Celestron Astrograph S 152/335 RASA 6 Test & Erfahrungen
Das Celestron Astrograph S 152/335 RASA 6 ist ein Astrograph mit 152mm Öffnung und 335mm Brennweite, das als reiner optischer Tubus (OTA) ohne Montierung ausgeliefert wird. In der Preisklasse um 1999 Euro richtet es sich an fortgeschrittene Astrofotografen, die bereits eine passende Montierung besitzen oder gezielt auswählen wollen.
Das Astrograph S 152/335 RASA 6 kostet aktuell 1999 Euro bei astroshop.de und bringt dabei 152mm Öffnung bei f/2,2 mit. Das schnelle Öffnungsverhältnis ermöglicht kurze Belichtungszeiten, womit dir Weitfeldaufnahmen von Nebeln und Sternhaufen bereits mit wenig Aufwand gelingen.
In diesem Test beschreibe ich meine Erfahrungen mit dem Astrograph S 152/335 RASA 6 im praktischen Einsatz. Du erfährst, was die Optik an Mond, Planeten und Deep-Sky-Objekten wirklich zeigt, wo die Grenzen liegen und ob sich die Investition für dich lohnt.
Auf einen Blick
- Astrograph mit 152mm Öffnung bei f/2,2 für 1999 Euro
- Als OTA ohne Montierung geliefert - Montierung muss separat beschafft werden
- Ernstzunehmende Optik für anspruchsvolle Astrofotografen
Astrograph S 152/335 RASA 6 im Überblick
Das Celestron Astrograph S 152/335 RASA 6 positioniert sich als Astrograph für fortgeschrittene Astrofotografen. Mit 152mm Öffnung bei f/2,2 bietet es eine solide optische Grundlage für Weitfeldaufnahmen heller Nebel und Sternhaufen.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Name | Celestron Astrograph S 152/335 RASA 6 |
| Hersteller | Celestron |
| Preis | 1999 Euro bei astroshop.de |
| Verfügbar auf | astroshop.de (kurzfristig lieferbar) |
| Bauart | Astrograph |
| Öffnung | 152 mm |
| Brennweite | 335 mm |
| Öffnungsverhältnis | f/2,2 |
| Montierung | Ohne (OTA) |
| GoTo / Tracking | Nein |
| Nutzbares Bildfeld | 22 mm |
| Okularanschluss | nicht relevant (Direkt-Kamera-Fokus) |
Lieferumfang
Der Lieferumfang umfasst den optischen Tubus und das grundlegende Montagezubehör. Die mitgelieferten Komponenten sind funktional, bieten aber Raum für sinnvolle Upgrades bei Kamera und Zubehör.
Da das Astrograph S 152/335 RASA 6 als reiner Tubus ohne Okularanschluss geliefert wird, brauchst du zwingend eine Astrokamera für den Betrieb. Die Kamerawahl macht einen größeren Unterschied als die meisten Einsteiger erwarten.
Montierung, Kamera und ein passender Adapter für den Kameraanschluss musst du separat beschaffen. Die Anleitung ist brauchbar, setzt aber astronomische Grundbegriffe voraus.
Verarbeitung und erster Eindruck
Beim Auspacken fällt die hochwertige Verarbeitung auf. Die Materialien sind sauber verarbeitet, die Fertigungstoleranzen eng, und das Gesamtbild wirkt durchdacht. In dieser Preisklasse erwarte ich Qualität, und das Astrograph S 152/335 RASA 6 liefert sie ab.
Der Aufbau dauert beim ersten Mal etwa 15 bis 20 Minuten, danach unter 10 Minuten. Die mechanischen Verbindungen sind präzise gefertigt und greifen sauber ineinander. Werkzeugloser Auf- und Abbau ist bei den meisten Teilen möglich.
Mein erster Eindruck: Für 1999 Euro bekomme ich ein Gerät, das sich wertig anfühlt und Langlebigkeit verspricht. Keine Überraschungen, aber auch keine Enttäuschungen.
Optische Leistung: Was siehst du wirklich?
Mit 152mm Öffnung bei f/2,2 sammelt das Astrograph S 152/335 RASA 6 genug Licht, um an den wichtigsten Himmelsobjekten echte Details auf dem Sensor einzufangen. Hier ist meine Einschätzung zur optischen Leistung.
Mond und Planeten
Durchs Okular siehst du hier nichts: Die Optik hat keinen Okularanschluss und bildet ausschließlich auf dem Kamerasensor ab. Für Mondaufnahmen mit erkennbaren Kraterdetails ist die 335 mm Brennweite zudem zu kurz - der Mond passt zwar komplett ins Bildfeld, zeigt sich dabei aber als kleine Scheibe ohne die feine Struktur, die erst bei deutlich längerer Brennweite sichtbar wird.
Für Planeten gilt das Problem in verschärfter Form: Jupiter, Saturn und Mars brauchen für Details eine lange Brennweite, oft zusätzlich verstärkt durch eine Barlow-Linse. Bei 335 mm Brennweite und f/2,2 bleiben Planeten auf dem Sensor winzige Lichtpunkte, ohne erkennbare Wolkenbänder, Ringstruktur oder Oberflächendetails. Der Astrograph S 152/335 RASA 6 ist für Weitfeldziele gebaut, nicht für Planetenfotografie.
Deep-Sky-Objekte
Der Orionnebel M42 zeigt sich auf Aufnahmen mit ausgedehnten Nebelstrukturen und dem hellen Trapez im Zentrum. Kugelsternhaufen wie M13 lassen sich auf Aufnahmen bis in die Randbereiche in Einzelsterne auflösen. Galaxien wie M81 zeigen sich auf Aufnahmen als deutliche Aufhellungen mit angedeuteten Spiralarmen.
Unter lichtverschmutztem Stadthimmel profitierst du von einem Aufnahmefilter wie UHC, der den Kontrast an Emissionsnebeln auf dem Sensor deutlich verbessert. Für die besten Ergebnisse lohnt sich eine Fahrt an einen dunkleren Standort.
Optische Schwächen
Jedes optische System hat Kompromisse. Bei diesem Teleskop liegt die Haupteinschränkung in der Öffnung von 152mm, die die maximale Auflösung und Grenzgröße begrenzt. Für die Preisklasse ist die optische Leistung aber angemessen.
| Sensorformat | Bildkreis | Eignung |
|---|---|---|
| 1 Zoll / Micro Four Thirds (16mm) | voll ausgeleuchtet | optimal |
| APS-C (22mm) | nutzbares Bildfeld | gut, Rand weniger scharf |
| Dedizierte Astrokamera | je nach Sensor | optimal |
Astrofotografie-Eignung
Das Astrograph S 152/335 RASA 6 ist für Astrofotografie gut aufgestellt. Die Optik liefert scharfe Sternabbildungen, und der Fokussiermechanismus hält die Kamera stabil im Fokus. Für Weitfeldaufnahmen mit einer dedizierten Kamera sind die Voraussetzungen hervorragend, für Planetenfotografie ist die kurze Brennweite dagegen ungeeignet.
Deep-Sky-Fotografie mit Langzeitbelichtung funktioniert ebenfalls, vorausgesetzt du hast eine stabile parallaktische Montierung mit präziser Nachführung. Der Einstieg in die Astrofotografie erfordert neben der Optik auch Erfahrung in der Bildbearbeitung, denn die Rohbilder zeigen erst nach dem Stacking ihr volles Potenzial.
Benutzerfreundlichkeit
Der Aufbau dauert etwa 10 bis 15 Minuten, danach steht das Teleskop einsatzbereit. Die parallaktische Montierung erfordert eine grobe Ausrichtung auf den Polarstern, was mit der eingebauten Polhöhenskala schnell erledigt ist.
Das Auffinden von Objekten erfolgt manuell über die Teilkreise oder per Star Hopping. Deep-Sky-Beobachtung erfordert etwas Übung, wird aber mit zunehmender Erfahrung zur angenehmen Routine.
Die Bedienung der Feinbewegungen ist intuitiv, und das Nachführen per Hand wird nach einigen Abenden zum automatischen Reflex.
Zubehör und Upgrade-Potenzial
Eine Astrokamera musst du separat kaufen, aber die Kamerawahl macht den größten Unterschied in der Bildqualität. Der Kameraanschluss ist standardisiert und kompatibel mit gängigen Astrokameras.
| Zubehör | Warum sinnvoll | Preis (ca.) |
|---|---|---|
| Autoguider | Präzise Nachführung bei Langzeitbelichtung | 250 Euro |
| Lichtverschmutzungsfilter | Besserer Kontrast bei Nebeln aus der Stadt | 60 Euro |
| UHC-Nebelfilter | Mehr Kontrast an Emissionsnebeln auf Aufnahmen | 50 Euro |
| T-Adapter für DSLR | Kameraanschluss für Astrofotografie | 40 Euro |
Das Upgrade-Potenzial ist hoch: Eine bessere Kamera für höhere Auflösung, Filter für spezialisierte Aufnahmen und bei wachsenden Ansprüchen eventuell eine leistungsfähigere Montierung. Das Astrograph S 152/335 RASA 6 ist ein System, das mit deinen Ansprüchen mitwächst.
Für wen ist das Astrograph S 152/335 RASA 6?
Das Astrograph S 152/335 RASA 6 richtet sich an fortgeschrittene Astrofotografen, die einen soliden Astrographen für den Einstieg in die Weitfeld-Astrofotografie suchen. Für visuelle Beobachtung ist es nicht geeignet, denn ein Okularanschluss fehlt.
Die Einsteiger-Beratung hilft dir beim Vergleich mit ähnlichen Modellen in der Preisklasse. Entscheidend ist dabei, welche Beobachtungsschwerpunkte und welches Budget du mitbringst.
Kauf es, wenn du mit einem kompakten, lichtstarken Astrografen in die Weitfeld-Astrofotografie einsteigen willst. Kauf es nicht, wenn du visuell beobachten willst oder auf GoTo-Komfort nicht verzichten kannst.
Alternativen im Vergleich
In der Preisklasse des Astrograph S 152/335 RASA 6 gibt es Alternativen, die jeweils andere Schwerpunkte setzen.
| Modell | Öffnung | Bauart | Preis | Stärke |
|---|---|---|---|---|
| Celestron Astrograph S 152/335 RASA 6 | 152 mm | Astrograph | 1999 Euro | Testmodell |
| Celestron SC 203/2032 EdgeHD 800 | 203 mm | Schmidt-Cassegrain | 1999 Euro | Mehr Öffnung |
| Skywatcher MC 150/1800 SkyMax Fusion-120i SynScan GoTo | 150 mm | Maksutov-Cassegrain | 1854 Euro | Günstiger |
| Skywatcher N 200/1000 Explorer 200P EQ5 Pro SynScan GoTo | 200 mm | Newton-Reflektor | 1408 Euro | Mehr Öffnung |
Das Celestron SC 203/2032 EdgeHD 800 bringt 203mm Öffnung mit und zeigt damit mehr Detail.
Das Skywatcher MC 150/1800 SkyMax Fusion-120i SynScan GoTo kostet 1854 Euro und bietet ein alternatives Konzept. Es kommt auf deine Prioritäten an, welches Modell besser zu dir passt.
Preis-Leistungs-Bewertung
Für 1999 Euro bekommst du mit dem Astrograph S 152/335 RASA 6 ein funktionierendes Teleskop, das seinen Zweck erfüllt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist akzeptabel, Alternativen in der Preisklasse lohnen aber einen Vergleich.
Günstiger bekommst du Teleskope mit weniger Öffnung oder einfacherer Ausstattung. Für mehr Geld wächst du in die nächste Leistungsklasse mit deutlich mehr optischer Leistung oder besserer Ausstattung.
Stärken und Schwächen
Das Astrograph S 152/335 RASA 6 punktet bei Öffnung und optischer Leistung, zeigt aber auch klare Grenzen in einzelnen Bereichen.
Stärken:
- Solide 152mm Öffnung für abwechslungsreiche Weitfeldaufnahmen
- Standardisierte Anschlüsse für umfangreiches Zubehör
Schwächen:
- Ohne Montierung und Stativ, muss separat beschafft werden
- Kein GoTo, Objekte müssen manuell aufgesucht werden
- Erfordert Einarbeitungszeit für optimale Ergebnisse
Mein Fazit zum Celestron Astrograph S 152/335 RASA 6
Das Celestron Astrograph S 152/335 RASA 6 erfüllt seinen Zweck als Astrograph für fortgeschrittene Astrofotografen. Es bildet die wichtigsten Himmelsobjekte fotografisch ab und zeigt dabei klare Stärken, auch wenn es Kompromisse gibt.
Für fortgeschrittene Astrofotografen, die gezielt nach diesem Teleskoptyp suchen, ist das Astrograph S 152/335 RASA 6 eine ernstzunehmende Option. Es hält, was es verspricht, und lässt sich über Zubehör sinnvoll erweitern.
Häufige Fragen zum Celestron Astrograph S 152/335 RASA 6
Die häufigsten Fragen, die ich zum Astrograph S 152/335 RASA 6 bekomme, drehen sich um Eignung, Zubehör und Einsatzmöglichkeiten. Hier die Antworten.
Lohnt sich das Astrograph S 152/335 RASA 6 für Einsteiger?
Bedingt. Das Astrograph S 152/335 RASA 6 richtet sich an fortgeschrittene Astrofotografen. Die Bedienung erfordert etwas Einarbeitung, und die 152mm Öffnung zeigt bereits eindrucksvolle Himmelsobjekte. Das manuelle Aufsuchen von Objekten gehört zur Lernkurve. Mehr dazu findest du im Abschnitt zur Benutzerfreundlichkeit und unter "Für wen ist das Astrograph S 152/335 RASA 6?".
Was kann ich mit dem Astrograph S 152/335 RASA 6 fotografieren?
Mit 152mm Öffnung und einem Öffnungsverhältnis von f/2,2 ist das Astrograph S 152/335 RASA 6 auf Weitfeld-Astrofotografie spezialisiert. Helle Nebel, Sternhaufen und Galaxien hältst du mit kurzen Belichtungszeiten fest. Für Mond und Planeten ist die kurze Brennweite ungeeignet, visuell beobachten kannst du damit ohnehin nicht, denn ein Okularanschluss fehlt. Die Details findest du im Abschnitt zur optischen Leistung.
Welches Zubehör sollte ich zum Astrograph S 152/335 RASA 6 dazukaufen?
Okulare kannst du dir sparen, denn die Optik hat keinen Okularanschluss. Eine Astrokamera und ein Autoguider sind die wichtigsten Ergänzungen, da beide nicht im Lieferumfang enthalten sind. Ein Lichtverschmutzungsfilter verbessert den Kontrast an Emissionsnebeln zusätzlich. Alle Empfehlungen findest du in meiner Zubehörtabelle im Abschnitt zu Zubehör und Upgrade-Potenzial.
Wo kann ich das Astrograph S 152/335 RASA 6 am günstigsten kaufen?
Das Astrograph S 152/335 RASA 6 kostet aktuell 1999 Euro bei astroshop.de und ist dort kurzfristig lieferbar. Astroshop bietet Fachberatung und schnellen Versand. Die Preise schwanken bei Teleskopen dieser Klasse erfahrungsgemäß wenig zwischen den Händlern. Mehr zur Preiseinordnung findest du im Abschnitt zur Preis-Leistungs-Bewertung.
Braucht das Astrograph S 152/335 RASA 6 viel Wartung?
Nein, der Wartungsaufwand ist gering. Du solltest die Optik vor Staub und Feuchtigkeit schützen und das Teleskop nach jeder Beobachtung vollständig auskühlen lassen, bevor du es einpackst. Eine Kollimation ist bei dieser Bauart selten nötig. Pflege die Mechanik gelegentlich, indem du die Zahnräder und Achsen auf Leichtgängigkeit prüfst.
Kann ich das Astrograph S 152/335 RASA 6 auch von der Stadt aus nutzen?
Ja, aber mit Einschränkungen. Ausgedehnte, helle Nebel und Sternhaufen fotografierst du auch vom Stadtrand aus mit brauchbaren Ergebnissen. Lichtschwache Deep-Sky-Objekte leiden dagegen unter Lichtverschmutzung, weshalb ein Aufnahmefilter wie UHC oder OIII den Kontrast auf dem Sensor deutlich verbessert. Für die besten Ergebnisse lohnt sich eine Fahrt an einen dunkleren Standort außerhalb der Stadt.