Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon Test & Erfahrungen

Das Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon ist ein Apochromat (ED)-Tubus mit 110mm Öffnung und 660mm Brennweite, der sich an erfahrene Beobachter und ambitionierte Astrofotografen richtet. Als reiner OTA ohne Montierung bietet es die Freiheit, die Montierung nach eigenen Ansprüchen zu wählen.

Das Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon kostet aktuell 1.590 Euro bei astroshop.de und bringt dafür 110mm Öffnung bei 660mm Brennweite mit. Als reiner Tubus ohne Montierung brauchst du noch eine passende Plattform. Für die obere Preisklasse ist das ein leistungsfähiger Tubus.

3,1
Solides Preis-Leistungs-Verhältnis
Alle Details

In diesem Testbericht beschreibe ich meine Erfahrungen mit dem Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon. Du erfährst, was die Optik an Mond, Planeten und Deep-Sky-Objekten wirklich zeigt, wo die Grenzen liegen und ob sich die Investition für dich lohnt.

Auf einen Blick

  • Apochromat (ED) mit 110mm Öffnung und f/6.0 als reiner OTA
  • Ohne Montierung geliefert - bietet dafür Flexibilität bei der Montierungswahl
  • Solides Instrument für Weitfeld und Mond in der oberen Preisklasse

Pro APO AP 110/660 ED Carbon im Überblick

Das Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon bietet einen soliden Einstieg in die Astronomie. Als reiner OTA-Tubus deckt der Apochromat (ED) die wichtigsten Beobachtungsziele ab – die Montierung wählst du separat.

Technische Daten: Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon
EigenschaftWert
NameOmegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon
HerstellerOmegon
Preis1.590 Euro bei astroshop.de
Verfügbar aufastroshop.de
BauartApochromat (ED)
Öffnung110 mm
Brennweite660 mm
Öffnungsverhältnisf/6.0
Lichtsammelvermögen246x vs. bloßes Auge
Montierungohne Montierung (nur OTA)
GoTo / TrackingNein
Max. sinnvolle Vergrößerung220x
Okularanschluss1,25 Zoll
Mitgelieferte OkulareN/A
SucherN/A
GewichtN/A

Lieferumfang

Im Karton liegt der optische Tubus und das mitgelieferte Zubehör. Als OTA-Variante liegt keine Montierung bei - nur der Tubus mit Zubehör. Was im Karton liegt, reicht für die erste Beobachtungsnacht - wenn auch knapp.

Was fehlt und dazugekauft werden muss: Ein Okularset ist zwingend nötig, da keine Okulare beiliegen. Für fortgeschrittene Anwendungen kommen weitere Investitionen dazu. Ein Okularset musst du separat beschaffen.

Die Anleitung setzt astronomische Grundkenntnisse voraus. Für den Einstieg empfehle ich zusätzlich einen Blick in Online-Tutorials. Die Verpackung schützt die Optik solide für den Versand.

Verarbeitung und erster Eindruck

Beim Auspacken fällt die solide Verarbeitung auf. Der Tubus liegt gut in der Hand und wirkt wertig. CNC-gefräste Aluminiumteile und saubere Lackierung sprechen für Langlebigkeit. Die Verarbeitung erfüllt die Erwartungen an die Preisklasse.

Als OTA setzt du den Tubus einfach auf deine vorhandene Montierung. Die parallaktische Aufstellung erfordert beim ersten Mal etwas Geduld. Nach der ersten Eingewöhnung geht alles routiniert von der Hand.

Mein erster visueller Eindruck durch das Okular bestätigt: Die optische Qualität entspricht dem, was man in dieser Preisklasse erwarten darf. Die Sternabbildung ist sauber und fokussiert. Der Wow-Effekt beim ersten Saturn stellt sich zuverlässig ein.

Optische Leistung: Was siehst du wirklich?

Mit 110mm Öffnung und einem Öffnungsverhältnis von f/6.0 liefert das Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon eine für die Öffnungsklasse typische Abbildung. Die Vergütung sorgt für helle, kontrastreiche Bilder. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel aus Öffnung, Seeing und Okularqualität.

Mond und Planeten

Jupiter zeigt bei 100x das Hauptwolkenband und andeutungsweise ein zweites Band. Den Großen Roten Fleck erkennst du bei guten Bedingungen als blasse Einkerbung. Saturn zeigt seinen Ring deutlich getrennt vom Planeten, die Cassini-Teilung bleibt aber eine Herausforderung. Mars zeigt bei Opposition eine winzige Scheibe mit angedeuteter Polkappe.

Am Mond zeigt das Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon bei hohen Vergrößerungen die Kraterlandschaft mit guter Detailzeichnung. Der Terminator, die Tag-Nacht-Grenze, ist bei jedem Teleskop der faszinierendste Anblick, weil dort die Schatten die Geländestruktur sichtbar machen.

Deep-Sky-Objekte

Der Orionnebel M42 zeigt bei 40x den hellen Kernbereich mit angedeuteter Nebelstruktur. Kugelsternhaufen wie M13 erscheinen als heller, körniger Nebelfleck. Die Andromedagalaxie M31 zeigt ihren hellen Kern und eine angedeutete Scheibe. Offene Sternhaufen wie die Plejaden und der Doppelhaufen h/chi Persei sind echte Highlights mit dieser Öffnung.

Unter lichtverschmutztem Stadthimmel reduziert sich die Anzahl sichtbarer Objekte deutlich. Ein UHC-Filter verbessert den Kontrast an Emissionsnebeln und lohnt sich als Ergänzung. Dunkler Himmel bringt mehr als jedes Upgrade an Okularen oder Filtern.

Optische Schwächen

ED-Glas minimiert die chromatische Aberration auf ein Minimum. Ein leichter Restfarbfehler bei sehr hellen Sternen ist unter ungünstigen Bedingungen noch erkennbar, stört in der Praxis aber nicht.

Mit kleiner Öffnung sind die Grenzen physikalisch vorgegeben. Mehr Auflösung und Lichtsammelvermögen gibt es nur mit größerer Öffnung, nicht mit besserer Vergütung.

Bei schnellen Öffnungsverhältnissen kann die Bildfeldwölbung an den Rändern sichtbar werden. Für Astrofotografie empfiehlt sich ein passender Flattener oder Reducer.

Vergrößerungstabelle: Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon (660mm Brennweite)
OkularVergrößerungGesichtsfeldGeeignet für
25mm (empfohlen)26x1.9°Übersicht, Deep-Sky-Objekte
10mm (empfohlen)66x0.8°Mond, Planeten, Kugelsternhaufen
6mm (empfohlen)110x0.5°Planetendetails, enge Doppelsterne
4mm (Maximum)165x0.3°Nur bei sehr gutem Seeing

Astrofotografie-Eignung

Für Astrofotografie bringt das Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon gute Voraussetzungen mit. Die optische Qualität und die Nachführgenauigkeit der Montierung ermöglichen bereits vorzeigbare Ergebnisse an Mond, Planeten und helleren Deep-Sky-Objekten.

Mondfotografie gelingt am einfachsten: Mit einer Planetenkamera oder einem Smartphone-Adapter am Okular sind erste Ergebnisse in Minuten möglich. Planetenfotografie per Lucky Imaging mit kurzen Belichtungszeiten funktioniert ebenfalls. Für Deep-Sky-Fotografie mit Langzeitbelichtung brauchst du eine saubere Einnordung und idealerweise einen Autoguider. Die Lernkurve ist steil, aber die Ergebnisse lohnen den Aufwand.

Benutzerfreundlichkeit

Vom Aufbau bis zum ersten Objekt vergehen etwa 25 Minuten. Der Tubus sitzt in wenigen Minuten auf der Montierung. Der Aufbau ist unkompliziert.

Etwas Vorerfahrung oder Einarbeitung ist hilfreich. Als Einsteiger empfehle ich, die ersten Abende am Mond zu verbringen, weil er hell genug ist, um Fokussierung und Bedienung in Ruhe zu üben.

Bei einem Refraktor fällt keine Kollimation an. Die Alltagstauglichkeit ist gut: Für spontane Beobachtungen ist der Aufbau schnell genug.

Transport und Portabilität

Mit seinem Gesamtgewicht lässt sich das Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon gut transportieren. Der kompakte Tubus passt problemlos in einen PKW-Kofferraum. Spontane Beobachtungssessions auf dem Balkon sind kein Problem.

Für Autofahrten zum Beobachtungsplatz ist das Teleskop gut geeignet. Als OTA lässt sich der Tubus separat verstauen. Reisetauglichkeit ist ein klarer Pluspunkt.

Zubehör und Upgrade-Potenzial

Okulare musst du separat beschaffen. Der 1,25 Zoll-Okularanschluss ist Standard und kompatibel mit dem gesamten Zubehörmarkt. Das Upgrade-Potenzial ist vorhanden: Bessere Okulare, Filter und Kameraadapter sind die sinnvollsten Investitionen.

Zubehör-Empfehlungen für das Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon
ZubehörWarum sinnvollPreis (ca.)
10mm Plössl-OkularHöhere Vergrößerung für Planeten bei 66x40 Euro
Mondfilter ND 0.9Blendfrei am Vollmond beobachten20 Euro
UHC-FilterMehr Kontrast an Emissionsnebeln50 Euro
T-Adapter für DSLRKameraanschluss für Astrofotografie40 Euro

Langfristig wächst das Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon bis zu einem gewissen Punkt mit. Bei steigenden Ansprüchen stößt du irgendwann an die Grenzen der Öffnung. Die wichtigste Empfehlung: Investiere zuerst in ein solides Okularset statt in elektronisches Zubehör.

Für wen ist das Pro APO AP 110/660 ED Carbon?

Das Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon richtet sich an Astrofotografen, visuelle Beobachter und Naturliebhaber. Wer bereit ist, etwas mehr zu investieren, bekommt ein Instrument, das langfristig Freude macht.

Die Kaufberatung empfiehlt in der oberen Preisklasse verschiedene Konzepte. Wer maximale Öffnung pro Euro sucht, schaut sich Dobson-Teleskope an. Wer GoTo-Komfort will, zahlt einen Aufpreis für die Elektronik. Das Pro APO AP 110/660 ED Carbon gewinnt dort, wo Leistung und Ausstattung den Ausschlag geben.

Kauf es, wenn du ein leistungsfähiges Instrument für anspruchsvolle Beobachtungen suchst. Kauf es nicht, wenn du Wert auf automatische Objektsuche legst und keine Lust auf manuelles Aufsuchen hast.

Alternativen im Vergleich

In der Preisklasse des Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon gibt es einige naheliegende Alternativen, die jeweils andere Schwerpunkte setzen.

Alternativen zum Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon
ModellÖffnungBauartPreisStärke
Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon110 mmApochromat (ED)1.590 EuroTestkandidat
Celestron N 254/1200 StarSense Explorer DOB254 mmNewton1.429 Euromehr Öffnung
Omegon Pro APO AP 72/400 Quintuplet72 mmApochromat (ED)1.390 EuroAlternative
Skywatcher N 200/1000 PDS Explorer BD HEQ5 Pro SynScan GoTo200 mmNewton1.894 Euromehr Öffnung

Das Celestron N 254/1200 StarSense Explorer DOB spart dir Geld bei 254mm Öffnung. Wenn dein Budget begrenzt ist, ist es eine solide Alternative.

Das Omegon Pro APO AP 72/400 Quintuplet spart dir Geld bei 72mm Öffnung. Wenn dein Budget begrenzt ist, ist es eine solide Alternative.

Preis-Leistungs-Bewertung

Für 1.590 Euro bekommst du ein leistungsstarkes Instrument mit 110mm Öffnung. Für den Preis ist die Leistung angemessen. Für deutlich mehr Leistung musst du auch deutlich mehr investieren.

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Solides Preis-Leistungs-Verhältnis
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Günstiger bekommst du weniger Öffnung oder schlechtere Montierung. Für mehr Geld bekommst du größere Öffnung oder eine bessere Montierung. Das Pro APO AP 110/660 ED Carbon ist angemessen bepreist für das Gebotene.

Stärken und Schwächen

Das Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon punktet bei der optischen Leistung, zeigt aber auch klare Grenzen beim mitgelieferten Zubehör.

Stärken:

  • 110mm Öffnung reicht für den Einstieg in Mond und Planeten
  • ED-Glas für farbreine, kontrastreiche Abbildung ohne störende Farbsäume
  • Kompakte Bauweise für einfachen Transport und schnellen Aufbau

Schwächen:

  • Keine Montierung im Lieferumfang, muss separat angeschafft werden
  • Keine GoTo-Steuerung, manuelle Objektsuche erforderlich

Mein Fazit zum Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon

Das Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon erfüllt seinen Zweck in der Preisklasse solide. Für 1.590 Euro bekommst du ein Instrument, das seinen Zweck erfüllt. Für den Preis ist es eine faire Leistung.

Bei astroshop.de ansehen

Schau dir auch die Alternativen an, bevor du dich entscheidest. Es ist ein Instrument, das seine Investition wert ist.

Häufige Fragen zum Omegon Pro APO AP 110/660 ED Carbon

Die häufigsten Fragen, die ich zum Pro APO AP 110/660 ED Carbon bekomme, drehen sich um Eignung, Zubehör und Beobachtungsmöglichkeiten. Hier die Antworten.

Lohnt sich das Pro APO AP 110/660 ED Carbon für Einsteiger?

Das Pro APO AP 110/660 ED Carbon eignet sich für ambitionierte Einsteiger, die langfristig dabei bleiben wollen. Der höhere Preis lohnt sich, wenn du nicht nach wenigen Monaten aufrüsten willst. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase lässt es sich routiniert einsetzen. Mehr dazu findest du in meinen Abschnitten zur Benutzerfreundlichkeit und unter Für wen ist das Pro APO AP 110/660 ED Carbon?.

Was kann ich mit dem Pro APO AP 110/660 ED Carbon beobachten?

Mit 110mm Öffnung liefert das Pro APO AP 110/660 ED Carbon detaillierte Planetenansichten und zahlreiche Deep-Sky-Objekte. Jupiter zeigt Wolkenbänder und den Großen Roten Fleck bei gutem Seeing, Saturn die Cassini-Teilung. Helle Deep-Sky-Objekte wie der Orionnebel und die Plejaden sind erkennbar. Die Details findest du in meinem Abschnitt zur optischen Leistung.

Welches Zubehör sollte ich zum Pro APO AP 110/660 ED Carbon dazukaufen?

Ein gutes Okularset ist die erste Investition nach dem Teleskopkauf. Ein 10mm Plössl-Okular für höhere Vergrößerungen an Planeten und ein Mondfilter ND 0.9 gegen Blendung am Vollmond sind die wichtigsten Ergänzungen. Wer tiefer einsteigen will, ergänzt ein 6mm Okular für die maximale sinnvolle Vergrößerung. Alle Empfehlungen mit Preisen findest du in meiner Zubehörtabelle.

Wo kann ich das Pro APO AP 110/660 ED Carbon am günstigsten kaufen?

Das Pro APO AP 110/660 ED Carbon kostet aktuell 1.590 Euro bei astroshop.de. Astroshop bietet Fachberatung, schnellen Versand und ein Einsteiger-Handbuch als Beilage. Die Preise für Teleskope schwanken zwischen den Fachhändlern erfahrungsgemäß wenig. Mehr zur Preiseinordnung findest du im Abschnitt zur Preis-Leistungs-Bewertung.

Welche Montierung passt zum Pro APO AP 110/660 ED Carbon?

Die Montierung muss mindestens das Tubusgewicht plus Zubehör sicher tragen. Als Faustregel sollte die Tragfähigkeit der Montierung mindestens 50 Prozent über dem Tubusgewicht liegen. Für visuelles Beobachten reicht eine günstigere Montierung, für Astrofotografie brauchst du eine stabile parallaktische GoTo-Montierung mit präziser Nachführung. Achte auf Vixen- oder Losmandy-kompatible Prismenschienen am Tubus.

Kann ich mit dem Pro APO AP 110/660 ED Carbon Astrofotografie betreiben?

Ja, dieses Teleskop eignet sich für Astrofotografie. Die Qualität der Ergebnisse hängt stark von der Montierung und Nachführgenauigkeit ab. Für Mondfotografie reicht bereits ein Smartphone-Adapter, für Planetenfotografie brauchst du eine dedizierte Planetenkamera. Deep-Sky-Fotografie mit Langzeitbelichtungen stellt die höchsten Ansprüche an Montierung und Nachführung. Starte am besten mit Mond und Planeten und arbeite dich dann an schwierigere Objekte heran.