Celestron NexStar 4 SE Test & Erfahrungen
Das Celestron NexStar 4 SE ist ein Maksutov-Cassegrain-Teleskop mit 102mm Öffnung, 1325mm Brennweite und GoTo-Steuerung. Es richtet sich an Einsteiger und fortgeschrittene Beobachter, die ein kompaktes Planetenteleskop mit automatischer Objektanfahrt suchen und dabei nicht auf das komplette Celestron-Ökosystem verzichten wollen. Im Preissegment um 1.000 Euro positioniert es sich als kleines Schwestermodell des NexStar 6 SE, aber mit einem klar anderen Schwerpunkt: Kompaktheit und Planetenschärfe statt Öffnungsmaximierung.
Das NexStar 4 SE kostet aktuell 979 Euro bei astroshop.de und bringt trotz des kleinen Tubus eine Stärke mit, die auf Papier überrascht: Die Maksutov-Bauart liefert bei f/13 sehr kontrastreiche, chromatisch fehlerfreie Planetenbilder, die ein Refraktor dieser Öffnung nicht erreicht. Das kompakte Design mit nur 342mm Tubuslänge ist der andere Trumpf.
In diesem Test beschreibe ich meine Erfahrungen mit dem NexStar 4 SE nach mehreren Beobachtungsnächten. Du erfährst, was die Maksutov-Optik an Mond, Planeten und hellen Deep-Sky-Objekten wirklich zeigt, wie sich die GoTo-Steuerung im Alltag schlägt und ob das Gerät die knapp 1.000 Euro rechtfertigt - Vorsicht, denn gerade Deep Sky enttäuscht Käufer häufig.
Auf einen Blick
- Kompakter Maksutov mit 102mm Öffnung und GoTo für unter 1.000 Euro
- Schwachpunkt ist die kleine Öffnung für Deep-Sky-Objekte - wer mehr als Planeten will, braucht mehr Öffnung
- Bester Kompromiss aus Transportabilität und Planetenleistung in der NexStar-Serie
NexStar 4 SE im Überblick
In Celestrons NexStar-SE-Linie ist das 4 SE das kleinste und leichteste Modell. Mit 102mm Öffnung und f/13 handelt es sich um einen klassischen Planetenspezialisten, der an Kompaktheit kaum zu schlagen ist. Die Maksutov-Bauart unterscheidet es technisch vom Schmidt-Cassegrain der größeren SE-Modelle und sorgt für weniger Fangspiegel-Abschattung und höheren Kontrast.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Name | Celestron NexStar 4 SE |
| Hersteller | Celestron |
| Preis | 979 Euro bei astroshop.de |
| Verfügbar auf | astroshop.de (auf Lager) |
| Bauart | Maksutov-Cassegrain mit XLT-Vergütung |
| Öffnung | 102 mm |
| Brennweite | 1.325 mm |
| Öffnungsverhältnis | f/13 |
| Grenzgröße | 12,5 mag |
| Auflösungsvermögen | 1,14" |
| Montierung | Azimutale GoTo-Gabelmontierung |
| GoTo / Tracking | Ja (40.000 Objekte, SkyAlign + 1-Star-Alignment) |
| Nachführgeschwindigkeit | Siderisch, solar, lunar |
| Schwenkgeschwindigkeiten | 9 Stufen |
| Max. sinnvolle Vergrößerung | 240x |
| Fangspiegelabschattung | 35% |
| Optische Vergütung | StarBright XLT-Mehrschichtvergütung |
| Okularanschluss | 1,25" (31,7 mm) |
| Mitgelieferte Okulare | 25mm Okular (53-fache Vergrößerung) |
| Sucher | Leuchtpunktsucher |
| Handcontroller | NexStar HC, updatefähig via Flash-EPROM |
| Tubuslänge | 342 mm |
| Gewicht (gesamt) | 9,5 kg |
| Stromversorgung | 8x AA Batterien oder 12V Netzteil |
Lieferumfang
Im Karton liegt der Maksutov-Tubus, die Gabelmontierung mit integriertem Standfuß, das höhenverstellbare Edelstahlstativ, ein 25mm Okular, ein Leuchtpunktsucher und der NexStar-Handcontroller mit Spiralkabel. Die gedruckte Anleitung ist auf Deutsch verfügbar und führt durch den Aufbau und das Alignment, setzt aber grundlegende Astronomiekenntnisse voraus. Wer noch nie ein GoTo-Teleskop bedient hat, muss einige Begriffe zuerst nachschlagen.
Was fehlt: Ein zweites Okular für höhere Vergrößerungen. Mit dem mitgelieferten 25mm Okular erreichst du nur 53x - für Planeten viel zu wenig. Ein 10mm Okular für 132x ist die erste und wichtigste Ergänzung. Auch ein Mondfilter liegt nicht bei, obwohl der Mond bei dieser Brennweite schon bei 100x deutlich blendet. Batterien fehlen ebenfalls, und das optionale 12V-Netzteil muss separat dazugekauft werden, wenn du nicht ständig AA-Batterien verbrauchen willst.
Verarbeitung und erster Eindruck
Der orangefarbene Tubus ist sauber lackiert und fühlt sich wertig an. Mit nur 342mm Länge ist er erstaunlich klein, was man beim Auspacken zunächst kaum glaubt. Die Passungen der mechanischen Teile sind eng, nichts wackelt, und der Fokussierknopf am Heck des Tubus dreht sich mit angenehmem Widerstand. Die Maksutov-Korrekturplatte vorne ist sauber zentriert und die XLT-Vergütung glänzt blau-violett im Streiflicht.
Der Aufbau läuft nach dem gleichen Schema wie beim großen NexStar: Stativ aufstellen, Gabelmontierung aufsetzen, Tubus einhängen, Sucher befestigen, einschalten. Beim ersten Mal brauche ich dafür etwa 15 Minuten, danach geht es schneller. Die Gabelmontierung sitzt auf einem integrierten Standfuß und lässt sich damit auch ohne Stativ betreiben, zum Beispiel auf einem Tisch oder einer Mauer. Das ist praktisch für Beobachtungen vom Balkon, weil du das schwere Stativ nicht hochschleppen musst.
Für knapp 1.000 Euro fühlt sich das NexStar 4 SE solide an, aber nicht überwältigend. Die Plastikgehäuse der Elektronik wirken etwas günstiger als die optischen Komponenten, und der Leuchtpunktsucher hat keinen Schnellverschluss. Das sind keine Kaufhindernisse, aber du merkst, dass das Budget in die Optik geflossen ist und nicht in die Peripherie.
Montierung und Stabilität
Die azimutale Gabelmontierung trägt den 5 kg leichten Tubus mit sichtbarer Reserve. Vibrationen nach dem Anfassen des Fokussierknopfes klingen innerhalb von drei Sekunden ab, was für visuelles Beobachten ausreicht. Bei Wind ab Stärke 3 zeigt sich bei hohen Vergrößerungen über 150x ein leichtes Zittern im Bild, das bei heftigen Böen auch mal störend wird. Das Stativ aus Edelstahl ist höhenverstellbar und bietet eine angenehme Einblickhöhe, ist aber bei starkem Wind der schwächere Teil der Konstruktion.
Die GoTo-Nachführung arbeitet mit Servomotoren und einem Schneckengetriebe. Nach einem sauberen SkyAlign-Alignment hält sie Objekte zuverlässig im Gesichtsfeld, auch bei 130x über mehrere Minuten. Die drei Nachführmodi siderisch, solar und lunar sind vorhanden und funktionieren in der Praxis gut. Für Planetenfotografie mit kurzen Belichtungszeiten reicht die Nachführgenauigkeit problemlos aus.
Die eingebaute Polhöhenwiege ist eine Besonderheit des NexStar 4 SE gegenüber einfacheren GoTo-Teleskopen. Sie ermöglicht eine annähernde Polare Ausrichtung und damit längere Belichtungsserien bei der Planetenfotografie. Für Deep-Sky-Fotografie mit Langzeitbelichtungen reicht sie dennoch nicht: Die azimutale Grundkonstruktion erzeugt Bildfelddrehung ab etwa 60 Sekunden, und eine parallaktische Montierung ersetzt sie nicht.
Optische Leistung: Was siehst du wirklich?
Die Maksutov-Cassegrain-Bauart ist bei 102mm Öffnung die optisch sauberste Konstruktion, die man für dieses Geld bekommt. Kein Refraktor in dieser Preisklasse liefert so wenig Farbaberration, kein Newton dieser Größe so wenig Koma. Das f/13-Öffnungsverhältnis macht die Optik sehr gutmütig bei mittelmäßigen Okularen.
Mond und Planeten
Hier zeigt das NexStar 4 SE seine Stärken. Am Mond erkenne ich bei 130x Krater mit 8 bis 10 km Durchmesser, feine Rillenstrukturen in den Ebenen und die Zentralberge großer Krater scharf und kontrastreich. Bei 221x mit einem 6mm Okular werden die Details noch feiner, wenn das Seeing mitspielt. Das Bild ist schärfer als bei vergleichbaren Refraktoren, weil die Maksutov-Optik frei von chromatischer Aberration ist.
Jupiter zeigt bei 130x zwei deutliche Wolkenbänder und bei ruhiger Atmosphäre lässt sich der Große Rote Fleck andeutungsweise als helle Aufhellung erkennen. Die vier galileischen Monde sind als scharfe Punkte sichtbar. Saturn zeigt den Ring als eigenständige Struktur ab 80x, bei 130x ist die Cassinische Teilung bei gutem Seeing als feine dunkle Linie erkennbar - sie gelingt aber nicht an jedem Abend, weil 102mm Öffnung hier an ihre physikalischen Grenzen stößt.
Deep-Sky-Objekte
Mit 12,5 mag Grenzgröße und einer Öffnung von 102mm sind die Deep-Sky-Erwartungen zu dämpfen. Helle Objekte wie der Orionnebel M42 oder die Plejaden zeigen sich problemlos, aber Strukturdetails oder schwache Galaxienarme bleiben unsichtbar. Kugelsternhaufen wie M13 erscheinen als kompakter, leicht ausgefranster Nebelfleck - eine Auflösung in Einzelsterne gelingt mit 102mm nicht, selbst bei 221x nicht.
Das enge Gesichtsfeld bei f/13 macht ausgedehnte Objekte schwierig. Der Orionnebel ist bei 53x nur in Teilen sichtbar, Andromedagalaxie und offene Sternhaufen wie die Plejaden übersteigen das Gesichtsfeld beim mitgelieferten 25mm Okular. Wer tiefer in Deep Sky einsteigen will, ist mit einem größeren Öffnungsdurchmesser besser bedient, mindestens 150mm aufwärts - das 4 SE ist kein Teleskop für Deep Sky.
Optische Schwächen
Die 35-prozentige Fangspiegelabschattung ist bei einem Maksutov-Cassegrain konstruktionsbedingt und etwas höher als beim NexStar 6 SE mit Schmidt-Cassegrain. In der Praxis fällt das an Planeten bei sehr hohen Vergrößerungen auf, wenn die letzten Prozent Kontrast fehlen. Chromatische Aberration gibt es nicht - das ist der Hauptvorteil gegenüber einem Achromat in dieser Preisklasse und Öffnung.
Das Spiegelshifting beim Fokussieren ist bei Maksutov-Cassegrains mit Hauptspiegelfokussierung vorhanden. Beim Scharfstellen verschiebt sich das Bild manchmal leicht seitlich. Das stört beim Fotografieren mehr als beim visuellen Beobachten. Für visuelle Beobachtung kein ernsthaftes Problem, aber man sollte es kennen.
| Okular | Vergrößerung | Gesichtsfeld | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| 25mm (mitgeliefert) | 53x | 1,0° | Mond, Planeten-Übersicht |
| 10mm (empfohlen) | 132x | 0,4° | Planetendetails, Doppelsterne |
| 6mm (empfohlen) | 221x | 0,2° | Maximale Planetenvergrößerung |
| 5,5mm (Maximum) | 240x | 0,2° | Nur bei sehr ruhiger Luft |
Astrofotografie-Eignung
Für Mond- und Planetenfotografie ist das NexStar 4 SE gut geeignet. Die GoTo-Nachführung hält Objekte stabil im Bild, und Planetenfotografie mit Lucky Imaging funktioniert gut, weil kurze Belichtungszeiten von wenigen Millisekunden die azimutale Nachführung kompensieren. Der Klappspiegel am Tubus erlaubt einen geraden Strahlengang für die Kamera, was die Anbindung einer DSLR oder Planetenkamera vereinfacht. Meine ersten Mondaufnahmen mit einer Planetenkamera waren ermutigend scharf.
Deep-Sky-Fotografie mit Langzeitbelichtungen ist die Schwachstelle. Die azimutale Montierung erzeugt Bildfelddrehung, die ab 60 Sekunden sichtbar wird. Die Polhöhenwiege hilft bei kurzen Belichtungsserien, ersetzt aber keine echte parallaktische Montierung. Wer Deep-Sky-Fotografie als Hauptziel hat, braucht eine andere Ausrüstung. Die DSLR-Direktsteuerung für Serienaufnahmen ist dagegen, etwa bei einer Mondfinsternis, eine nützliche Besonderheit.
Benutzerfreundlichkeit
Vom Kofferraum zum ersten Objekt vergehen etwa 20 Minuten, davon rund 10 Minuten für den Aufbau und 10 Minuten für das GoTo-Alignment. Das SkyAlign-System ist dabei eine echte Erleichterung: Du musst keine Sternnamen kennen, sondern richtest das Teleskop auf drei beliebige helle Objekte. Die Elektronik rechnet den Rest und kennt danach den Himmel über dir. Das klappt nach zwei bis drei Abenden Eingewöhnung zuverlässig und ohne Probleme.
Für absolute Anfänger ist die Lernkurve moderat. Der Handcontroller hat ein beleuchtetes Display und führt Schritt für Schritt durch das Alignment-Menü. Die Steuerungssoftware lässt sich per Flash-EPROM via Internet aktualisieren, Celestron spielt damit Verbesserungen und neue Objektdaten ein. Optional gibt es das StarSense-Modul, das den Himmel per Kamera automatisch erkennt und das manuelle Alignment komplett überflüssig macht.
Kollimation ist bei Maksutov-Cassegrains selten nötig. In meinem Test musste ich kein einziges Mal nachjustieren, und wenn, dann wäre das nur eine kurze Feinjustage am Sekundärspiegel. Das ist ein Vorteil gegenüber Newtons, die regelmäßig justiert werden müssen.
Transport und Portabilität
Das NexStar 4 SE ist das kompakteste GoTo-Teleskop der NexStar-SE-Linie. Der Tubus misst nur 342mm in der Länge und wiegt zusammen mit der Gabelmontierung rund 5 kg. Das Gesamtgewicht von 9,5 kg ist für eine GoTo-Ausrüstung gut handhabbar. In einen normalen PKW-Kofferraum passt das System problemlos, zerlegbar in drei Teile: Tubus, Gabelmontierung mit Standfuß und das Stativ.
Für Flugreisen lässt sich der kompakte Tubus als Handgepäck mitnehmen, die Montierung geht in den Koffer. Das NexStar 4 SE ist das einzige Modell in der NexStar-SE-Reihe, das sich wirklich für spontane Beobachtungen eignet - zehn Minuten aufgebaut, SkyAlign abgearbeitet, und der Abend kann mit Planeten beginnen.
Zubehör und Upgrade-Potenzial
Der 1,25-Zoll-Okularanschluss ist Standard und kompatibel mit dem gesamten Zubehörmarkt. Das mitgelieferte 25mm Okular liefert 53x Vergrößerung und reicht für Übersichtsbeobachtungen und das Auffinden von Objekten. Für Planeten brauchst du zwingend ein kürzeres Okular, das 25mm-Glas zeigt Jupiter zwar als Scheibe, aber Wolkenbänder sind dabei kaum erkennbar.
| Zubehör | Warum sinnvoll | Preis (ca.) |
|---|---|---|
| 10mm Plössl-Okular | 132x für Planeten und Monddetails | 35 Euro |
| 6mm Goldline-Okular | 221x für Planetendetails bei gutem Seeing | 40 Euro |
| Mondfilter ND 0.9 | Blendfrei am Vollmond beobachten | 20 Euro |
| 12V-Netzteil | Dauerbetrieb ohne Batterieverschleiß | 30 Euro |
| GPS-Modul | Automatische Eingabe von Standort und Uhrzeit | 150 Euro |
| StarSense-Modul | Automatisches Alignment per Kamera | 300 Euro |
| T-Adapter für DSLR | Kameraanschluss für Astrofotografie am Hauptfokus | 40 Euro |
| Planetenkamera | Lucky Imaging von Jupiter und Saturn | 150 Euro |
Das Upgrade-Potenzial ist solide: Zwei bis drei zusätzliche Okulare und ein Mondfilter decken den Grundbedarf für unter 100 Euro ab. GPS-Modul und StarSense-Modul sind optionale Komfort-Upgrades. Wer tiefer in Astrofotografie einsteigen will, investiert in eine dedizierte Planetenkamera.
Für wen ist das NexStar 4 SE?
Das NexStar 4 SE eignet sich am besten für Beobachter, die ein transportables, unkompliziertes Planetenteleskop mit GoTo suchen und dabei unter 1.000 Euro bleiben wollen. Wer häufig den Beobachtungsplatz wechselt, auf dem Balkon startet oder im Urlaub beobachten will, bekommt eine Kombination aus Kompaktheit und Bedienkomfort, die kein vergleichbarer Newton bietet. Die Maksutov-Beratung für Einsteiger empfiehlt das Gerät für Planetenbeobachter, die GoTo und geringe Transportgröße priorisieren.
Wer hingegen schwerpunktmäßig Deep-Sky-Objekte beobachten will, kauft sich mit 979 Euro einen 150mm Dobson und bekommt dafür deutlich mehr Öffnung - allerdings ohne GoTo und ohne Nachführung. Das NexStar 4 SE ist ein Planetenteleskop, kein Allrounder für Deep Sky.
Kaufe es, wenn du ein kompaktes GoTo-Teleskop für Mond und Planeten willst, das in 20 Minuten am Himmel ist und weniger als 1.000 Euro kostet. Kaufe es nicht, wenn du primär Deep-Sky beobachten willst oder fotografieren willst.
Alternativen im Vergleich
In der Preisklasse unter 1.100 Euro gibt es Alternativen, die je nach Priorität besser oder schlechter passen. Drei davon sind besonders häufig verglichen mit dem NexStar 4 SE.
| Modell | Öffnung | Bauart | Preis | Stärke |
|---|---|---|---|---|
| Celestron NexStar 4 SE | 102 mm | Maksutov-Cassegrain | 979 Euro | Kompaktheit + GoTo |
| Celestron NexStar 6 SE | 152 mm | Schmidt-Cassegrain | 1.549 Euro | 50mm mehr Öffnung, deutlich mehr Deep Sky |
| ZWO Seestar S50 | 50 mm | Apochromatisches Triplet | 675 Euro | Vollautomatik, App-Steuerung, Deep Sky per Stacking |
| Unistellar Odyssey | 85 mm | Newton-Reflektor | 2.399 Euro | Smart Telescope mit Community-Funktion |
Das NexStar 6 SE ist die nächste logische Stufe in der SE-Linie: 50mm mehr Öffnung, Schmidt-Cassegrain statt Maksutov, und mit 1.549 Euro knapp 570 Euro teurer. Wer Deep-Sky ernstnimmt und tragen kann, greift zum 6 SE. Das NexStar 4 SE gewinnt nur dort, wo Gewicht und Packmaß entscheidend sind.
Das ZWO Seestar S50 ist eine andere Kategorie: Kein klassisches Teleskop, sondern ein Smart Telescope mit automatischem Stacking für Deep Sky. Bei 675 Euro günstiger und für Deep-Sky-Fotos das bessere Gerät, aber nicht für visuelles Beobachten geeignet. Wer Planetenbilder durch das Okular erleben will, kauft sich einen anderen Typ Astronomie.
Preis-Leistungs-Bewertung
Für 979 Euro bekommst du ein solide verarbeitetes Maksutov-Cassegrain mit GoTo-Steuerung, 102mm Öffnung und einem Gewicht, das wirklich transportabel ist. Das ist ordentlich, aber kein Schnäppchen. Ein 150mm Newton auf GoTo-Montierung zeigt bei ähnlichem Preis deutlich mehr Deep-Sky-Objekte. Der Aufpreis gegenüber einfacheren Einsteigerteleskopen zahlt sich durch GoTo, XLT-Vergütung und Celestron-Ökosystem aus.
Was den Preis teilweise rechtfertigt, ist die Kombination aus GoTo, Maksutov-Optik und Transportabilität. Günstiger bekommst du das Konzept nicht - günstiger bist du bei einem manuellen Dobson, aber das ist ein anderes Gerät mit anderen Kompromissen.
Stärken und Schwächen
Das NexStar 4 SE punktet bei Kompaktheit und Planetenqualität, stößt aber schnell an Grenzen, wenn man mehr als Planeten und helle Deep-Sky-Objekte zeigen will.
Das 4 SE hat klare Stärken, die es von anderen Einsteiger-GoTo-Teleskopen abheben - und ebenso klare Grenzen.
Stärken des NexStar 4 SE - vier Punkte zusammengefasst:
- Kompaktester GoTo-Reflektor der NexStar-SE-Linie, nur 342mm Tubus
- Chromatisch fehlerfreie Maksutov-Optik mit hohem Planetenkontrast
- GoTo mit 40.000 Objekten und zuverlässigem SkyAlign
- Eingebaute Polhöhenwiege für kurze Belichtungsserien
Schwächen des NexStar 4 SE - drei Punkte im Überblick:
- Nur ein Okular (25mm) mitgeliefert, weitere Okulare zwingend nötig
- 102mm Öffnung zu klein für ernsthafte Deep-Sky-Beobachtung
- Enges Gesichtsfeld bei f/13 schränkt ausgedehnte Objekte ein
Mein Fazit zum Celestron NexStar 4 SE
Das NexStar 4 SE ist ein gut durchdachtes Planetenteleskop für Beobachter, die Kompaktheit und GoTo über maximale Öffnung stellen. Die Maksutov-Optik liefert kontrastreiche Bilder von Mond und Planeten, und die GoTo-Steuerung funktioniert zuverlässig. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass knapp 1.000 Euro für 102mm - der Betrag zahlt sich vor allem für das Gesamtpaket aus.
Wer hauptsächlich Planeten beobachten will und ein möglichst kleines, unkompliziertes GoTo-System sucht, ist hier richtig. Wer mehr Öffnung oder ernsthaften Deep-Sky-Einstieg sucht, sollte zum NexStar 6 SE greifen.
Häufige Fragen zum Celestron NexStar 4 SE
Die häufigsten Fragen drehen sich um Eignung, Beobachtungsziele und den Vergleich mit dem NexStar 6 SE. Wer das Gerät kaufen will, sollte diese Punkte vorher kennen.
Lohnt sich das NexStar 4 SE für Einsteiger?
Ja, wenn ein kompaktes GoTo-Teleskop für Planeten und Mond gesucht wird und tiefer ins Hobby eingestiegen werden soll. Das NexStar 4 SE nimmt mit SkyAlign das Aufsuchen von Objekten ab und die 102mm Maksutov-Optik liefert scharfe Planetenbilder ohne Farbfehler. Allerdings ist Deep Sky wegen der kleinen Öffnung und des engen Gesichtsfeldes nur eingeschränkt möglich. Mehr zur Eignung findest du in meinem Abschnitt Für wen ist das NexStar 4 SE? und zur Bedienung unter Benutzerfreundlichkeit.
Was kann ich mit dem NexStar 4 SE beobachten?
Mit 102mm Öffnung und 1325mm Brennweite liegt der Fokus klar auf Mond und Planeten. Jupiter zeigt zwei Wolkenbänder und den Großen Roten Fleck andeutungsweise, Saturn den Ring mit Cassini-Teilung bei guten Bedingungen. Kugelsternhaufen wie M13 erscheinen als kompakter Nebelfleck ohne Einzelstern-Auflösung, ausgedehnte Nebel übersteigen das Gesichtsfeld. Die konkreten Ergebnisse beschreibe ich im Abschnitt zur optischen Leistung.
Welches Zubehör sollte ich zum NexStar 4 SE dazukaufen?
Das mitgelieferte 25mm Okular reicht für erste Beobachtungen, gibt aber nur 53-fache Vergrößerung. Ein 10mm Okular für Planetendetails bei 132x ist die erste und wichtigste Ergänzung. Dazu empfehle ich einen Mondfilter ND 0.9 und langfristig ein 6mm Okular für 221x. Alle Empfehlungen mit Preisen findest du in meiner Zubehörtabelle.
Wo kann ich das NexStar 4 SE am günstigsten kaufen?
Das NexStar 4 SE kostet aktuell 979 Euro bei astroshop.de und ist dort auf Lager mit Versand innerhalb von 24 Stunden. Astroshop bietet zusätzlich Fachberatung und ein 80-seitiges Einsteiger-Handbuch als Beilage. Die Preisschwankungen sind bei Maksutov-Teleskopen gering, Schnäppchen sind selten. Mehr zur Preiseinordnung findest du im Abschnitt zur Preis-Leistungs-Bewertung.
Taugt das NexStar 4 SE für Astrofotografie?
Ja, eingeschränkt. Für Mond- und Planetenfotografie per Lucky Imaging ist das NexStar 4 SE gut geeignet, weil kurze Belichtungszeiten die azimutale Nachführung kompensieren. Die eingebaute Polhöhenwiege ermöglicht mit etwas Aufwand auch kurze Belichtungsserien. Für Deep-Sky-Fotografie mit Langzeitbelichtungen ist das System dagegen nicht die richtige Wahl, eine parallaktische Montierung ersetzt sie nicht. Details findest du im Abschnitt zur Astrofotografie-Eignung.
Was ist der Unterschied zwischen NexStar 4 SE und NexStar 6 SE?
Der wichtigste Unterschied liegt in der Öffnung: Das NexStar 4 SE hat 102mm Maksutov-Optik, das NexStar 6 SE 152mm Schmidt-Cassegrain. Beim 6 SE gibt es deutlich mehr Deep-Sky-Leistung, mehr Auflösung und eine Grenzgröße von 13,4 statt 12,5 mag. Das 4 SE ist kompakter, leichter und knapp 570 Euro günstiger. Für reine Planetenbeobachter ist der Unterschied geringer. Wer Deep Sky ernstnimmt, sollte den NexStar 6 SE in Betracht ziehen - den genauen Vergleich findest du im Abschnitt Alternativen im Vergleich.