Celestron N 130/650 Astromaster EQ Test & Erfahrungen
Das Celestron N 130/650 Astromaster EQ ist ein Newton mit 130mm Öffnung und 650mm Brennweite in der Einsteiger-Preisklasse. Es richtet sich an Anfänger, die ein solides erstes Teleskop suchen und bietet gute Planetenabbildung und solide Deep-Sky-Leistung für den Einstieg.
Das Celestron N 130/650 Astromaster EQ kostet aktuell 309 Euro bei astroshop.de und bringt dafür 130mm Öffnung bei 650mm Brennweite mit. Für die Einsteiger-Preisklasse ein interessantes Gesamtpaket.
In diesem Testbericht beschreibe ich meine Erfahrungen mit dem Celestron N 130/650 Astromaster EQ. Du erfährst, was die Optik an Mond, Planeten und Deep-Sky-Objekten wirklich zeigt, wo die Grenzen liegen und ob sich die Investition für dich lohnt.
Auf einen Blick
- Newton mit 130mm Öffnung und f/5 auf EQ-3-Montierung
- Schwachpunkt sind die mitgelieferten Okulare - Upgrades lohnen sich schnell
- Bester Kompromiss aus Öffnung und Preis in dieser Klasse
Astromaster im Überblick
Mit 130mm Öffnung gehört das Celestron N 130/650 Astromaster EQ zu den leistungsfähigeren Teleskopen in seiner Preisklasse. Die Kombination aus Newton und manueller Montierung deckt ein breites Beobachtungsspektrum ab.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Name | Celestron N 130/650 Astromaster EQ |
| Hersteller | Celestron |
| Preis | 309 Euro bei astroshop.de |
| Verfügbar auf | astroshop.de |
| Bauart | Newton |
| Öffnung | 130 mm |
| Brennweite | 650 mm |
| Öffnungsverhältnis | f/5 |
| Lichtsammelvermögen | 344x vs. bloßes Auge |
| Montierung | EQ-3 äquatorial (parallaktisch) |
| GoTo / Tracking | Nein |
| Max. sinnvolle Vergrößerung | 260x |
| Okularanschluss | 1,25 Zoll (31,7 mm) |
| Mitgelieferte Okulare | 20mm und 10mm (1,25 Zoll) |
| Sucher | Leuchtpunktsucher |
| Gewicht | N/A |
Lieferumfang
Im Karton liegt der optische Tubus, die Montierung, das Stativ und das mitgelieferte Zubehör. Die Montierung kommt vormontiert und lässt sich ohne Werkzeug aufbauen. Was im Karton liegt, reicht für die erste Beobachtungsnacht.
Was fehlt und dazugekauft werden muss: Zusätzliche Okulare für höhere Vergrößerungen sind die erste Investition. Ein Mondfilter fehlt ebenfalls, ist aber für komfortables Mondbeobachten wichtig. Die mitgelieferten Okulare reichen zum Einstieg, laden aber schnell zum Upgrade ein.
Die Anleitung erklärt den Aufbau verständlich. Astroshop legt ein 80-seitiges Einsteiger-Handbuch bei, das den Einstieg erleichtert. Die Verpackung schützt die Optik solide für den Versand.
Verarbeitung und erster Eindruck
Beim Auspacken fällt die solide Verarbeitung auf. Der Tubus fühlt sich seinem Preis angemessen an. Die Materialien sind für die Preisklasse angemessen. Keine Überraschungen nach oben, aber auch keine Enttäuschungen.
Der Aufbau dauert etwa 10 bis 15 Minuten beim ersten Mal, danach unter 10 Minuten. Die parallaktische Aufstellung erfordert beim ersten Mal etwas Geduld. Nach der ersten Eingewöhnung geht alles routiniert von der Hand.
Mein erster visueller Eindruck durch das Okular bestätigt: Für diesen Preis bekommst du optisch mehr, als die Verpackung vermuten lässt. Die Sternabbildung ist sauber und fokussiert. Der Wow-Effekt beim ersten Saturn stellt sich zuverlässig ein.
Montierung und Stabilität
Die EQ3-Montierung ist eine solide Einsteigerplattform mit parallaktischer Aufstellung. Sie bietet Feinbewegungen in beiden Achsen und lässt sich optional mit Motoren nachrüsten. Das Zusammenspiel von Tubus und Montierung bestimmt in der Praxis mehr über dein Beobachtungserlebnis als die reine Optik allein.
Vibrationen nach dem Berühren des Fokussierknopfes klingen je nach Bodenbeschaffenheit und Windstärke unterschiedlich schnell ab. Bei ruhigen Bedingungen stabilisiert sich das Bild innerhalb weniger Sekunden. Bei Wind ab Stärke 3 wirst du bei hohen Vergrößerungen ein Zittern im Bild bemerken, das die Beobachtung an Planeten beeinträchtigt.
Für die meisten visuellen Beobachtungen liefert die Montierung eine stabile Grundlage. Erst bei hohen Vergrößerungen jenseits von 130x zeigen sich die Grenzen. Wer regelmäßig an diesem Limit beobachtet, profitiert von einer schwingungsdämpfenden Unterlage unter den Stativbeinen.
Der Okularauszug reagiert gleichmäßig und ohne Spiel auf Drehungen am Fokussierrad. Das ist bei Teleskopen in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Bei der Fokussierung von Planeten erreichst du den Schärfepunkt präzise, ohne dass das Bild verrutscht oder nachfedert. Ein Dual-Speed-Fokussierer wäre ein willkommenes Upgrade.
Optische Leistung: Was siehst du wirklich?
Mit 130mm Öffnung und einem Öffnungsverhältnis von f/5 liefert das Celestron N 130/650 Astromaster EQ eine für die Öffnungsklasse typische Abbildung. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel aus Öffnung, Seeing und Okularqualität.
Mond und Planeten
Jupiter zeigt bei 100x das Hauptwolkenband und andeutungsweise ein zweites Band. Den Großen Roten Fleck erkennst du bei guten Bedingungen als blasse Einkerbung. Saturn zeigt seinen Ring deutlich getrennt vom Planeten, die Cassini-Teilung bleibt aber eine Herausforderung. Mars zeigt bei Opposition eine winzige Scheibe mit angedeuteter Polkappe.
Am Mond zeigt das Celestron N 130/650 Astromaster EQ bei hohen Vergrößerungen Krater, Rillen und Gebirge in beeindruckendem Detail. Der Terminator, die Tag-Nacht-Grenze, ist bei jedem Teleskop der faszinierendste Anblick, weil dort die Schatten die Geländestruktur sichtbar machen.
Deep-Sky-Objekte
Der Orionnebel M42 zeigt bei 40x den hellen Kernbereich mit angedeuteter Nebelstruktur. Kugelsternhaufen wie M13 erscheinen als heller, körniger Nebelfleck. Die Andromedagalaxie M31 zeigt ihren hellen Kern und eine angedeutete Scheibe. Offene Sternhaufen wie die Plejaden und der Doppelhaufen h/chi Persei sind echte Highlights mit dieser Öffnung.
Unter lichtverschmutztem Stadthimmel reduziert sich die Anzahl sichtbarer Objekte deutlich. Ein UHC-Filter verbessert den Kontrast an Emissionsnebeln und lohnt sich als Ergänzung. Dunkler Himmel bringt mehr als jedes Upgrade an Okularen oder Filtern.
Optische Schwächen
Newton-Teleskope zeigen bauartbedingt Koma an den Bildfeldrändern. Bei schnellen Öffnungsverhältnissen wie f/5 oder schneller fallen Sterne am Rand als kleine Schweifsternchen auf. In der Bildmitte bleibt die Abbildung scharf. Ein Komakorrektor schafft Abhilfe, ist aber für rein visuelle Beobachtung selten nötig.
Die Fangspiegelstreben erzeugen Beugungsstrahlen an hellen Sternen, die als vier feine Spikes sichtbar werden. Manche Beobachter empfinden das als störend, andere als ästhetisch. Die Obstruktion durch den Fangspiegel reduziert den Kontrast messbar, fällt in der Praxis aber nur an Planeten bei hohen Vergrößerungen auf.
Kollimation ist bei Newton-Teleskopen regelmäßig nötig, besonders nach dem Transport. Die Justage von Haupt- und Fangspiegel dauert mit einem Justierlaser nur wenige Minuten, gehört aber zum Alltag dazu.
| Okular | Vergrößerung | Gesichtsfeld | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| 25mm (empfohlen) | 26x | 1.9° | Übersicht, Deep-Sky-Objekte |
| 10mm (empfohlen) | 65x | 0.8° | Mond, Planeten, Kugelsternhaufen |
| 6mm (empfohlen) | 108x | 0.5° | Planetendetails, enge Doppelsterne |
| 4mm (Maximum) | 162x | 0.3° | Nur bei sehr gutem Seeing |
Benutzerfreundlichkeit
Vom Aufbau bis zum ersten Objekt vergehen etwa 25 Minuten. Das manuelle Aufsuchen von Objekten gehört zur Lernkurve dazu und macht nach kurzer Eingewöhnung sogar Spaß. Die parallaktische Aufstellung braucht Einarbeitung.
Für absolute Anfänger ist die Lernkurve moderat. Als Einsteiger empfehle ich, die ersten Abende am Mond zu verbringen, weil er hell genug ist, um Fokussierung und Bedienung in Ruhe zu üben.
Kollimation ist bei diesem Teleskoptyp regelmäßig nötig und gehört zur Routine. Mit einem Justierlaser dauert die Prozedur nur wenige Minuten. Die Alltagstauglichkeit ist gut: Für spontane Beobachtungen ist der Aufbau schnell genug.
Transport und Portabilität
Mit seinem Gesamtgewicht lässt sich das Celestron N 130/650 Astromaster EQ gut transportieren. Der kompakte Tubus passt problemlos in einen PKW-Kofferraum. Spontane Beobachtungssessions auf dem Balkon sind kein Problem.
Für Autofahrten zum Beobachtungsplatz ist das Teleskop gut geeignet. Das Zerlegen und Zusammenbauen geht ohne Werkzeug. Portabilität ist solide, Leistung kommt dazu.
Für den Transport empfehle ich eine gepolsterte Transporttasche, die den Tubus und empfindliche Teile wie den Sucher schützt. Eine separate Okularbox hält dein Zubehör organisiert und geschützt. Wer regelmäßig den Beobachtungsplatz wechselt, entwickelt schnell eine effiziente Packreihenfolge.
Zubehör und Upgrade-Potenzial
Die mitgelieferten Okulare liefern einen ordentlichen Einstieg, aber bessere Okulare holen deutlich mehr aus der Optik heraus. Der 1,25 Zoll (31,7 mm)-Okularanschluss ist Standard und kompatibel mit dem gesamten Zubehörmarkt. Das Upgrade-Potenzial ist hoch: Bessere Okulare, Filter und Motornachführung sind die sinnvollsten Investitionen.
| Zubehör | Warum sinnvoll | Preis (ca.) |
|---|---|---|
| 10mm Plössl-Okular | Höhere Vergrößerung für Planeten bei 65x | 40 Euro |
| Mondfilter ND 0.9 | Blendfrei am Vollmond beobachten | 20 Euro |
| UHC-Filter | Mehr Kontrast an Emissionsnebeln | 50 Euro |
| Smartphone-Adapter | Mondfotografie durchs Okular | 25 Euro |
Langfristig wächst das Celestron N 130/650 Astromaster EQ bis zu einem gewissen Punkt mit. Selbst fortgeschrittene Beobachter finden hier genug Leistung für viele Jahre. Die wichtigste Empfehlung: Investiere zuerst in gute Okulare statt in elektronisches Zubehör.
Für wen ist das Astromaster?
Das Celestron N 130/650 Astromaster EQ richtet sich an Anfänger . Wer einen unkomplizierten Einstieg in die Astronomie sucht, bekommt hier ein Paket, das sofort funktioniert.
Die Kaufberatung empfiehlt in der Einsteiger-Preisklasse verschiedene Konzepte. Wer maximale Öffnung pro Euro sucht, schaut sich Dobson-Teleskope an. Wer GoTo-Komfort will, zahlt einen Aufpreis für die Elektronik. Das Astromaster gewinnt dort, wo Einfachheit und Preis den Ausschlag geben.
Kauf es, wenn du ein solides Allroundteleskop für Planeten und Deep Sky suchst. Kauf es nicht, wenn du hauptsächlich Deep-Sky-Fotografie betreiben willst.
Alternativen im Vergleich
In der Preisklasse des Celestron N 130/650 Astromaster EQ gibt es einige naheliegende Alternativen, die jeweils andere Schwerpunkte setzen.
| Modell | Öffnung | Bauart | Preis | Stärke |
|---|---|---|---|---|
| Celestron N 130/650 Astromaster EQ | 130 mm | Newton | 309 Euro | Testkandidat |
| Omegon N 126/920 EQ-3 | 126 mm | Newton | 299 Euro | Alternative |
| Omegon ProNewton N 203/1000 | 203 mm | Newton | 359 Euro | mehr Öffnung |
| Skywatcher N 114/500 Skyhawk-1145PS AZ-Pronto | 114 mm | Newton | 255 Euro | Alternative |
Das Omegon N 126/920 EQ-3 liegt preislich ähnlich und setzt andere Schwerpunkte. Ein genauer Vergleich lohnt sich, wenn du zwischen beiden schwankst.
Das Omegon ProNewton N 203/1000 liegt preislich ähnlich und setzt andere Schwerpunkte. Ein genauer Vergleich lohnt sich, wenn du zwischen beiden schwankst.
Preis-Leistungs-Bewertung
Für 309 Euro bekommst du ein gut ausgestattetes Teleskop mit 130mm Öffnung. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Für deutlich mehr Leistung musst du auch deutlich mehr investieren.
Günstiger bekommst du weniger Öffnung oder schlechtere Montierung. Für mehr Geld bekommst du größere Öffnung oder eine bessere Montierung. Das Astromaster sitzt preislich im Sweet Spot seiner Klasse.
Stärken und Schwächen
Das Celestron N 130/650 Astromaster EQ überzeugt vor allem bei der optischen Leistung, zeigt aber auch klare Grenzen beim mitgelieferten Zubehör.
Stärken:
- Solide 130mm Öffnung mit gutem Lichtsammelvermögen
- Bewährte Qualität von Celestron
- Standard-Okularanschluss kompatibel mit großem Zubehörmarkt
Schwächen:
- Keine GoTo-Steuerung, manuelle Objektsuche erforderlich
- Mitgelieferte Okulare sind Standardqualität und laden zum Upgrade ein
Mein Fazit zum Celestron N 130/650 Astromaster EQ
Das Celestron N 130/650 Astromaster EQ ist ein ehrliches Teleskop, das seine Stärken klar ausspielt. Die 130mm Öffnung bietet einen guten Einstieg. Wer die Grenzen kennt, wird lange Freude daran haben.
Meine Empfehlung: Zugreifen, wenn ein Newton mit 130mm Öffnung zu deinen Anforderungen passt. Der Sternenhimmel wartet.
Häufige Fragen zum Celestron N 130/650 Astromaster EQ
Die häufigsten Fragen, die ich zum Astromaster bekomme, drehen sich um Eignung, Zubehör und Beobachtungsmöglichkeiten. Hier die Antworten.
Lohnt sich das Astromaster für Einsteiger?
Das Astromaster eignet sich gut für Einsteiger. Für den Preis bekommst du einen soliden Einstieg in die Astronomie mit 130mm Öffnung. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase lässt es sich schnell einsetzen. Mehr dazu findest du in meinen Abschnitten zur Benutzerfreundlichkeit und unter Für wen ist das Astromaster?.
Was kann ich mit dem Astromaster beobachten?
Mit 130mm Öffnung liefert das Astromaster detaillierte Planetenansichten und zahlreiche Deep-Sky-Objekte. Jupiter zeigt Wolkenbänder und den Großen Roten Fleck bei gutem Seeing, Saturn die Cassini-Teilung. Deep-Sky-Objekte wie der Orionnebel zeigen Strukturdetails, Kugelsternhaufen werden aufgelöst. Die Details findest du in meinem Abschnitt zur optischen Leistung.
Welches Zubehör sollte ich zum Astromaster dazukaufen?
Die mitgelieferten Okulare sind ein Startpunkt, werden aber schnell zum Flaschenhals. Ein 6mm Okular für höhere Vergrößerungen an Planeten und ein Mondfilter ND 0.9 gegen Blendung am Vollmond sind die wichtigsten Ergänzungen. Wer tiefer einsteigen will, ergänzt ein 6mm Okular für die maximale sinnvolle Vergrößerung. Alle Empfehlungen mit Preisen findest du in meiner Zubehörtabelle.
Wo kann ich das Astromaster am günstigsten kaufen?
Das Astromaster kostet aktuell 309 Euro bei astroshop.de. Astroshop bietet Fachberatung, schnellen Versand und ein Einsteiger-Handbuch als Beilage. Die Preise für Teleskope schwanken zwischen den Fachhändlern erfahrungsgemäß wenig. Mehr zur Preiseinordnung findest du im Abschnitt zur Preis-Leistungs-Bewertung.
Lässt sich das Astromaster motorisieren?
Bei vielen Montierungen dieser Klasse lässt sich optional ein Nachführmotor nachrüsten, der die Erdrotation ausgleicht. Das ist besonders bei höheren Vergrößerungen angenehm, weil Objekte nicht mehr aus dem Gesichtsfeld wandern. Für eine vollständige GoTo-Nachrüstung muss die Montierung kompatibel sein. Prüfe vor dem Kauf, ob der Hersteller passende Motorsets für deine Montierung anbietet.
Ist das Astromaster auch für Naturbeobachtung geeignet?
Mit einem passenden Zenitspiegel oder Amici-Prisma liefert das Teleskop ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild, das sich für Naturbeobachtung eignet. Vögel, Landschaften und weit entfernte Objekte lassen sich damit beobachten. Beachte aber, dass ein Teleskop kein Ersatz für ein dediziertes Spektiv ist. Die Vergrößerung ist höher und das Gesichtsfeld enger als bei einem typischen Spektiv. Für gelegentliche Naturbeobachtung tagsüber funktioniert es aber gut.