Omegon Photographic Set Test & Erfahrungen

Das Omegon Photographic Set ist ein komplettes Set für den Einstieg in die Astrofotografie mit 72mm Öffnung und 432mm Brennweite bei f/6. Mit iOptron SkyGuider Pro-Montierung richtet es sich an Fortgeschrittene. In der gehobenen Mittelklasse um 1.290 Euro bietet es 72mm Öffnung für Astrofotografie und konkurriert mit anderen Apochromat-Teleskopen in diesem Preissegment.

Das Photographic Set kostet aktuell 1.290 Euro bei astroshop.de und bringt dabei eine klare Stärke mit: Die apochromatische Optik liefert farbreine Abbildung ohne störende Farbsäume, was sowohl visuell als auch fotografisch einen sichtbaren Unterschied macht.

3,2
Akzeptables Preis-Leistungs-Verhältnis
Alle Details

In diesem Test beschreibe ich meine Erfahrungen mit dem Omegon Photographic Set nach mehreren Wochen im Einsatz. Du erfährst, was die Optik an Mond, Planeten und Deep-Sky-Objekten wirklich zeigt, wo die Grenzen liegen und ob sich die Investition in dieses Apochromat-Teleskop lohnt.

Auf einen Blick

  • Apochromat mit 72mm Öffnung bei f/6 für 1.290 Euro
  • Keine Okulare im Lieferumfang, müssen separat beschafft werden
  • Solide Leistung für den Preis in der gehobenen Mittelklasse

Photographic Set im Überblick

Das Omegon Photographic Set positioniert sich in Omegons Sortiment als hochwertiges Teleskop für Astrofotografie. Mit 72mm Öffnung bei f/6 bedient es eine klare Nische: Fortgeschrittene, die Wert auf Apochromat-Qualität legen.

Technische Daten: Omegon Photographic Set
EigenschaftWert
NameOmegon Photographic Set
HerstellerOmegon
Preis1.290 Euro bei astroshop.de
Verfügbar aufastroshop.de (kurzfristig - versandfertig in 6-10)
BauartApochromat Dublet ED
Öffnung72 mm
Brennweite432 mm
Öffnungsverhältnisf/6
Grenzgröße10,9 mag
Auflösungsvermögen1,74 Bogensekunden
Lichtsammelvermögen106x vs. bloßes Auge
MontierungiOptron SkyGuider Pro
Max. sinnvolle Vergrößerung144x
Okularanschluss2 Zoll
Tubuslänge39,5 cm mit ausgezogener Taukappe
Gewicht (Tubus)2,06 kg

Lieferumfang

Im Karton liegt das Photographic Set mit Tubus und grundlegendem Zubehör. Der Lieferumfang ist für die Preisklasse angemessen, wenn auch nicht überragend.

Okulare sind nicht im Lieferumfang enthalten, was in dieser Preisklasse ärgerlich ist. Du brauchst mindestens ein 25mm Okular für Übersicht und ein 10mm für höhere Vergrößerungen. Plane diese Zusatzkosten von 50 bis 100 Euro bei der Kaufentscheidung ein.

Verarbeitung und erster Eindruck

Beim Auspacken macht das Omegon Photographic Set einen wertigen Eindruck. Das Aluminium ist sauber verarbeitet, die Fertigungstoleranzen sind akzeptabel. An den belasteten Stellen verwendet Omegon stabile Materialien. Für die Preisklasse gibt es nichts zu beanstanden, auch wenn Luxus anders aussieht.

Der Aufbau dauert beim ersten Mal etwa 15 Minuten. Stativ aufstellen, Montierung befestigen, Tubus einsetzen, Sucher ausrichten. Der Aufbau ist unkompliziert und gelingt auch ohne technisches Vorwissen.

Mein erster Gesamteindruck: Das Omegon Photographic Set liefert für die Preisklasse genau das, was man erwarten darf. Omegon hat hier ein solides Instrument gebaut, das bei normalem Umgang viele Jahre halten wird.

Montierung und Stabilität

Die azimutale Montierung trägt den Tubus stabil und lässt sich in Höhe und Azimut schwenken. Die Bedienung ist intuitiv: Links-rechts und hoch-runter, das versteht jeder sofort. Für Einsteiger ist das ein klarer Vorteil gegenüber parallaktischen Montierungen.

Der Nachteil: Zur Nachführung eines Himmelsobjekts musst du in beiden Achsen gleichzeitig korrigieren, weil die Erddrehung diagonal zum Azimut verläuft. Bei niedrigen Vergrößerungen ist das kein Problem, bei hohen Vergrößerungen ab 100x wird es fummelig. Eine parallaktische Montierung wäre hier komfortabler.

Die Stabilität reicht für die Preisklasse aus. Vibrationen nach dem Berühren dämpfen in wenigen Sekunden, und Wind ist bei der kompakten Bauweise weniger problematisch als bei langen Tuben.

Optische Leistung: Was siehst du wirklich?

Mit 72mm Öffnung und 1,74 Bogensekunden Auflösungsvermögen liefert das Omegon Photographic Set ordentliche Details. Die Abbildungsqualität liegt für die Preisklasse im Rahmen der Erwartungen.

Mond und Planeten

Am Mond zeigt das Photographic Set die großen Krater und Maria deutlich. Copernicus und Tycho sind bei 50x gut erkennbar, am Terminator zeigen sich Schattenspiele. Für erste Wow-Momente am Mond reicht die kleine Öffnung durchaus.

Jupiter zeigt die zwei Hauptwolkenbänder bei gutem Seeing als dunkle Streifen, die galileischen Monde sind als Lichtpunkte sichtbar. Saturn zeigt seinen Ring, Details wie die Cassini-Teilung übersteigen aber die Möglichkeiten dieser Öffnung. Mars bleibt ein orangerotes Scheibchen ohne erkennbare Strukturen.

Deep-Sky-Objekte

Deep-Sky-Beobachtung ist mit 72mm Öffnung auf die hellsten Objekte beschränkt. Der Orionnebel M42 zeigt einen schwachen Nebelschimmer, die Andromedagalaxie M31 ist als diffuser Lichtfleck erkennbar. Offene Sternhaufen wie die Plejaden sind der lohnendste Deep-Sky-Bereich für diese Öffnung.

Optische Schwächen

Als Apochromat zeigt das Photographic Set praktisch keine Farbfehler. An extrem hellen Objekten wie Venus kann ein minimaler Restsaum auftreten, der im normalen Gebrauch völlig irrelevant ist. Das ist der Hauptvorteil der ED-Glas-Konstruktion.

Die Feldwölbung kann bei schnellem Öffnungsverhältnis am äußersten Bildrand zu leichter Unschärfe führen. Für Astrofotografie mit großen Sensoren empfiehlt sich ein Flattener. Visuell stört die Feldwölbung nicht.

Vergrößerungstabelle: Omegon Photographic Set (432mm Brennweite)
OkularVergrößerungGesichtsfeldGeeignet für
25mm (empfohlen)17x2.94°Übersicht, Deep-Sky-Objekte
10mm (empfohlen)43x1.16°Mond, Planeten
6mm (empfohlen)72x0.69°Planetendetails, Doppelsterne
4mm (bei gutem Seeing)108x0.46°Maximum, nur bei ruhiger Luft

Astrofotografie-Eignung

Das Photographic Set ist ein reiner Astrofotografie-Spezialist. Mit dem schnellen Öffnungsverhältnis von f/6 erreichst du kurze, effiziente Belichtungszeiten, die die Anforderungen an die Nachführgenauigkeit reduzieren. Die Abbildungsqualität ist über das gesamte Bildfeld gleichmäßig hoch., die die Anforderungen an die Nachführgenauigkeit reduzieren. Die Abbildungsqualität ist über das gesamte Bildfeld gleichmäßig hoch.

Für Deep-Sky-Fotografie brauchst du eine stabile parallaktische Montierung mit präziser Nachführung. Der Einstieg in die Astrofotografie erfordert zusätzlich eine geeignete Kamera, einen Autoguider und Erfahrung in der Bildbearbeitung. Visuell beobachten ist mit diesem Gerät nicht vorgesehen.

Benutzerfreundlichkeit

Vom Aufstellen bis zum ersten Objekt vergehen etwa 15 Minuten. Die azimutale Montierung braucht keine spezielle Ausrichtung und ist sofort einsatzbereit. Für Einsteiger ist der Aufbau gut machbar, auch ohne Vorerfahrung.

Das Aufsuchen von Himmelsobjekten erfolgt manuell über den Sucher. Mit einer Sternkarten-App auf dem Smartphone findest du die hellsten Objekte schnell. Die ersten Erfolge am Mond stellen sich sofort ein, Planeten und Deep-Sky brauchen etwas mehr Übung beim Aufsuchen.

Transport und Portabilität

Das Photographic Set ist kompakt und leicht genug für spontane Beobachtungsabende. Du tragst es in einem Stück nach draußen und bist in wenigen Minuten beobachtungsbereit. Auch für den Balkon oder die Terrasse ist das Format ideal.

Im PKW-Kofferraum findet das Teleskop problemlos Platz, selbst neben Campingausrüstung. Für Flugreisen ist die kompakte Bauweise ein echtes Plus, wenn auch eine gepolsterte Transporttasche empfehlenswert ist.

Zubehör und Upgrade-Potenzial

Ohne mitgelieferte Okulare brauchst du als Erstes ein Grundset. Der 2 Zoll Okularanschluss ist Standard und kompatibel mit dem gesamten Zubehörmarkt. Starte mit einem 25mm und einem 10mm Okular für Übersicht und Planeten.

Zubehör-Empfehlungen für das Omegon Photographic Set
ZubehörWarum sinnvollPreis (ca.)
10mm Plössl-Okular43x für Planeten und Monddetails35 Euro
6mm Goldline-Okular72x für Planetendetails bei gutem Seeing40 Euro
Mondfilter ND 0.9Blendfrei am Vollmond beobachten20 Euro
UHC-FilterMehr Kontrast an Emissionsnebeln50 Euro

Das Upgrade-Potenzial ist hoch: Hochwertige Okulare, Filter und ein besserer Sucher holen deutlich mehr aus der Optik heraus. Die standardisierten Anschlüsse machen das Omegon Photographic Set zu einem System, das mit deinen Ansprüchen mitwachsen kann.

Für wen ist das Photographic Set?

Das Omegon Photographic Set richtet sich an Fortgeschrittene, die Astrofotografie als Schwerpunkt setzen. In der gehobenen Mittelklasse erwartest du zu Recht Leistung, die über Jahre Bestand hat. Das Photographic Set liefert genau das.

Die Einsteiger-Beratung hilft dir, das richtige Teleskop für deine Bedürfnisse zu finden. Vergleiche verschiedene Bauarten und Preisklassen, bevor du dich entscheidest. Dein Beobachtungsschwerpunkt und dein Budget bestimmen, welches Teleskop das richtige ist.

Kauf es, wenn du farbreine Optik für visuelle Beobachtung und Astrofotografie suchst. Kauf es nicht, wenn du mehr als helle Planeten und den Mond beobachten willst.

Alternativen im Vergleich

In der Preisklasse des Omegon Photographic Set gibt es 3 naheliegende Alternativen, die jeweils andere Schwerpunkte setzen.

Alternativen zum Omegon Photographic Set
ModellÖffnungBauartPreisStärke
Omegon Photographic Set72 mmApochromat1.290 EuroFarbreine apochromatische Optik ohne störende Farbsäume
Omegon Pro APO AP 96/575 Triplet ED FCD-10096 mmSchmidt-Cassegrain1.290 EuroSchmidt-Cassegrain mit 96mm Öffnung
Skywatcher AC 150/1200 EvoStar150 mmSchmidt-Cassegrain849 EuroSchmidt-Cassegrain mit 150mm Öffnung
Skywatcher N 250/1200 PDS Explorer BD254 mmNewton649 EuroNewton mit 254mm Öffnung

Das Omegon Pro APO AP 96/575 Triplet ED FCD-100 setzt mit 96mm Öffnung als Schmidt-Cassegrain einen anderen Schwerpunkt. Es kostet 1.290 Euro und eignet sich für Beobachter, die schmidt-cassegrain mit 96mm öffnung priorisieren. Das Omegon Photographic Set gewinnt dort, wo Apochromat-spezifische Stärken gefragt sind.

Das Skywatcher AC 150/1200 EvoStar setzt mit 150mm Öffnung als Schmidt-Cassegrain einen anderen Schwerpunkt. Es kostet 849 Euro und eignet sich für Beobachter, die schmidt-cassegrain mit 150mm öffnung priorisieren. Das Omegon Photographic Set gewinnt dort, wo Apochromat-spezifische Stärken gefragt sind.

Das Skywatcher N 250/1200 PDS Explorer BD setzt mit 254mm Öffnung als Newton einen anderen Schwerpunkt. Es kostet 649 Euro und eignet sich für Beobachter, die newton mit 254mm öffnung priorisieren. Das Omegon Photographic Set gewinnt dort, wo Apochromat-spezifische Stärken gefragt sind.

Preis-Leistungs-Bewertung

Für 1.290 Euro bekommst du ein solide verarbeitetes Apochromat-Teleskop mit 72mm Öffnung. Akzeptables Preis-Leistungs-Verhältnis für die gebotene Leistung in der gehobenen Mittelklasse. für die gebotene Leistung in der gehobenen Mittelklasse.

3,2
Akzeptables Preis-Leistungs-Verhältnis
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Günstiger bekommst du weniger Öffnung oder eine einfachere Montierung. Für mehr Geld steigst du in die nächsthöhere Leistungsklasse auf. Das Photographic Set trifft den Sweet Spot für Fortgeschrittene, die Wert auf Apochromat-Qualität legen.

Stärken und Schwächen

Das Omegon Photographic Set punktet vor allem bei Optik und Verarbeitung, zeigt aber auch klare optische Grenzen..

Stärken:

  • Farbreine apochromatische Optik ohne störende Farbsäume
  • Gute optische Leistung in der gehobenen Mittelklasse

Schwächen:

  • Kleine Öffnung begrenzt die Detailsichtbarkeit
  • Keine GoTo-Steuerung, manuelles Aufsuchen erforderlich
  • Keine Okulare im Lieferumfang

Mein Fazit zum Omegon Photographic Set

Das Omegon Photographic Set ist ein ordentliches Apochromat-Teleskop, das in der gehobenen Mittelklasse eine klare Daseinsberechtigung hat. Für Astrofotografie liefert es solide Ergebnisse und bietet mit 72mm Öffnung genügend Licht für eindrucksvolle Beobachtungen.

Bei astroshop.de ansehen

Wer andere Schwerpunkte hat, findet in den Alternativen passende Optionen. Für Fortgeschrittene mit Fokus auf Astrofotografie ist das Photographic Set eine Überlegung wert.

Häufige Fragen zum Omegon Photographic Set

Die häufigsten Fragen zum Photographic Set drehen sich um Eignung, Zubehör und Leistung. Hier die Antworten.

Lohnt sich das Photographic Set für Einsteiger?

Das Photographic Set richtet sich an fortgeschrittene Beobachter, die bereits Erfahrung mit Teleskopen haben. Für absolute Einsteiger kann der Preis von 1.290 Euro und die Komplexität abschreckend wirken Ambitionierte Einsteiger, die nicht nach einem halben Jahr aufrüsten wollen, können mit dem Gerät aber durchaus glücklich werden. Informiere dich vorher gründlich über die Grundlagen. Mehr dazu findest du in meinem Abschnitt zur Benutzerfreundlichkeit und unter "Für wen ist das Photographic Set?".

Was kann ich mit dem Photographic Set beobachten?

Mit 72mm Öffnung zeigt das Photographic Set den Mond mit Kratern und Gebirgen eindrucksvoll. An Jupiter erkennst du die Hauptwolkenbänder, an Saturn den Ring als eigenständige Struktur Helle Deep-Sky-Objekte wie der Orionnebel oder Sternhaufen sind als Aufhellungen sichtbar. Die kleine Öffnung begrenzt aber die Detailtiefe deutlich. Die Details findest du im Abschnitt zur optischen Leistung.

Welches Zubehör sollte ich zum Photographic Set dazukaufen?

Da das Photographic Set ohne Okulare geliefert wird, brauchst du zwingend ein Okularset. Ich empfehle ein 25mm Okular für Übersicht und ein 10mm für Planeten als Grundausstattung Dazu ein 6mm für hohe Vergrößerungen und einen Mondfilter ND 0.9 gegen Blendung am Vollmond. Ein UHC-Filter verbessert den Kontrast an Nebeln zusätzlich. Alle Empfehlungen mit Preisen findest du in meiner Zubehörtabelle.

Wo kann ich das Photographic Set am günstigsten kaufen?

Das Photographic Set kostet aktuell 1.290 Euro bei astroshop.de und ist dort kurzfristig - versandfertig in 6-10. Astroshop bietet Fachberatung und schnellen Versand innerhalb Deutschlands. Die Preise für Teleskope dieser Klasse schwanken zwischen den Händlern erfahrungsgemäß wenig. Vergleiche lohnen sich trotzdem, vor allem bei zeitlich begrenzten Aktionen. Mehr zur Preiseinordnung findest du im Abschnitt zur Preis-Leistungs-Bewertung.

Zeigt das Photographic Set Farbfehler?

Das Photographic Set ist ein apochromatischer Refraktor mit ED-Glas, das Farbfehler auf ein Minimum reduziert. An hellen Objekten wie Venus oder dem Mondrand wirst du praktisch keine störenden Farbsäume bemerken Das ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber achromatischen Refraktoren, die bei schnellen Öffnungsverhältnissen deutliche Farbfehler zeigen. Für Astrofotografie ist die farbreine Abbildung besonders wertvoll, weil Farbsäume auf Fotos stärker auffallen als visuell.

Wie schnell ist das Photographic Set einsatzbereit?

Vom Auspacken bis zum ersten Beobachtungsobjekt vergehen beim Photographic Set etwa 10 bis 20 Minuten, je nach Erfahrung. Der Aufbau von Stativ und Montierung geht nach den ersten Malen routiniert in wenigen Minuten Die Justierung und das Einrichten auf den Himmel brauchen anfangs etwas länger, werden mit der Übung aber deutlich schneller. Nach einigen Abenden hast du eine Routine entwickelt und bist innerhalb von 10 Minuten beobachtungsbereit. Tipp: Lass das Teleskop 20 Minuten auskühlen, bevor du mit hohen Vergrößerungen arbeitest.