Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 Test & Erfahrungen

Das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 ist ein Schmidt-Platte Astrograph mit vierlinsigem Korrektor mit 203mm Öffnung und keiner Montierung im OTA, der sich an Fortgeschrittene, Profis richtet. In der Preisklasse um 2449 Euro ist es ein spezialisiertes Gerät mit Fokus auf eine Kombination aus guter Optik und bewährter Mechanik.

Das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 kostet aktuell 2.449,00 Euro bei astroshop.de und bringt mit 203mm Öffnung und einem Öffnungsverhältnis von f/2.0 eine beachtliche Lichtsammelleistung mit. Das schnelle Öffnungsverhältnis erlaubt kurze Belichtungszeiten in der Astrofotografie.

3,3
Ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis
Alle Details

In diesem Test beschreibe ich meine Einschätzung zum Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8. Du erfährst, was die Optik bei Deep-Sky-Aufnahmen wirklich leistet und warum sie für Mond und Planeten die falsche Wahl ist, wo die Montierung ihre Grenzen hat und ob sich der Preis von 2.449,00 Euro lohnt.

Auf einen Blick

  • Schmidt-Platte Astrograph mit vierlinsigem Korrektor mit 203mm Öffnung und f/2.0 in der Preisklasse um 2449 Euro
  • Schwachpunkt ist das knappe mitgelieferte Zubehör - eine Astrokamera musst du separat kaufen
  • Optimiert für Astrofotografie mit schnellem Öffnungsverhältnis in seiner Klasse

Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 im Überblick

In Celestrons Produktpalette besetzt das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 die gehobene Klasse. Mit 203mm Öffnung bei f/2.0 ist es ein ernsthaftes Instrument für anspruchsvolle Astrofotografen, das für die Astrofotografie optimiert ist.

Technische Daten: Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8
EigenschaftWert
NameCelestron Astrograph S 203/400 RASA 8
HerstellerCelestron
Preis2.449,00 Euro bei astroshop.de
Verfügbar aufastroshop.de (kurzfristig)
BauartSchmidt-Platte Astrograph mit vierlinsigem Korrektor
Öffnung203 mm
Brennweite400 mm
Öffnungsverhältnisf/2.0
Montierungkeine Montierung im OTA
GoTo / TrackingNein
Nutzbares Bildfeld32 mm
Okularanschlussnicht relevant (Direkt-Kamera-Fokus)
Mitgelieferte Okularekeine (kein Okularanschluss vorhanden)
Tubuslänge628 mm
Gewicht (gesamt)7,7 kg (17 Pfund)

Als spezialisierter Astrograph bedient das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 eine Nische. Die 203mm Öffnung bietet um 2449 Euro ein faires Verhältnis von Lichtsammelleistung zu Preis.

Lieferumfang

Im Karton liegen optischer Tubus, ohne Okulare. Dazu kommen Montierung und Stativ.

Was fehlt und dazugekauft werden muss: Eine Astrokamera ist Pflicht, da keine im Lieferumfang enthalten ist. Ohne Kamera lässt sich die Optik nicht nutzen. Für die Nachführung brauchst du zwingend eine geeignete Montierung mit Motorantrieb.

Eine Astrokamera fehlt im Lieferumfang komplett und muss separat angeschafft werden, denn ohne Kamera lässt sich die Optik gar nicht nutzen. Die Anleitung ist brauchbar, setzt aber astronomische Grundbegriffe voraus, die absolute Neulinge erst nachschlagen müssen.

Verarbeitung und erster Eindruck

Beim Auspacken fällt die solide Verarbeitung auf. Das Aluminium ist sauber verarbeitet, die Fertigungstoleranzen sind eng. Im Vergleich zu günstigen Alternativen wirkt das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 deutlich hochwertiger.

Der Aufbau dauert etwa 10 bis 15 Minuten beim ersten Mal, danach geht es schneller. Stativ aufstellen, Montierung aufsetzen, Tubus montieren, Sucher ausrichten. Mit minimalem Werkzeug ist das System einsatzbereit.

Mein erster Eindruck: Für die Preisklasse um 2449 Euro erwarte ich Premium-Qualität, und genau das liefert Celestron hier ab. Die CNC-gefrästen Aluminiumteile sprechen für Langlebigkeit.

Montierung und Stabilität

Die keine Montierung im OTA ist für den Tubus des Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 ausreichend, aber ohne große Reserven. Vibrationen nach dem Berühren des Tubus klingen innerhalb von zwei bis drei Sekunden ab. Für die Preisklasse ist das akzeptabel.

Die Nachführung geschieht manuell durch Nachschieben des Tubus. Bei kurzen Belichtungszeiten bleibt ein Objekt länger nutzbar im Bildfeld, was das Nachführen vereinfacht. Bei langen Einzelbelichtungen musst du häufiger korrigieren.

Auf unebenem Boden hilft eine Nivellierhilfe für die korrekte Ausrichtung.

Optische Leistung: Was siehst du wirklich?

Die 203mm Öffnung mit f/2.0 sammelt 841-mal mehr Licht als das bloße Auge. Das reicht für detailreiche Deep-Sky-Aufnahmen, für Planeten ist die Brennweite dagegen zu kurz.

Mond und Planeten

Durchs Okular siehst du hier nichts: Die Optik hat keinen Okularanschluss und bildet ausschließlich auf dem Kamerasensor ab. Für Mondaufnahmen mit erkennbaren Kraterdetails ist die 400 mm Brennweite zudem zu kurz - der Mond passt komplett ins Bildfeld, zeigt sich dabei aber als kleine Scheibe ohne die feine Struktur, die erst bei deutlich längerer Brennweite sichtbar wird.

Für Planeten gilt das Problem in verschärfter Form: Jupiter, Saturn und Mars brauchen für Details eine lange Brennweite, oft zusätzlich verstärkt durch eine Barlow-Linse. Bei 400 mm Brennweite und f/2.0 bleiben Planeten auf dem Sensor winzige Lichtpunkte, ohne erkennbare Wolkenbänder, Ringstruktur oder Oberflächendetails. Das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 ist für Weitfeldziele gebaut, nicht für Planetenfotografie.

Deep-Sky-Objekte

Mit 203mm Öffnung und f/2.0 fängt der Astrograph den Orionnebel M42 mit ausgedehnten Nebelstrukturen und dem Trapez-Sternhaufen im Zentrum ein. Kugelsternhaufen wie M13 lassen sich bis in die Randbereiche in Einzelsterne auflösen. Galaxien wie M81 und M82 sind auf Aufnahmen als ovale Formstrukturen sichtbar.

Unter Lichtverschmutzung bleiben dir die hellsten Objekte wie der Orionnebel, die Plejaden und die Andromeda-Galaxie erhalten. Für die besten Ergebnisse lohnt sich die Fahrt an einen dunklen Beobachtungsplatz.

Optische Schwächen

Optische Schwächen beschränken sich beim Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 auf die bauartbedingten Grenzen. Bei sehr langen Einzelbelichtungen zeigen sich die üblichen Limitierungen der Öffnungsklasse. Im Alltag stört das selten.

Sensor-Kompatibilität und Belichtungszeiten: Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8
SensorformatBildkreisEignungBelichtungszeit (Beispiel)
APS-C (22mm)voll ausgeleuchtetoptimal30 Sekunden
Micro Four Thirds (17mm)voll ausgeleuchtetsehr gut20 Sekunden
Vollformat (43mm)Randvignettierungeingeschränkt60 Sekunden
Dedizierte Astrokameraje nach Sensoroptimal30-120 Sekunden

Astrofotografie-Eignung

Das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 ist ein dedizierter Astrograph und damit von Grund auf für die Astrofotografie konstruiert. Das schnelle Öffnungsverhältnis von f/2.0 erlaubt kurze Belichtungszeiten, und die korrigierte Optik liefert scharfe Sterne bis zum Bildrand. Visuelles Beobachten ist damit gar nicht möglich, denn ein Okularanschluss fehlt komplett.

Die Kombination aus schnellem Öffnungsverhältnis und korrigierter Optik macht das System zum effizienten Belichtungssammler. Klares Urteil: hervorragend geeignet.

Benutzerfreundlichkeit

Der Aufbau dauert beim ersten Mal etwa 10 bis 15 Minuten, danach geht es schneller. Die azimutale Montierung braucht keine Einnordung, was den Aufbau vereinfacht. Nach ein paar Abenden sitzt jeder Handgriff.

Das Auffinden von Objekten geschieht manuell, entweder über die Teilkreise der Montierung oder per Star-Hopping mit einer Sternkarte. Eine Smartphone-App wie Stellarium hilft beim Identifizieren von Sternen und Objekten.

Kollimation ist bei Newton-Teleskopen gelegentlich nötig. Die Bedienung insgesamt ist nach kurzer Einarbeitung unkompliziert.

Transport und Portabilität

Das Gesamtgewicht von 7,7 kg (17 Pfund) erfordert etwas Planung beim Transport. Der Aufbau am Beobachtungsplatz dauert 10 bis 15 Minuten, dann steht das System.

In einen normalen PKW-Kofferraum passt das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 mit etwas Tetris. Das Teleskop lässt sich in wenige Teile zerlegen, die einzeln gut zu tragen sind. Für den stationären Einsatz in der Gartensternwarte ist das System ideal.

Zubehör und Upgrade-Potenzial

Ohne mitgelieferte Astrokamera musst du direkt in eine brauchbare Kamera investieren. Der T2-Anschluss ist Standard und kompatibel mit gängigen Astrokameras; handelsübliche DSLR-Kameras funktionieren aufgrund des begrenzten Backfocus nicht. Zwischenringe passen mit einem Adapter und ermöglichen die Feinjustage des Backfokus.

Zubehör-Empfehlungen für das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8
ZubehörWarum sinnvollPreis (ca.)
Astrokamera (Einsteiger)Zwingend nötig, da keine im Lieferumfang enthaltenab 300 Euro
AutoguiderPräzisere Nachführung bei Langzeitbelichtung250 Euro
LichtverschmutzungsfilterBesserer Kontrast bei Nebeln aus der Stadt60 Euro
UHC-FilterMehr Kontrast an Emissionsnebeln50 Euro

Das Upgrade-Potenzial ist hoch: Eine bessere Astrokamera macht den größten Unterschied, gefolgt von Filtern für spezifische Aufnahmeziele. Das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 ist ein System, das mit deinen Ansprüchen mitwächst.

Für wen ist das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8?

Das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 richtet sich an erfahrene Beobachter und Astrofotografen, die genau wissen, was sie wollen. In der Preisklasse um 2449 Euro ist das kein Spontankauf, sondern eine bewusste Investition in Qualität.

Für die Astrofotografie bietet das System eine hervorragende Grundlage mit korrigierter Optik und präziser Nachführung.

Kauf es, wenn du einen leistungsfähigen Astrographen mit professionellen Ansprüchen suchst. Kauf es nicht, wenn du visuell beobachten willst - das geht mit diesem Gerät technisch nicht - oder du noch am Anfang stehst und erst Erfahrung mit einem günstigeren Gerät sammeln willst.

Alternativen im Vergleich

In der Preisklasse des Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 gibt es mehrere naheliegende Alternativen, die jeweils andere Schwerpunkte setzen.

Alternativen zum Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8
ModellÖffnungBauartPreisStärke
Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8203 mmSchmidt-Platte Astrograph mit vierlinsigem Korrektor2.449,00 EuroGroße 203mm Öffnung für detailreiche Weitfeldaufnahmen
Skywatcher Explorer 200P200 mmNewton429 EuroMehr Öffnung pro Euro
Celestron NexStar 8 SE203 mmSchmidt-Cassegrain2.259 EuroKompakt mit GoTo

Die Wahl hängt von deinen Prioritäten ab. Wer maximale Öffnung pro Euro sucht, greift zum Dobson. Das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 gewinnt dort, wo Astrofotografie-Leistung zählt.

Alle drei Modelle haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist, ob du mehr Öffnung oder bessere Portabilität priorisierst.

Preis-Leistungs-Bewertung

Für 2.449,00 Euro bekommst du einen Schmidt-Platte Astrograph mit vierlinsigem Korrektor mit 203mm Öffnung, der für die Preisklasse angemessen abschneidet. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ordentlich.

3,3
Ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis
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Was den Preis rechtfertigt, ist die Kombination aus guter Öffnung und bewährter Mechanik. Günstiger bekommst du Modelle mit weniger Öffnung oder ohne Nachführung. Für mehr Geld wächst du in professionelle Systeme.

Stärken und Schwächen

Das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 punktet vor allem bei optischer Qualität, zeigt aber auch klare Grenzen beim mitgelieferten Zubehör.

Stärken:

  • Große 203mm Öffnung für detailreiche Weitfeldaufnahmen
  • Gute Leistung bei Deep-Sky-Weitfeldaufnahmen
  • Geringes Gewicht für gute Transportabilität
  • Standardisierte Anschlüsse für umfangreiches Zubehör

Schwächen:

  • Keine automatische Nachführung, Objekte müssen manuell nachgeführt werden
  • Mitgeliefertes Zubehör könnte hochwertiger sein
  • Einarbeitung in die Bedienung braucht etwas Geduld

Mein Fazit zum Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8

Das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 ist kein Einsteigerteleskop im klassischen Sinne, sondern ein ernsthaftes Instrument. Es liefert solide Leistung für den Preis. Die Kombination aus 203mm Öffnung und solider Verarbeitung gibt es in dieser Form nur bei wenigen Konkurrenten. Mehr dazu in meiner Kaufberatung für Fortgeschrittene.

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Für die Preisklasse bekommst du ein ordentliches Teleskop ohne große Überraschungen. Solide Wahl mit bekannten Kompromissen.

Häufige Fragen zum Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8

Die häufigsten Fragen, die ich zum Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 bekomme, drehen sich um Eignung, Zubehör und Einsatzmöglichkeiten. Hier die Antworten.

Lohnt sich das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 für Einsteiger?

Bedingt. Das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 richtet sich eher an fortgeschrittene Beobachter mit etwas Erfahrung. Mit 203mm Öffnung hält es bereits viele interessante Objekte auf dem Sensor fest. Die Bedienung ist unkompliziert und nach ein bis zwei Abenden sitzt die Routine. Mehr dazu findest du in den Abschnitten zur Benutzerfreundlichkeit und unter "Für wen ist das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8?".

Was kann ich mit dem Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 fotografieren?

Mit 203mm Öffnung und f/2.0 ist das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 auf Weitfeld-Astrofotografie spezialisiert. Ausgedehnte Nebel wie den Orionnebel oder helle Kugelsternhaufen hältst du mit kurzen Belichtungszeiten fest. Für Mond und Planeten ist die kurze Brennweite ungeeignet, visuell beobachten kannst du damit ohnehin nicht, denn ein Okularanschluss fehlt. Die Details findest du in meinem Abschnitt zur optischen Leistung.

Welches Zubehör sollte ich zum Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 dazukaufen?

Okulare kannst du dir sparen, denn die Optik hat keinen Okularanschluss. Eine Astrokamera fehlt im Lieferumfang komplett und ist die wichtigste Anschaffung. Ein Autoguider gehört ebenfalls zu den sinnvollen Ergänzungen. Alle Empfehlungen findest du in meiner Zubehörtabelle.

Wo kann ich das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 am günstigsten kaufen?

Das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 kostet aktuell 2.449,00 Euro bei astroshop.de. Astroshop bietet Fachberatung und schnellen Versand innerhalb Deutschlands. Die Preise schwanken bei Markenteleskopen erfahrungsgemäß wenig. Mehr findest du im Abschnitt zur Preis-Leistungs-Bewertung.

Kann ich das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 auch visuell nutzen?

Nein, das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 ist ein reiner Astrograph ohne Okularanschluss. Die Kamera sitzt direkt im Fokus am vorderen Tubusende, ein Okular lässt sich dort nicht anbringen. Für visuelles Beobachten brauchst du ein Teleskop mit klassischem Okularauszug.

Welche Kamera passt zum Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8?

Das Celestron Astrograph S 203/400 RASA 8 arbeitet am besten mit dedizierten Astrokameras mit APS-C-Sensor; Vollformat ist möglich, aber mit Leistungseinbußen an den Rändern. CMOS-Kameras wie die ZWO ASI-Serie sind eine gute Wahl. Wichtig ist der korrekte Arbeitsabstand, den du über Zwischenringe oder Adapter einstellen musst. Spiegellose Systemkameras funktionieren ebenfalls, wenn der Backfokus passt.