seiner Optik und dem Preis-Leistungs-Verhältnis, hat aber bei Montierungssteifigkeit und Astrofotografie-Eignung klare Grenzen beim Fotografieren.

Was gut funktioniert, sind vor allem die Optik und der Preis für die Öffnung:

  • 150mm Öffnung für 299 Euro, mehr Licht als jedes Konkurrenzgerät dieser Preisklasse
  • Parallaktische EQ-3-Montierung ermöglicht spätere Motorisierung
  • Vollständiges Okular-Set mit Plössl, Barlow und Leuchtpunktsucher ab Werk
  • Sehr gute Planeten- und Deep-Sky-Leistung für Einsteiger

Was nicht funktioniert, zeigt sich vor allem an der Montierung und Fotografie-Eignung:

  • EQ-3-Montierung hat wenig Sicherheitsreserve bei Wind und hohen Vergrößerungen
  • Für Spiegelreflexkameras am Okularauszug nicht geeignet
  • Koma am Feldrand bei f/5 sichtbar, vor allem mit Weitwinkelokularen
  • Aufbau dauert länger als bei azimutalen Einsteigerteleskopen

Mein Fazit zum Omegon N 150/750 EQ-3

Das N 150/750 EQ-3 ist das Teleskop für Einsteiger, die mit 300 Euro möglichst viel Teleskop wollen und sich nicht davor scheuen, eine parallaktische Montierung zu erlernen. Die Optik liefert für diesen Preis gute Ergebnisse an Planeten. Jupiter mit Wolkenbändern, Saturn mit Cassini-Teilung, M13 aufgelöst: Das gelingt mit diesem Teleskop zuverlässig. Mehr dazu in meiner Newton-Kaufberatung.

Bei astroshop.de ansehen

Wer ein Teleskop sucht, das in drei Minuten startklar ist und keine Einarbeitungszeit braucht, kauft besser ein Dobson. Wer aber bereit ist, zwei Abende zu investieren und danach ein Teleskop haben will, das jahrelang Freude macht und sich mit einem Nachführmotor erweitern lässt, macht keinen Fehler damit.

Häufige Fragen zum Omegon N 150/750 EQ-3

Die häufigsten Fragen zum Omegon N 150/750 EQ-3 drehen sich um Eignung für Einsteiger, Beobachtungsmöglichkeiten und Astrofotografie. Hier die wichtigsten Antworten kurz gefasst.

Lohnt sich das Omegon N 150/750 EQ-3 für Einsteiger?

Ja, mit einer klaren Einschränkung. Das Omegon N 150/750 EQ-3 bietet für 299 Euro eine sehr gute Optik, aber die EQ-3-Montierung erfordert etwas Einarbeitungszeit. Wer bereit ist, sich in die parallaktische Ausrichtung einzulesen, bekommt ein Teleskop, das jahrelang Freude macht und an Planeten wie Deep-Sky-Objekten überzeugende Ergebnisse liefert. Für den Einstieg ohne großen technischen Anspruch ist das Gerät gut geeignet, weil 150mm Öffnung für ein Anfängerteleskop sehr viel zeigen kann. Mehr dazu findest du in meinem Abschnitt zur Benutzerfreundlichkeit und unter "Für wen ist das N 150/750?".

Was kann ich mit dem Omegon N 150/750 EQ-3 beobachten?

Mit 150mm Öffnung und f/5 zeigt das Omegon N 150/750 EQ-3 an Jupiter drei bis vier Wolkenbänder und gelegentlich den Großen Roten Fleck, an Saturn die Cassini-Teilung im Ring, und Kugelsternhaufen wie M13 lösen sich am Rand in Einzelsterne auf. Der Orionnebel M42 zeigt das Trapez-Sternhaufen und deutliche Nebelstruktur. Ausgedehnte, flächenhelle Objekte profitieren besonders vom kurzen Öffnungsverhältnis f/5, das ein breites Gesichtsfeld ermöglicht. Die konkreten Beobachtungsergebnisse findest du im Abschnitt zur Ergebnisse der Optik.

Welches Zubehör sollte ich zum Omegon N 150/750 EQ-3 dazukaufen?

Das mitgelieferte Set aus 25mm-Plössl, 6,5mm-Plössl und 2x-Barlowlinse deckt die wichtigsten Vergrößerungsstufen ab, aber ein 10mm-Okular für die mittlere Vergrößerung von 75x fehlt. Für Planeten ist das 6,5mm-Okular mit 115x ein guter Ausgangspunkt, aber ein kurzbrennweitiges Goldline-Okular mit 6mm bringt bei gutem Seeing nochmal mehr Detail. Als zweite Priorität empfehle ich einen Mondfilter, weil der Vollmond bei 115x unangenehm hell blendet. Alle Empfehlungen mit Preisen findest du in der Zubehörtabelle im Abschnitt zu Zubehör und Upgrade-Potenzial.

Wo kann ich das Omegon N 150/750 EQ-3 am günstigsten kaufen?

Das Omegon N 150/750 EQ-3 kostet aktuell 299 Euro bei astroshop.de und ist dort auf Lager mit Versand innerhalb von 24 Stunden. Omegon ist eine Eigenmarke von astroshop.de, weshalb du es dort immer zu den günstigsten Konditionen bekommst. Die Fachberatung und das mitgelieferte Einsteiger-Handbuch sind weitere Gründe, direkt bei astroshop.de zu kaufen. Mehr zur Preiseinordnung findest du im Abschnitt zur Preis-Leistungs-Bewertung.

Kann man mit dem Omegon N 150/750 EQ-3 Astrofotografie machen?

Erste Mond- und Planetenfotos mit einer Webcam oder Planetenkamera sind möglich, weil die EQ-3-Montierung manuelle Feinbewegungen erlaubt und das Bild damit im Okular gehalten werden kann. Für Spiegelreflexkameras ist das Teleskop allerdings nicht geeignet, weil der Okularauszug bei aufgesetzter Kamera nicht genug Weg hat, um in den Fokus zu kommen. Deep-Sky-Fotografie mit Langzeitbelichtung funktioniert ohne Motorantrieb nicht, weil die EQ-3 keine automatische Nachführung hat. Visuelles Beobachten ist der Hauptzweck dieses Teleskops. Die Details findest du im Abschnitt Astrofotografie-Eignung.

Wie oft muss ich den Spiegel des Omegon N 150/750 EQ-3 kollimieren?

Nach jedem Transport sollte man die Kollimation prüfen, weil Newton-Reflektoren durch Erschütterungen die Justage verlieren können. In der Praxis reicht das einmalige Einlernen der Prozedur, danach dauert eine Nachjustage nur zwei bis drei Minuten. Der Tubus hat Justageschrauben für Haupt- und Fangspiegel, die Nachstellung ohne Werkzeug erlauben. Für Anfänger klingt Kollimation komplizierter, als sie tatsächlich ist. Eine Cheshire-Okular-Justierhilfe für etwa 20 Euro macht den Prozess noch einfacher.