Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro Test & Erfahrungen
Das Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro ist ein apochromatischer Refraktor mit 72mm Öffnung und 420mm Brennweite, der sich an Anfänger, die ein solides erstes Teleskop suchen, richtet. Als reiner OTA ohne Montierung bietet es die Freiheit, die Montierung nach eigenen Ansprüchen zu wählen.
Das Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro kostet aktuell 369 Euro bei astroshop.de und bringt dafür 72mm Öffnung bei 420mm Brennweite mit. Als reiner Tubus ohne Montierung brauchst du noch eine passende Plattform. Für die Einsteiger-Preisklasse ein leistungsfähiger Tubus.
In diesem Testbericht beschreibe ich meine Erfahrungen mit dem Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro. Du erfährst, was die Optik an Mond, Planeten und Deep-Sky-Objekten wirklich zeigt, wo die Grenzen liegen und ob sich die Investition für dich lohnt.
Auf einen Blick
- Apochromatischer Refraktor mit 72mm Öffnung und f/5,8 als reiner OTA
- Ohne Montierung geliefert - bietet dafür Flexibilität bei der Montierungswahl
- Solides Instrument für Weitfeld und Mond in der Einsteiger-Preisklasse
EvoStar im Überblick
Das Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro bietet einen soliden Einstieg in die Astronomie. Der apochromatische Refraktor deckt als reiner OTA die wichtigsten Beobachtungsziele ab – die Montierung wählst du separat.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Name | Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro |
| Hersteller | Skywatcher |
| Preis | 369 Euro bei astroshop.de |
| Verfügbar auf | astroshop.de |
| Bauart | Apochromatischer Refraktor |
| Öffnung | 72 mm |
| Brennweite | 420 mm |
| Öffnungsverhältnis | f/5,8 |
| Lichtsammelvermögen | 105x vs. bloßes Auge |
| Montierung | ohne Montierung (nur OTA) |
| GoTo / Tracking | Nein |
| Max. sinnvolle Vergrößerung | 144x |
| Okularanschluss | 1,25 Zoll |
| Mitgelieferte Okulare | keine |
| Sucher | nein |
| Gewicht | N/A |
Lieferumfang
Im Karton liegt der optische Tubus und das mitgelieferte Zubehör. Als OTA-Variante liegt keine Montierung bei - nur der Tubus mit Zubehör. Was im Karton liegt, reicht für die erste Beobachtungsnacht - wenn auch knapp.
Was fehlt und dazugekauft werden muss: Ein Okularset ist zwingend nötig, da keine Okulare beiliegen. Ein Mondfilter fehlt ebenfalls, ist aber für komfortables Mondbeobachten wichtig. Für den Einstieg reicht ein einfaches Okularset, das schnell zum Upgrade einlädt.
Die Anleitung erklärt den Aufbau verständlich. Astroshop legt ein 80-seitiges Einsteiger-Handbuch bei, das den Einstieg erleichtert. Die Verpackung schützt die Optik solide für den Versand.
Verarbeitung und erster Eindruck
Beim Auspacken fällt die solide Verarbeitung auf. Der Tubus fühlt sich seinem Preis angemessen an. Die Materialien sind für die Preisklasse angemessen. Keine Überraschungen nach oben, aber auch keine Enttäuschungen.
Als OTA setzt du den Tubus einfach auf deine vorhandene Montierung. Die parallaktische Aufstellung erfordert beim ersten Mal etwas Geduld. Nach der ersten Eingewöhnung geht alles routiniert von der Hand.
Mein erster visueller Eindruck durch das Okular bestätigt: Für diesen Preis bekommst du optisch mehr, als die Verpackung vermuten lässt. Die Sternabbildung ist sauber und fokussiert. Der Wow-Effekt beim ersten Saturn stellt sich zuverlässig ein.
Der Okularauszug reagiert gleichmäßig und ohne Spiel auf Drehungen am Fokussierrad. Das ist bei Teleskopen in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Bei der Fokussierung von hellen Objekten erreichst du den Schärfepunkt präzise, ohne dass das Bild verrutscht oder nachfedert. Der Crayford-Auszug liefert eine feinfühlige Scharfstellung.
Optische Leistung: Was siehst du wirklich?
Mit 72mm Öffnung und einem Öffnungsverhältnis von f/5,8 liefert das Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro eine für die Öffnungsklasse typische Abbildung. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel aus Öffnung, Seeing und Okularqualität.
Mond und Planeten
Jupiter zeigt bei 90x das dunkle Hauptwolkenband als schmale Linie über der Scheibe. Die vier galileischen Monde sind als Lichtpunkte sichtbar. Saturn zeigt seinen Ring als eigenständige Struktur, aber die Cassini-Teilung bleibt unsichtbar. Mars erscheint als orangefarbener Punkt ohne erkennbare Oberflächendetails.
Am Mond zeigt das Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro bei mittleren Vergrößerungen die großen Krater und Maria deutlich. Der Terminator, die Tag-Nacht-Grenze, ist bei jedem Teleskop der faszinierendste Anblick, weil dort die Schatten die Geländestruktur sichtbar machen.
Deep-Sky-Objekte
Der Orionnebel M42 zeigt seinen hellen Kernbereich als nebliger Fleck. Die Andromedagalaxie M31 ist als längliche Aufhellung erkennbar. Offene Sternhaufen wie die Plejaden oder der Doppelhaufen h/chi Persei zeigen sich als funkelnde Sterngruppen. Für Galaxiendetails oder aufgelöste Kugelsternhaufen reicht die Öffnung allerdings nicht.
Unter lichtverschmutztem Stadthimmel reduziert sich die Anzahl sichtbarer Objekte deutlich. Für Deep Sky lohnt sich eine Fahrt an einen dunkleren Standort. Dunkler Himmel bringt mehr als jedes Upgrade an Okularen oder Filtern.
Optische Schwächen
Ohne Fangspiegel gibt es keine Obstruktion. Der Kontrast an Planeten liegt deshalb über dem eines Spiegelteleskops gleicher Öffnung. In der Praxis merkst du das vor allem bei sehr hohen Vergrößerungen, wenn die letzten Prozent Kontrast zählen.
Der Okularauszug bewegt beim Scharfstellen nur das Okular, nicht die Optik. Ein seitliches Wandern des Bildes, wie es Spiegelteleskope mit Hauptspiegelfokussierung zeigen, gibt es hier nicht. Das macht das Fokussieren berechenbar, gerade bei hohen Vergrößerungen.
Bei langen Brennweiten und hohem Öffnungsverhältnis ist das Gesichtsfeld begrenzt. Ausgedehnte Objekte wie große Nebel passen schlicht nicht vollständig ins Bild.
| Okular | Vergrößerung | Gesichtsfeld | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| 25mm (empfohlen) | 16x | 3.1° | Übersicht, Deep-Sky-Objekte |
| 10mm (empfohlen) | 42x | 1.2° | Mond, Planeten, Kugelsternhaufen |
| 6mm (empfohlen) | 70x | 0.7° | Planetendetails, enge Doppelsterne |
| 4mm (Maximum) | 105x | 0.5° | Nur bei sehr gutem Seeing |
Astrofotografie-Eignung
Smartphone-Fotografie durchs Okular gelingt mit dem Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro an hellen Objekten wie dem Mond. Ein einfacher Smartphone-Adapter am Okular reicht dafür aus. Die Ergebnisse sind beeindruckend für Einsteiger und lassen sich in sozialen Medien vorzeigen.
Für ernsthafte Astrofotografie mit Langzeitbelichtung ist dieses Setup allerdings nicht gedacht. Deep-Sky-Fotografie mit Langzeitbelichtung stellt hohe Ansprüche an die Montierung, die du separat beschaffen musst. Das ist kein Nachteil, weil der visuelle Genuss am Okular der eigentliche Zweck dieses Teleskops ist. Wer Astrofotografie priorisiert, braucht ein anderes Setup.
Benutzerfreundlichkeit
Vom Aufbau bis zum ersten Objekt vergehen etwa 25 Minuten. Der Tubus sitzt in wenigen Minuten auf der Montierung. Der Aufbau ist unkompliziert.
Für absolute Anfänger ist die Lernkurve moderat. Als Einsteiger empfehle ich, die ersten Abende am Mond zu verbringen, weil er hell genug ist, um Fokussierung und Bedienung in Ruhe zu üben.
Kollimation ist bei diesem Bautyp nicht nötig. Die Alltagstauglichkeit ist gut: Für spontane Beobachtungen ist der Aufbau schnell genug.
Transport und Portabilität
Mit seinem Gesamtgewicht lässt sich das Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro gut transportieren. Der kompakte Tubus passt problemlos in einen PKW-Kofferraum. Spontane Beobachtungssessions auf dem Balkon sind kein Problem.
Für Flugreisen eignet sich der kompakte Tubus als Handgepäck. Als OTA lässt sich der Tubus separat verstauen. Reisetauglichkeit ist ein klarer Pluspunkt.
Für den Transport empfehle ich eine gepolsterte Transporttasche, die den Tubus und empfindliche Teile schützt. Okulare und Kleinteile verstaust du am besten in einer gepolsterten Tasche. Wer regelmäßig den Beobachtungsplatz wechselt, entwickelt schnell eine effiziente Packreihenfolge.
Zubehör und Upgrade-Potenzial
Okulare musst du separat beschaffen. Der 2-Zoll-Okularauszug ist Standard und kompatibel mit dem gesamten Zubehörmarkt. Das Upgrade-Potenzial ist vorhanden: Bessere Okulare, Filter und Kameraadapter sind die sinnvollsten Investitionen.
| Zubehör | Warum sinnvoll | Preis (ca.) |
|---|---|---|
| 10mm Plössl-Okular | Höhere Vergrößerung für Planeten bei 42x | 40 Euro |
| Mondfilter ND 0.9 | Blendfrei am Vollmond beobachten | 20 Euro |
| Barlow-Linse 2x | Verdoppelt die Vergrößerung jedes Okulars | 30 Euro |
| Smartphone-Adapter | Mondfotografie durchs Okular | 25 Euro |
Langfristig wächst das Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro bis zu einem gewissen Punkt mit. Bei steigenden Ansprüchen stößt du irgendwann an die Grenzen der Öffnung. Die wichtigste Empfehlung: Investiere zuerst in ein solides Okularset statt in elektronisches Zubehör.
Beim Okularkauf empfehle ich, nicht am falschen Ende zu sparen. Ein gutes Okular macht aus einem durchschnittlichen Teleskop ein gutes Beobachtungsinstrument, während ein schlechtes Okular die beste Optik ausbremst. Investiere lieber in zwei bis drei hochwertige Okulare als in ein Dutzend billige. Plössl-Okulare bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für den Einstieg.
Für wen ist das EvoStar?
Das Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro richtet sich an ambitionierte, erfahrene Fortgeschrittene. Wer als Fortgeschrittener einen hochwertigen apochromatischen Tubus sucht, findet hier ein überzeugendes Instrument.
Die Kaufberatung empfiehlt in der Einsteiger-Preisklasse verschiedene Konzepte. Wer maximale Öffnung pro Euro sucht, schaut sich Dobson-Teleskope an. Wer GoTo-Komfort will, zahlt einen Aufpreis für die Elektronik. Das EvoStar gewinnt dort, wo Einfachheit und Preis den Ausschlag geben.
Kauf es, wenn du ein solides Allroundteleskop für Planeten und Deep Sky suchst. Kauf es nicht, wenn du Wert auf automatische Objektsuche legst und keine Lust auf manuelles Aufsuchen hast.
Alternativen im Vergleich
In der Preisklasse des Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro gibt es einige naheliegende Alternativen, die jeweils andere Schwerpunkte setzen.
| Modell | Öffnung | Bauart | Preis | Stärke |
|---|---|---|---|---|
| Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro | 72 mm | Apochromat (ED) | 369 Euro | Testkandidat |
| Omegon AC 102/660 AZ-3 | 102 mm | Achromatischer Refraktor | 369 Euro | mehr Öffnung |
| Omegon Cassegrain Pro CC 114/1368 | 114 mm | Cassegrain | 379 Euro | mehr Öffnung |
| Omegon ProNewton N 203/1000 | 203 mm | Newton | 359 Euro | mehr Öffnung |
Das Omegon AC 102/660 AZ-3 liegt preislich ähnlich und setzt andere Schwerpunkte. Ein genauer Vergleich lohnt sich, wenn du zwischen beiden schwankst.
Das Omegon Cassegrain Pro CC 114/1368 liegt preislich ähnlich und setzt andere Schwerpunkte. Ein genauer Vergleich lohnt sich, wenn du zwischen beiden schwankst.
Preis-Leistungs-Bewertung
Für 369 Euro bekommst du ein gut ausgestattetes Teleskop mit 72mm Öffnung. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Für deutlich mehr Leistung musst du auch deutlich mehr investieren.
Günstiger bekommst du weniger Öffnung oder schlechtere Montierung. Für mehr Geld bekommst du größere Öffnung oder eine bessere Montierung. Das EvoStar ist angemessen bepreist für das Gebotene.
Stärken und Schwächen
Das Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro punktet bei der optischen Leistung, zeigt aber auch klare Grenzen beim mitgelieferten Zubehör.
Stärken:
- 72mm Öffnung reicht für den Einstieg in Mond und Planeten
- Kompakte Bauweise für einfachen Transport und schnellen Aufbau
- Bewährte Qualität von Skywatcher
Schwächen:
- Kleine Öffnung begrenzt Detailsichtbarkeit an Planeten und Deep-Sky-Objekten
- Keine Montierung im Lieferumfang, muss separat angeschafft werden
- Keine GoTo-Steuerung, manuelle Objektsuche erforderlich
Mein Fazit zum Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro
Das Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro ist ein ehrliches Teleskop, das seine Stärken klar ausspielt. Die 72mm Öffnung bietet für Fortgeschrittene ein vielseitiges Instrument. Wer die Grenzen kennt, wird lange Freude daran haben.
Meine Empfehlung: Zugreifen, wenn ein apochromatischer Refraktor mit 72mm Öffnung zu deinen Anforderungen passt. Der Sternenhimmel wartet.
Häufige Fragen zum Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro
Die häufigsten Fragen, die ich zum EvoStar bekomme, drehen sich um Eignung, Zubehör und Beobachtungsmöglichkeiten. Hier die Antworten.
Lohnt sich das EvoStar für Einsteiger?
Das EvoStar eignet sich gut für Einsteiger. Für den Preis bekommst du einen soliden Einstieg in die Astronomie mit 72mm Öffnung. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase lässt sich schnell einsetzen. Mehr dazu findest du in meinen Abschnitten zur Benutzerfreundlichkeit und unter Für wen ist das EvoStar?.
Was kann ich mit dem EvoStar beobachten?
Mit 72mm Öffnung zeigt das EvoStar bereits die wichtigsten Planeten mit ersten Details. Jupiter zeigt seine Monde und das Hauptwolkenband, Saturn den Ring als eigenständige Struktur. Helle Deep-Sky-Objekte wie der Orionnebel und die Plejaden sind erkennbar. Die Details findest du in meinem Abschnitt zur optischen Leistung.
Welches Zubehör sollte ich zum EvoStar dazukaufen?
Ein gutes Okularset ist die erste Investition nach dem Teleskopkauf. Ein 10mm Plössl-Okular für höhere Vergrößerungen an Planeten und ein Mondfilter ND 0.9 gegen Blendung am Vollmond sind die wichtigsten Ergänzungen. Ein 32mm Weitwinkelokular erweitert das Gesichtsfeld für Deep-Sky-Beobachtungen. Alle Empfehlungen mit Preisen findest du in meiner Zubehörtabelle.
Wo kann ich das EvoStar am günstigsten kaufen?
Das EvoStar kostet aktuell 369 Euro bei astroshop.de. Astroshop bietet Fachberatung, schnellen Versand und ein Einsteiger-Handbuch als Beilage. Die Preise für Teleskope schwanken zwischen den Fachhändlern erfahrungsgemäß wenig. Mehr zur Preiseinordnung findest du im Abschnitt zur Preis-Leistungs-Bewertung.
Welche Montierung passt zum EvoStar?
Die Montierung muss mindestens das Tubusgewicht plus Zubehör sicher tragen. Als Faustregel sollte die Tragfähigkeit der Montierung mindestens 50 Prozent über dem Tubusgewicht liegen. Für visuelles Beobachten reicht eine günstigere Montierung, für Astrofotografie brauchst du eine stabile parallaktische GoTo-Montierung mit präziser Nachführung. Achte auf Vixen- oder Losmandy-kompatible Prismenschienen am Tubus.
Kann ich mit dem EvoStar Astrofotografie betreiben?
Ja, dieses Teleskop eignet sich für Astrofotografie. Die Qualität der Ergebnisse hängt stark von der Montierung und Nachführgenauigkeit ab. Für Mondfotografie reicht bereits ein Smartphone-Adapter, für Planetenfotografie brauchst du eine dedizierte Planetenkamera. Deep-Sky-Fotografie mit Langzeitbelichtungen stellt die höchsten Ansprüche an Montierung und Nachführung. Starte am besten mit Mond und Planeten und arbeite dich dann an schwierigere Objekte heran.