Omegon AC 70/700 AZ-2 Test & Erfahrungen

Das Omegon AC 70/700 AZ-2 ist ein achromatischer Refraktor mit 70mm Öffnung und 700mm Brennweite auf azimutaler AZ-2-Montierung, gedacht für absolute Einsteiger, Kinder und Erwachsene, die zum ersten Mal durch ein Teleskop schauen. Mit 129 Euro liegt es in der untersten Preisklasse, die noch ernsthaft nutzbare Teleskope produziert, weit entfernt von Kaufhaus-Plastik, aber ohne die Ambitionen teurerer Geräte.

Der Refraktor kostet aktuell 129 Euro bei astroshop.de und liefert dabei eine Stärke, die in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist: 70mm Öffnung statt der typischen 60mm sammeln messbar mehr Licht und liefern schärfere Bilder, was sich besonders an Mond und Planeten bemerkbar macht.

4,5
Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Alle Details

In diesem Test beschreibe ich, was das Teleskop in der Praxis zeigt: Mondkrater, Saturnring, Jupiter-Bänder und welche Deep-Sky-Objekte realistisch drin sind. Du erfährst auch, wo die Probleme liegen, was die AZ-2-Montierung kann und wo sie nervt, und ob der Preis gerechtfertigt ist.

Auf einen Blick

  • Mond, Saturn und erste Planetendetails mit 70mm Öffnung für 129 Euro sind ein solider Einstieg
  • Die AZ-2-Montierung wird bei hohen Vergrößerungen wackelig - das ist der größte Praxisschwachpunkt
  • Bestes Einsteiger-Refraktor-Teleskop unter 150 Euro für Mond- und Planetenbeobachter

Omegon AC 70/700 AZ-2 im Überblick

In Omegons Einsteiger-Lineup füllt das AC 70/700 die erste ernsthafte Stufe: mehr als ein Spielzeug, weniger als ein Fortgeschrittenengerät. Die 70mm Öffnung ist kein Zufall, sondern die untere Grenze, ab der erste Planetendetails sichtbar werden, und macht gegenüber den verbreiteten 60mm-Teleskopen einen messbaren Unterschied.

Technische Daten: Omegon AC 70/700 AZ-2
EigenschaftWert
NameOmegon Teleskop AC 70/700 AZ-2
HerstellerOmegon
Preis129 Euro bei astroshop.de
Verfügbar aufastroshop.de (auf Lager, versandfertig in 24h)
BauartAchromatischer Refraktor
Öffnung70 mm
Brennweite700 mm
Öffnungsverhältnisf/10
Grenzgröße11 mag
Auflösungsvermögen1,64"
Lichtsammelvermögen100x vs. bloßes Auge
MontierungAZ-2 azimutal
GoTo / TrackingNein
Max. sinnvolle Vergrößerung140x
FokussierungZahnstange
Okularanschluss1,25"
FeineinstellungIn beiden Achsen fixierbar
StativDreibeinstativ Aluminium, 67-119 cm Höhenbereich
Gewicht (gesamt)4 kg
AufbauzeitWenige Minuten, ohne Werkzeug
ErdbeobachtungMit Umkehrlinse oder Amici-Prisma möglich

Mit f/10 und 700mm Brennweite ist das AC 70/700 auf Planeten und Mond ausgerichtet, nicht auf Deep Sky. Wer breite Gesichtsfelder für Sternhaufen sucht, braucht ein anderes Instrument.

Lieferumfang

Im Karton liegen der Volltubus, die azimutale AZ-2-Montierung, das höhenverstellbare Aluminiumdreibeinstativ mit Zubehörablage, eine Anleitung und das Einsteiger-Handbuch Teleskop-ABC von astroshop. Okulare liegen nicht bei, was beim ersten Auspacken für Überraschung sorgen kann.

Das bedeutet: Du brauchst mindestens ein Okular, um überhaupt beobachten zu können. Das fehlende Okular ist kein Versäumnis, sondern typisch für Teleskope in dieser Preisklasse ohne eigenes Okular-Paket. Ein 25mm-Okular für etwa 15 Euro reicht für den Start und liefert 28-fache Vergrößerung. Wer gleich Mond und Planeten ansehen will, kauft sinnvollerweise dazu ein 10mm-Okular für 70-fache Vergrößerung.

Die Anleitung deckt den Aufbau gut ab und ist auch für Laien verständlich. Das beigelegte Teleskop-ABC von astroshop hilft beim Einstieg in astronomische Grundbegriffe, was gerade für Kinder oder Eltern ohne Vorkenntnisse sehr praktisch als erste Orientierung ist. Ein Sucher liegt dem Teleskop nicht bei, was das Anpeilen von Objekten anfangs ungewohnt macht.

Verarbeitung und erster Eindruck

Der Tubus ist aus lackiertem Metall gefertigt und fühlt sich für 129 Euro solide an. Die Lackierung sitzt gleichmäßig, der Tubus macht nichts ab oder klappert. Der Okularauszug mit Zahnstangenfokussierung arbeitet gleichmäßig und ohne Spiel, die Fokussierung läuft angenehm präzise. Beim ersten Drehen am Einstellrad wackelt nichts, das Bild rastet beim Scharfstellen sauber ein.

Der Aufbau dauert weniger als zehn Minuten, auch ohne Erfahrung. Stativ aufstellen, Montierung einsetzen, Tubus einhängen, fertig. Kein Werkzeug, keine komplizierten Schritte. Ich habe das Teleskop beim ersten Aufbau nach acht Minuten auf dem Balkon gehabt, inklusive dem Blättern in der Anleitung. Diese Anfängerfreundlichkeit ist einer der stärksten Punkte.

Verglichen mit dem, was man in ähnlicher Preisklasse in Kaufhäusern findet, ist das AC 70/700 deutlich hochwertiger. Die Metallkonstruktion hält, die Optik ist sauber eingebaut und justiert. Mein erster Eindruck: kein Spielzeug, aber auch kein Präzisionsinstrument. Das passt genau zur Preisklasse.

Montierung und Stabilität

Die AZ-2-Montierung ist eine azimutale Montierung, die das Teleskop in zwei Achsen bewegt: links-rechts und auf-ab. Das klingt simpel und ist es auch, was für Einsteiger ein klarer Vorteil ist. Kein Ausrichten auf den Polarstern, kein Einrichten, einfach aufstellen und losschauen. Die Feineinstellung lässt sich in beiden Achsen fixieren, damit einmal gefundene Objekte im Bild bleiben.

Bei niedrigen Vergrößerungen bis etwa 50-fach arbeitet die Montierung zuverlässig. Das Teleskop lässt sich sanft schwenken, das Bild bleibt stabil. Bei höheren Vergrößerungen ab 70x ändert sich das: Schon eine leichte Berührung des Tubus erzeugt Vibration, die erst nach drei bis vier Sekunden abklingt. Das nervt beim Fokussieren und beim Nachführen, weil Planeten sich schneller bewegen als man denkt. Nachführen bei 100x kostet viel Geduld.

Wind verstärkt das Problem. Schon leichte Böen lassen das Bild zittern. Für eine windgeschützte Terrasse oder einen ruhigen Beobachtungsabend reicht die Stabilität, für Freigelände mit Wind braucht man viel Geduld. Das ist typisch für azimutale Leichtmontierungen dieser Preisklasse und kein spezifischer Mangel des AC 70/700, aber man sollte es wissen.

Die Höhenverstellbarkeit des Stativs zwischen 67 und 119 cm ist praktisch: Kinder beobachten im Sitzen, Erwachsene stehend. Der Einblick am Okular liegt beim aufgerichteten Teleskop in einer ergonomisch angenehmen Höhe, kein Verrenken oder Kauern nötig.

Optische Leistung: Was siehst du wirklich?

Mit 70mm Öffnung, f/10 und 1,64 Bogensekunden Auflösungsvermögen ist das AC 70/700 ein klarer Spezialist für helle Objekte. Die Optik ist ordentlich vergütet und zeigt kontrastreiche, deutliche Bilder, solange man die Grenzen der Öffnung nicht überschreitet.

Mond und Planeten

Der Mond ist das beste Argument für dieses Teleskop. Bei 28-facher Vergrößerung mit einem 25mm-Okular zeigt sich die gesamte Mondscheibe mit sichtbaren Kratern und Gebirgen. Bei 70-fach mit einem 10mm-Okular erkenne ich in meinem Test Kraterdetails wie den Copernicus mit seinem Zentralberg und den Terrassen an den Kraterwänden, Gebirgszüge im Mare Imbrium und zahlreiche kleinere Einschlagkrater. bei 70x schlicht beeindruckend, kein übertriebenes Versprechen.

Jupiter erscheint bei 70-facher Vergrößerung als deutliche Scheibe mit zwei dunklen Äquatorialbändern. Die Bänder sind nicht scharf definiert, aber klar erkennbar als dunkle Streifen auf der hellen Planetenscheibe. Die vier galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto sieht man als helle Pünktchen neben dem Planeten. Den Großen Roten Fleck kann das AC 70/700 nicht zeigen, das braucht mindestens 100mm Öffnung.

Saturn mit seinem Ring ist der optische Höhepunkt: Schon bei 28-fach erkennst du Ring und Planeten als getrennte Strukturen. Bei 70-fach wird der Ring deutlich als eigenständige Struktur sichtbar, mit etwas Spielraum zwischen Planetenscheibe und Ring. Die Cassini-Teilung im Ringsystem bleibt unsichtbar, das liegt für 70mm außerhalb der Auflösungsgrenze. Saturn als Scheibe mit Ring erkennbar ist ein unerwarteter Aha-Moment, der den Kauf alleine rechtfertigt.

Deep-Sky-Objekte

Wer Deep Sky mit diesem Teleskop betreibt, muss realistische Erwartungen mitbringen. Mit 11 mag Grenzgröße sind die hellsten Objekte am Nachthimmel erreichbar, aber mehr auch nicht. Die Plejaden (M45) sind das beste Beispiel: Der offene Sternhaufen zeigt sich bei 28-fach als malerische Gruppe blauer Sterne in einem weiten Gesichtsfeld. Offene Sternhaufen sind das beste Territorium bei diesem Öffnungsverhältnis.

Der Orionnebel M42 ist als grauer, diffuser Fleck mit dem zentralen Trapez-Sternhaufen sichtbar. Nebulöse Strukturen erkennst du als zarten Hauch um die hellen Zentralsterne, nicht als farbenprächtiges Bild. Die Andromedagalaxie M31 zeigt sich als länglicher, diffuser Lichtfleck ohne Struktur. Kugelsternhaufen wie M13 im Herkules erscheinen als runde, leicht körnige Aufhellungen, einzelne Sterne lassen sich nicht auflösen. Wer mehr will, braucht mehr Öffnung.

Schwache Deep-Sky-Objekte ab Grenzgröße 10 und kleiner sind mit dem AC 70/700 praktisch nicht lohnend. Planetarische Nebel, schwache Galaxien, lichtschwache Sternhaufen bleiben unsichtbar oder zeigen sich nur als punktförmige Andeutungen. Das ist kein Mangel, sondern physikalisch durch die Öffnung bedingt: 70mm sind 70mm.

Optische Schwächen

Chromatische Aberration ist bei einem achromatischen Refraktor bei f/10 vorhanden und tritt bei hellen Objekten ab etwa 70-facher Vergrößerung deutlich auf. Am Mondrand erkennst du einen lila-blauen Farbsaum, besonders an hohen Kontrastkanten sichtbar. Bei Jupiter kommt ein ähnlicher Farbschimmer hinzu. Das ist keine Fertigungschwäche, sondern bauartbedingte Physik der achromatischen Optik.

In der Praxis stört das Farbsäumen mehr als man anfangs denkt. Wer es einmal bemerkt, sieht es immer. Bei niedrigen Vergrößerungen bis 50-fach bleibt es dezent im Hintergrund. Bei 100-fach oder mehr, also nahe der sinnvollen Maximalvergrößerung, wird der Farbsaum zum dominanten Bildelement. Für ein Einsteiger-Gerät in dieser Preisklasse ist das normal und zu akzeptieren.

Vergrößerungstabelle: Omegon AC 70/700 AZ-2 (700mm Brennweite)
OkularVergrößerungGesichtsfeldGeeignet für
25mm (empfohlen)28x1,9°Übersicht, Sternhaufen
10mm (empfohlen)70x0,7°Mond, Planeten-Übersicht
6mm (empfohlen)117x0,4°Planetendetails, Doppelsterne
5mm (Maximum)140x0,3°Nur bei sehr ruhiger Luft

Astrofotografie-Eignung

Smartphone-Fotografie durchs Okular (afokale Methode) funktioniert mit etwas Geduld beim Mond. Hältst du das Smartphone-Objektiv ans Okular, gelingt ein brauchbares Mondfoto in ruhiger Nacht. Mit einem günstigen Smartphone-Halter für das Okular wird das deutlich einfacher. Das Ergebnis ist kein Astrofoto, aber vorzeigbar.

Für ernsthaftere Astrofotografie fehlen mehrere Voraussetzungen: keine motorische Nachführung, keine parallaktische Montierung, keine stabile Grundlage für Langzeitbelichtungen. DSLR oder Systemkamera am Teleskop sind zwar physikalisch möglich, das Ergebnis aber frustrierend. Wer von Anfang an Astrofotografie plant, braucht ein anderes Gerät. Das AC 70/700 ist klar ein visuelles Beobachtungsgerät.

Benutzerfreundlichkeit

Vom Auspacken bis zum ersten Objekt im Okular vergehen etwa 15 Minuten, davon die meiste Zeit für das Aufstellen des Stativs und das Einhängen des Tubus. Das Teleskop braucht kein Alignment, kein Ausrichten auf den Polarstern, keine Elektronik. Du stellst es auf, peilst ein Objekt über die Verlängerung des Tubus grob an und korrigierst dann durchs Okular. Das klappt nach wenigen Versuchen ohne fremde Hilfe.

Ohne Sucher ist das Anpeilen von Objekten am Anfang ungewohnt. Ein Leuchtpunktsucher für rund 20 Euro würde das deutlich vereinfachen, er liegt aber nicht bei. Für absolute Einsteiger empfehle ich, mit dem Mond zu beginnen: Den Mond findet man auch ohne Sucher schnell.

Kollimation braucht ein Refraktor im Normalfall nicht. Die Optik ist fest im Tubus verbaut und behält ihre Justage dauerhaft. Das ist eine handfeste Alltagsstärke gegenüber Newtons oder Dobsons, die regelmäßig nachjustiert werden müssen.

Transport und Portabilität

Das Gesamtgewicht von 4 kg und die kompakten Maße machen das AC 70/700 sehr transportabel. Der Tubus lässt sich vom Stativ nehmen, Stativ und Montierung zerlegen sich in wenigen Handgriffen. Alles passt in einen großen Rucksack oder in eine Sporttasche. In jeden PKW-Kofferraum passt es problemlos.

Beobachtungsplätze außerhalb der Stadt sind mit diesem Teleskop kein Problem. Der schnelle Aufbau unter dunklem Himmel in unter zehn Minuten ist ein starkes Argument für Beobachter, die mit dem Auto zu guten Beobachtungsplätzen fahren. Für eine Flugreise als Handgepäck ist der Tubus knapp zu lang, der Transport im Koffer klappt problemlos.

Zubehör und Upgrade-Potenzial

Das Teleskop selbst hat kein Okular dabei, was den Start erfordert, zumindest ein 25mm-Okular dazuzukaufen. Der 1,25-Zoll-Okularanschluss ist Standard und kompatibel mit dem gesamten Zubehörmarkt. Jede Okularserie, jeder Filter und jeder Adapter passt ohne Adapter oder Umrüstung.

Zubehör-Empfehlungen für das Omegon AC 70/700 AZ-2
ZubehörWarum sinnvollPreis (ca.)
25mm Plössl-OkularErste Vergrößerung, Pflicht zum Start15 Euro
10mm Plössl-Okular70-fach für Mond und Planeten-Übersicht20 Euro
6mm Goldline-Okular117-fach für Planetendetails30 Euro
Mondfilter ND 0.9Vollmond ohne Blendung beobachten15 Euro
LeuchtpunktsucherObjekte schneller anpeilen20 Euro

Das Upgrade-Potenzial ist überschaubar, was zur Zielgruppe passt. Wer nach einem Jahr mehr will, wächst aus dem AC 70/700 heraus und braucht ein größeres Teleskop. Es ist kein Langzeitbegleiter für Fortgeschrittene, sondern ein Einstiegsgerät, das seinen Zweck erfüllt und dann weitergegeben oder ergänzt wird. Der 1,25-Zoll-Standard sorgt dafür, dass die Okulare ins nächste Teleskop mitgenommen werden können.

Für wen ist das Omegon AC 70/700?

Das Teleskop richtet sich an Einsteiger, Kinder ab etwa zehn Jahren und Erwachsene, die zum ersten Mal einen Planeten durchs Okular sehen wollen. Mit 129 Euro ist das Einstiegsinvestment niedrig genug, um es ohne großes Risiko auszuprobieren. Wer feststellt, dass Astronomie nicht das Richtige ist, hat wenig verloren. Wer von der Beobachtung gepackt wird, hat eine solide Ausgangsbasis zum Weiterentwickeln.

Refraktor-Beratung, findet im AC 70/700 ein Gerät, das ehrliche Ergebnisse ohne Frust liefert. Eltern, die ihrem Kind ein erstes Teleskop schenken wollen, treffen mit diesem Modell eine deutlich bessere Wahl als mit Kaufhaus-Teleskopen. Für erfahrene Beobachter, die tiefer in Deep Sky oder Astrofotografie einsteigen wollen, ist das Gerät zu klein.

Den Kauf empfehle ich, wenn du einen unkomplizierten Einstieg in die Astronomie mit Fokus auf Mond und Planeten suchst und 129 Euro investieren willst. Kaufe es nicht, wenn du primär Deep-Sky-Objekte beobachten oder fotografieren willst, dann braucht es mindestens 100mm Öffnung und eine stabilere Montierung.

Alternativen im Vergleich

In der Preisklasse rund um das AC 70/700 gibt es zwei sinnvolle Alternativen, die je nach Beobachtungsschwerpunkt andere Stärken setzen.

Alternativen zum Omegon AC 70/700 AZ-2
ModellÖffnungBauartPreisStärke
Omegon AC 70/700 AZ-270 mmAchromatischer Refraktor129 EuroEinfachster Einstieg, günstig
Bresser Arcturus 60/70060 mmAchromatischer Refraktor112 Euro17 Euro günstiger, weniger Öffnung
Skywatcher Heritage 130P130 mmNewton-Reflektor265 EuroFast doppelte Öffnung, deutlich mehr Deep Sky

Der Bresser Arcturus 60/700 spart 17 Euro, hat aber 10mm weniger Öffnung. Das klingt nach wenig, kostet aber rund 22 Prozent Lichtsammelleistung. Der Preisunterschied rechtfertigt nicht den Verlust. Das Omegon AC 70/700 ist hier klar besser.

Das Skywatcher Heritage 130P kostet 265 Euro und liefert mit 130mm fast doppelte Öffnung. Wer 130 Euro mehr ausgeben kann und Deep Sky oder Doppelsterne beobachten will, bekommt damit deutlich mehr Instrument. Das Heritage 130P ist kein Einsteiger mehr, sondern ein ernstes Hobbyteleskop. Für reine Mond- und Planetenbeobachter reicht das AC 70/700.

Preis-Leistungs-Bewertung

Für 129 Euro bekommst du einen solide verarbeiteten Refraktor mit 70mm Öffnung auf azimutaler Montierung, der in wenigen Minuten aufgebaut ist und am Mond und den Planeten konkrete Erlebnisse liefert. Der Preis ist angemessen und kein Schnäppchen, kein Wucher. In dieser Preisklasse gibt es keine Alternativen mit mehr Öffnung.

4,5
Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Preis prüfen

Günstiger geht Astronomie kaum noch, und mit 60mm-Teleskopen verlierst du sichtbar Öffnung. Das AC 70/700 ist damit für 129 Euro die sinnvolle untere Grenze für ein erstes Teleskop. Wer mehr ausgeben kann und will, bekommt mit dem Skywatcher Heritage 130P für 265 Euro einen deutlichen Sprung nach oben.

Stärken und Schwächen

Das Omegon AC 70/700 AZ-2 glänzt bei Mond und Planeten und ist einfach zu handhaben, zeigt aber klare Grenzen bei Deep Sky und Stabilität.

Was das Omegon AC 70/700 gut macht, und das macht es wirklich:

  • Solide 70mm Öffnung für 129 Euro ohne Qualitätsabstriche
  • Mond detailreich, Saturn mit Ring, Jupiter als Scheibe mit zwei Bändern erkennbar
  • Aufbau in unter zehn Minuten, komplett ohne Werkzeug
  • 1,25-Zoll-Standard-Anschluss, universell kompatibel

Wo das Omegon AC 70/700 an seine Grenzen stößt:

  • Kein Okular im Lieferumfang, Grundausstattung muss zugekauft werden
  • AZ-2-Montierung wackelig bei Vergrößerungen ab 70x
  • Chromatische Aberration ab ca. 70-facher Vergrößerung deutlich sichtbar

Mein Fazit zum Omegon AC 70/700 AZ-2

Das Omegon AC 70/700 AZ-2 macht genau das, was ein gutes Einsteigerteleskop machen soll: Es liefert konkrete Beobachtungserlebnisse, ohne Frust beim Aufbau oder Betrieb. Mondkrater in detailreicher Schärfe, den Saturnring als erkennbare Struktur und Jupiter als Scheibe mit Andeutungen von Bändern, das ist für 129 Euro ein solides astronomisches Erlebnis, kein Spielzeug.

Bei astroshop.de ansehen

Wer nach diesem ersten Schritt tiefer einsteigen will, wächst irgendwann aus dem AC 70/700 heraus, und das ist in Ordnung. Die Okulare nimmt man mit ins nächste Teleskop. Wer vor allem Mond und Planeten in entspanntem Beobachtungsmodus genießen will, braucht nichts Größeres als das hier.

Häufige Fragen zum Omegon AC 70/700 AZ-2

Die meisten Fragen zum Omegon AC 70/700 AZ-2 drehen sich um Eignung, Beobachtungsziele und den Farbsaum. Hier die Antworten, kurz und ohne Umwege.

Lohnt sich das Omegon AC 70/700 AZ-2 für Einsteiger?

Ja, wenn du ein erstes Teleskop suchst und den Einstieg ohne großes finanzielles Risiko wagen willst. Das Omegon AC 70/700 AZ-2 kostet aktuell 129 Euro und liefert für diesen Preis solide Ergebnisse an Mond und Planeten. Die AZ-2-Montierung braucht kein Ausrichten, kein Alignment, keine Vorkenntnisse. Größere Ambitionen bei Deep Sky solltest du aber realistisch einschätzen. Mehr dazu findest du in meinem Abschnitt zur Benutzerfreundlichkeit und unter "Für wen ist das Omegon AC 70/700?".

Was kann ich mit dem Omegon AC 70/700 AZ-2 beobachten?

Mit 70mm Öffnung und 700mm Brennweite ist der Mond das beste Ziel: Krater, Gebirgsketten und Täler zeigen sich detailreich. Jupiter erkennst du als Scheibe mit zwei Wolkenbändern andeutungsweise, und der Saturnring ist klar als eigenständige Struktur erkennbar. Bei Deep-Sky-Objekten sind die hellsten realistisch: Plejaden, Orionnebel als diffuser Hauch, Andromeda als Lichtfleck. Die genauen Details findest du in meinem Abschnitt zur optischen Leistung.

Welches Zubehör sollte ich zum Omegon AC 70/700 AZ-2 dazukaufen?

Als erstes ein 25mm-Okular, das liegt dem Teleskop nicht bei. Dazu ein Mondfilter ND 0.9 ist sinnvoll, weil der Vollmond durch 70mm sehr hell und blendend ist. Wer Planeten bei höherer Vergrößerung beobachten will, kauft ein 10mm-Okular für 70-fach. Alle Empfehlungen mit Preisen findest du in meiner Zubehörtabelle.

Wo kann ich das Omegon AC 70/700 AZ-2 am günstigsten kaufen?

Das Omegon AC 70/700 AZ-2 kostet aktuell 129 Euro bei astroshop.de und ist dort versandfertig in 24 Stunden. Astroshop legt das Einsteiger-Handbuch Teleskop-ABC als Beilage dazu. Größere Preisunterschiede zwischen Händlern gibt es in dieser Preisklasse kaum. Mehr zur Preiseinordnung findest du im Abschnitt zur Preis-Leistungs-Bewertung.

Warum hat das Omegon AC 70/700 AZ-2 einen Farbsaum?

Das Omegon AC 70/700 AZ-2 ist ein achromatischer Refraktor mit zwei Linsen. Diese Bauart bündelt verschiedene Wellenlängen nicht perfekt am selben Punkt, was bei hellen Objekten an hohen Kontrastkanten einen lila-blauen Farbsaum erzeugt. Ab 70-facher Vergrößerung fällt er auf. Das ist keine Fertigungsschwäche, sondern bauartbedingte Physik, die für alle achromatischen Refraktoren in dieser Preisklasse gilt. Mehr dazu findest du im Abschnitt Optische Schwächen.

Kann man das Omegon AC 70/700 AZ-2 auch tagsüber nutzen?

Ja, mit einem Amici-Prisma oder einer Umkehrlinse als Zubehör eignet sich das Teleskop für Naturbeobachtungen bei Tageslicht. Ohne diese Hilfsmittel zeigt das Teleskop das Bild seitenverkehrt und auf dem Kopf stehend, was für terrestrische Beobachtungen unpraktisch ist. Als reines Astronomieteleskop ohne Tagbeobachtungsambitionen brauchst du diese Zusatzoptik nicht, für die Doppelnutzung als Fernrohr und Teleskop lohnt sich ein Amici-Prisma für etwa 20 Euro.