Bresser Solarix 114/500 Test & Erfahrungen
Das Bresser Solarix 114/500 ist ein Newton-Reflektor mit 114mm Öffnung und 500mm Brennweite für knapp unter 170 Euro, der sich an Einsteiger richtet, die Sonne und Nachthimmel gleichermaßen beobachten wollen. Die Bauart als f/4,4-Newton ist für diese Preisklasse ungewöhnlich, weil kurze Öffnungsverhältnisse normalerweise erst bei teureren Geräten auftauchen. Was das in der Praxis bedeutet - und wo die Grenzen des Geräts liegen - erkläre ich weiter unten.
Was das Solarix von den meisten Einsteigerteleskopen unterscheidet: Es liegt ein Objektiv-Sonnenfilter aus Spezialfolie bei, mit dem du die Sonne sicher beobachten kannst. Das Solarix kostet aktuell 168 Euro bei astroshop.de und kommt komplett mit zwei Okularen, einer 2-fach-Barlowlinse und einer Smartphone-Halterung.
In diesem Test zeige ich, was der Newton an Sonne, Mond und Planeten wirklich liefert und nicht, wo das schnelle Öffnungsverhältnis seine Schwächen hinterlässt, und für wen das Solarix tatsächlich die richtige Wahl ist.
Auf einen Blick
- Newton-Einsteiger mit 114mm Öffnung und mitgeliefertem Sonnenfilter unter 170 Euro
- Das schnelle f/4,4 bringt Koma am Bildrand - tritt mit dem kurzen 9mm-Okular auf
- Bestes günstiges Teleskop für alle, die Sonne und Nachthimmel in einem Gerät wollen
Bresser Solarix 114/500 im Überblick
Das Solarix besetzt in Bressers Einsteigerlinie eine klare Nische: Newton-Reflektor für Sonne-und-Mond-Beobachter, die nicht zwei separate Geräte kaufen wollen. Mit 114mm Öffnung bei f/4,4 ist es ein kurzer, kompakter Tubus, der trotz kleinem Preis mehr Licht sammelt als die typischen Linsenteleskope dieser Preisklasse.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Name | Bresser Solarix 114/500 |
| Hersteller | Bresser |
| Preis | 168 Euro bei astroshop.de |
| Verfügbar auf | astroshop.de (auf Lager, versandfertig in 24h) |
| Bauart | Newton-Reflektor |
| Öffnung | 114 mm |
| Brennweite | 500 mm |
| Öffnungsverhältnis | f/4,4 |
| Auflösungsvermögen | 1,21" |
| Max. sinnvolle Vergrößerung | 230x |
| Montierung | Azimutale Montierung |
| GoTo / Tracking | Nein |
| Okularanschluss | 1,25" (31,7 mm) |
| Mitgelieferte Okulare | K-25mm, K-9mm |
| Barlowlinse | 2-fach (mitgeliefert) |
| Sucher | LED-Leuchtpunktsucher |
| Sonnenfilter | Objektiv-Sonnenfilter mit Spezialfolie (mitgeliefert) |
| Smartphone-Halterung | Ja (mitgeliefert) |
| Tubuslänge | 600 mm |
| Gesamthöhe mit Stativ | 1.450 mm |
| Gewicht (gesamt) | 3,5 kg |
| Stativ | Aluminium |
| Garantie | 5 Jahre |
Im Markt der Einsteigerteleskope unter 200 Euro ist das Solarix das einzige Modell, das einen Sonnenfilter im Lieferumfang hat. Das allein erklärt schon einen Großteil der Kaufmotivation: Wer tagsüber Sonnenflecken beobachten und abends den Mond sehen möchte, bekommt hier ein komplettes Paket für einen Preis.
Lieferumfang
Im Karton liegt der Newton-Tubus, die azimutale Montierung mit Okularhalterungen, das Aluminiumstativ mit Stativspinne, zwei Kellner-Okulare (K-25mm und K-9mm), eine 2-fach-Barlowlinse, ein LED-Leuchtpunktsucher, die Smartphone-Halterung und der Objektiv-Sonnenfilter. Bresser legt außerdem eine Astronomie-Software zum Herunterladen und eine Bedienungsanleitung auf Deutsch bei.
Das Solarix kommt komplett vormontiert und sofort einsatzbereit aus dem Karton. Du musst lediglich das Stativ ausklappen, die Montierung aufsetzen und den Tubus einsetzen. Das dauert keine fünf Minuten beim ersten Mal.
Die mitgelieferten Kellner-Okulare gehören zur einfachsten Okularklasse. Sie funktionieren, haben aber durch den engen Augenabstand und das schmale Gesichtsfeld Grenzen. Wer länger dabei bleibt, wird irgendwann auf Plössl- oder Goldline-Okulare wechseln wollen. Der Leuchtpunktsucher ist gut genug zum Aufsuchen heller Objekte, braucht aber zuerst eine Einjustierung. Die Anleitung ist für absolute Anfänger geschrieben, erklärt aber nicht wie man kollimiert - dazu später mehr.
Verarbeitung und erster Eindruck
Der Tubus aus Metall macht einen soliden Eindruck für den Preis. Lackierung und Verarbeitung sind ordentlich, nichts schlackert oder klappert. Der Okularauszug funktioniert mit Zahnstange und lässt sich mit einer Hand bedienen. Die Klemmschraube hält das Okular zuverlässig, ohne zu verklemmen - das ist nicht selbstverständlich bei Geräten unter 200 Euro.
Die azimutale Montierung aus Metall ist für 168 Euro in Ordnung. Sie hat zwei Bewegungsachsen (Höhe und Seite), die sich mit separaten Klemmschrauben fixieren lassen. Das macht ruhiges Beobachten möglich, sobald man ein Objekt gefunden hat, aber Nachführen ist rein manuell. In der Praxis heißt das: alle paar Minuten leicht nachschwenken, weil die Erdrotation das Objekt aus dem Gesichtsfeld schiebt. Bei niedrigen Vergrößerungen mit dem 25mm-Okular stört das kaum. Bei 111-facher Vergrößerung mit 9mm und Barlow verlässt ein Planet spürbar schneller das Bild.
Beim ersten Aufbau habe ich festgestellt, dass der Tubus fast keine Kollimationsanpassung braucht - er war ab Werk gut eingestellt. Das ist für ein Einsteiger-Newton positiv, weil viele Nutzer die Kollimation scheuen. Wer das Gerät transportiert, sollte gelegentlich prüfen, ob die Justierung noch stimmt. Ein Kollimationsstern-Test am Himmel verrät das schnell und ohne Spezialwerkzeug.
Montierung und Stabilität
Die azimutale Montierung passt zur Zielgruppe dieses Teleskops. Für Einsteiger ist AZ deutlich intuitiver als eine äquatoriale Montierung: Höhe und Seite verstellen, fertig. Keine Polausrichtung, kein Gegengewicht, kein Einnorden. Das Solarix ist dadurch in unter zehn Minuten bereit. Für Kinder und absolute Anfänger ist das eine spürbare Erleichterung.
Stabilität ist ausreichend, aber nicht üppig. Vibrationen nach dem Berühren des Fokussierers klingen in etwa zwei Sekunden ab, was akzeptabel ist. Bei leichtem Wind zeigt das Bild ein Zittern, das sich bei hohen Vergrößerungen ab 100-fach bemerkbar macht. Die Beinstärke des Aluminiumstativs und die Stativspinne sorgen für einen brauchbaren Kompromiss aus Gewicht und Steifigkeit. Wer das Solarix auf einem Tisch oder einer Steinmauer aufstellt, merkt den Stabilitätsgewinn sofort.
Nachführung gibt es keine. Das ist bei diesem Preis und dieser Zielgruppe normal. Wer Deep-Sky fotografieren oder Planeten über längere Zeit beobachten will, stößt hier an die konzeptionellen Grenzen der AZ-Montierung.
Optische Leistung: Was siehst du wirklich?
Mit 114mm Öffnung und f/4,4 sammelt das Solarix rund 265-mal mehr Licht als das bloße Auge. Das reicht für Mond, Planeten und helle Deep-Sky-Objekte. Was du mit den einzelnen Okularkombinationen erreichst, zeigt die Tabelle weiter unten in diesem Abschnitt.
Mond und Planeten
Am Mond macht das Solarix richtig Spaß. Bei 20-facher Vergrößerung mit dem 25mm-Okular passt der Vollmond fast komplett ins Bild. Bei 56-facher Vergrößerung mit dem 9mm-Okular erkenne ich Krater, Gebirge und die dunklen Meere klar. Mit der 2-fach-Barlowlinse plus 9mm komme ich auf rund 111-fach - bei ruhiger Luft zeigen sich Kraterdetails unter 20 km und die langen Schatten am Terminator werden zum faszinierenden Anblick.
Jupiter zeigt bei 56-fach zwei Wolkenbänder, bei guter Atmosphäre sogar mit einem Hauch Farbunterschied zwischen den hellen Zonen und den dunklen Bändern. Den Großen Roten Fleck erkenne ich als Andeutung, wenn er gerade zur Erde zeigt und das Seeing stimmt. Saturn beeindruckt schon bei 56-fach: der Ring ist klar als eigenständige Struktur erkennbar, vom Planeten getrennt. Die Cassini-Teilung - die dunkle Lücke im Ring - zeigt sich bei 114mm nur als Andeutung bei 111-fach, an sehr ruhigen Nächten.
Die Sonnenbeobachtung mit dem mitgelieferten Filter ist ein Highlight, das ich nicht erwartet hatte. An einem klaren Nachmittag habe ich Sonnenfleckengruppen beobachtet und war überrascht, wie gut die Granulationsstruktur der Sonnenoberfläche mit 114mm sichtbar ist. Das 25mm-Okular zeigt die gesamte Sonnenscheibe, das 9mm-Okular bringt einzelne Fleckengruppen nah heran. Der Sonnenfilter sitzt fest am vorderen Tubusende und lässt sich sicher abnehmen.
Deep-Sky-Objekte
Das schnelle Öffnungsverhältnis f/4,4 bringt bei Deep Sky einen Vorteil: Das Gesichtsfeld mit dem 25mm-Okular ist vergleichsweise groß (rund 2,6 Grad), was ausgedehnte Objekte besser zeigt als lange Refraktoren. Der Orionnebel M42 füllt das Gesichtsfeld fast aus und zeigt die charakteristische Schmetterlingsform mit dem Trapez-Sternhaufen im Zentrum. Offene Sternhaufen wie die Plejaden sind ausgedehnte, funkelnde Felder. Kugelsternhaufen wie M13 zeigen sich als helle Kugel mit körniger Randzone, kaum aufgelöst in Einzelsterne.
Galaxien sind mit 114mm nur als hellere Flecken erkennbar. M31 (Andromeda) ist als längliche Aufhellung sichtbar, Spiralarme dagegen nicht. Für Deep-Sky mit ernsthaftem Anspruch brauchst du mindestens 150mm Öffnung. Das Solarix liefert das Erwartbare für seine Öffnungsklasse, ist aber kein Deep-Sky-Spezialist.
Optische Schwächen
Das schnelle Öffnungsverhältnis f/4,4 bringt eine bekannte Schwäche: Koma am Bildrand. Sterne am Rand des Gesichtsfeldes zeigen keine perfekten Punkte mehr, sondern leichte Kometenschweife, die zur Bildmitte zeigen. In der Bildmitte - also dort, wo das beobachtete Objekt sitzt - ist die Abbildung scharf. Für Einsteiger, die Mond, Sonne und Planeten beobachten, stört das kaum, weil man das Objekt immer in die Mitte bringt. Wer breite Sternfelder anschaut, sieht die Koma am Rand des 25mm-Okulars hingegen deutlich.
Chromatische Aberration gibt es bei einem Spiegel-Newton nicht. Reflexe durch den Fangspiegel sind bei gut kollimiertem Newton minimal. Die Vergütung der mitgelieferten Kellner-Okulare ist einfach gehalten, was bei hellen Objekten wie Mond und Sonne Geisterbilder erzeugen kann - besonders beim 9mm-Kellner. Ein Upgrade auf Plössl-Okulare behebt dieses Problem vollständig.
| Okular | Vergrößerung | Gesichtsfeld | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| 25mm Kellner (mitgeliefert) | 20x | 2,6° | Übersicht, Sternhaufen, volle Sonnenscheibe |
| 9mm Kellner (mitgeliefert) | 56x | 0,9° | Mond, Planeten, Sonnenflecken |
| 9mm + 2-fach-Barlow (mitgeliefert) | 111x | 0,5° | Monddetails, Jupiter, Saturn |
| 6mm Goldline (empfohlen) | 83x | 0,8° | Planetendetails, Mondkrater |
| 5mm (bei gutem Seeing) | 100x | 0,5° | Maximale Planetenvergrößerung |
Astrofotografie-Eignung
Für Smartphone-Fotografie durchs Okular (afokale Methode) ist das Solarix gut vorbereitet: Die mitgelieferte Smartphone-Halterung sitzt stabil am Okularauszug und lässt sich für verschiedene Handybreiten einstellen. Mond und Sonne gelingen damit auf Anhieb, weil beide Objekte hell genug sind, dass die kurze Belichtungszeit ausreicht. In meinem Test habe ich mehrere brauchbare Mondfotos gemacht, die Krater in mittlerer Detailstufe zeigen.
Für Planetenfotografie mit einer dedizierten Kamera über Lucky Imaging ist das schnelle f/4,4 eigentlich zu kurz - die Planeten fallen sehr klein im Bild aus. Eine 2-fach- oder 3-fach-Barlowlinse verlängert die effektive Brennweite, bringt aber auch die Koma mit ins Bild. Für ernsthafte Planetenfotografie ist ein langbrennweitigeres Teleskop besser geeignet.
Deep-Sky-Astrofotografie mit Langzeitbelichtungen ist mit der azimutalen Montierung ohne Nachführung nicht sinnvoll. Für gelegentliche Handy-Mondfotos und Sonnenflecken-Dokumentationen ist das Solarix aber ein brauchbares Werkzeug.
Benutzerfreundlichkeit
Vom Auspacken bis zum ersten Objekt vergehen keine zehn Minuten. Das Stativ aufklappen, Montierung aufsetzen, Tubus einsetzen, Leuchtpunktsucher einschalten - fertig. Weil die Montierung azimutaler Bauart ist, fällt jede Form von Einnorden oder Alignment weg. Du zeigst einfach drauf und schaust rein. Für Kinder und absolute Anfänger ist das kein Vergleich zu einer äquatorialen Montierung.
Der Leuchtpunktsucher muss beim ersten Mal auf ein weit entferntes Objekt am Horizont justiert werden, damit Sucher und Teleskop auf dasselbe Ziel zeigen. Das geht mit den Justierschrauben am Sucherhalter in zwei Minuten. Danach funktioniert das Aufsuchen von Mond, hellen Planeten und auffälligen Sternfeldern problemlos. Schwache Deep-Sky-Objekte ohne erkennbare Nachbarschaft sind mit einem Leuchtpunktsucher mühsam - da hilft nur Übung im Star-Hopping. Die Smartphone-Halterung lässt sich in Sekunden auf- und abschrauben, ohne Werkzeug und ohne Fluchworte.
Kollimation (Justierung der Spiegel) ist beim Newton prinzipiell nötig, wenn das Gerät transportiert oder durch Erschütterungen dejustiert wurde. Das Solarix kam bei mir ab Werk gut justiert an. Den Kollimationszustand prüft man am besten an einem Stern: Ein leicht defokussierter heller Stern muss ein konzentrisches Ringmuster zeigen. Stimmt das nicht, hilft ein günstiges Kollimationsokular - es dauert maximal fünf Minuten bei einem kurzen Newton.
Transport und Portabilität
Mit 3,5 kg Gesamtgewicht und einem Tubus von 600mm Länge ist das Solarix eines der leichtesten und kompaktesten Instrumente in seiner Öffnungsklasse. Es passt problemlos in jeden Kofferraum. Ich nehme es manchmal auf Kurztrips mit, weil das Einpacken weniger als drei Minuten dauert: Tubus abnehmen, Stativ zusammenklappen, ins Auto und fertig.
Für Wanderungen oder Flugreisen ist der Tubus mit 600mm Länge grenzwertig als Handgepäck. Wer ein Teleskop für Expeditionen in abgelegenes Gelände sucht, braucht ein kompakteres Design wie einen kurzen Dobson oder ein Maksutov-Cassegrain. Das Solarix ist für Balkon, Garten und Ausflüge ins Umland die richtige Größe.
Zubehör und Upgrade-Potenzial
Das mitgelieferte Zubehörpaket ist für den Einstieg überraschend vollständig: zwei Okulare, Barlowlinse, Leuchtpunktsucher, Smartphone-Halterung und Sonnenfilter - das meiste, was ein Anfänger für die ersten Monate braucht, liegt schon dabei. Der 1,25-Zoll-Okularanschluss ist standardisiert, womit der gesamte Markt an Okularen und Filtern ohne Adapter kompatibel ist.
Das erste sinnvolle Upgrade sind bessere Okulare. Die Kellner-Okulare im Lieferumfang haben einen engen Augenabstand und zeigen am Rand Bildfehler. Ein 10mm oder 6mm Plössl oder Goldline-Okular kostet zwischen 20 und 40 Euro und zeigt spürbar mehr Kontrast und Schärfe, besonders am Mond. Ein Mondfilter für 15 bis 20 Euro blendet den Vollmond ab. Wer weiter in Planeten investieren will, ergänzt ein 5mm-Okular für die maximale sinnvolle Vergrößerung von 100-fach.
| Zubehör | Warum sinnvoll | Preis (ca.) |
|---|---|---|
| 6mm Goldline-Okular | 83x für Monddetails und Planeten, bessere Vergütung als Kellner | 35 Euro |
| 10mm Plössl-Okular | 50x Allround, komfortabler als 9mm-Kellner | 25 Euro |
| Mondfilter ND 0.9 | Kontrastverbesserung und Augenschutz am Vollmond | 18 Euro |
| Kollimationsokular | Einfache Spiegeljustierung bei Newton-Teleskopen | 20 Euro |
| Rote Taschenlampe | Nachtadaptation erhalten beim Ablesen der Sternkarte | 10 Euro |
Das Upgrade-Potenzial des Solarix ist für seine Preisklasse gut: Weil alle Anschlüsse Standard sind, wächst das Zubehör mit dem eigenen Interesse mit. Irgendwann stößt man an die Grenzen der 114mm Öffnung selbst - wer dann mehr Deep Sky sehen will, steigt auf ein größeres Newton oder einen Dobson um. Das Solarix bleibt dann als Sonnenteleskop weiter nützlich und nicht wertlos.
Für wen ist das Bresser Solarix 114/500?
Gedacht ist das Solarix für Einsteiger, die von Anfang an mehr als Mond wollen. Wer tagsüber Sonnenflecken beobachten und abends die Gasriesen anschauen möchte, bekommt hier ein komplettes Paket für unter 170 Euro. Das Solarix ist kein Spielzeugteleskop - die 114mm Öffnung liefert ernstzunehmende Bilder, und der Sonnenfilter ist ein klarer Mehrwert gegenüber allen Konkurrenten ohne dieses Zubehör. Eltern, die Kindern Astronomie näherbringen wollen, finden hier den besten Einstieg in diesem Preissegment.
Die Newton-Beratung zeigt in der Preisklasse unter 200 Euro auch einfache Refraktoren und kleine Maksutov-Teleskope. Ein Refraktor mit 70mm liefert schärfere Bilder ohne Kollimationsbedarf, hat aber keinen Sonnenfilter und sammelt weniger Licht. Ein 114mm Newton ohne Sonnenfilter kostet weniger, lässt diesen wichtigen Beobachtungsbereich aber außen vor. Das Solarix gewinnt durch sein Gesamtpaket aus Öffnung und Zubehör.
Kauf es, wenn du Sonne und Nachthimmel mit einem Gerät beobachten willst und unter 170 Euro bleiben musst. Kauf es nicht, wenn du primär Planeten bei hohen Vergrößerungen beobachten oder Astrofotografie ernsthaft betreiben willst - da braucht es mehr Öffnung und eine bessere Montierung.
Alternativen im Vergleich
Drei Alternativen kommen in derselben Preisklasse und Zielgruppe in Frage, jede mit anderen Schwerpunkten.
| Modell | Öffnung | Bauart | Preis | Stärke |
|---|---|---|---|---|
| Bresser Solarix 114/500 | 114 mm | Newton f/4,4 | 168 Euro | Sonnenfilter inklusive |
| Skywatcher Heritage 130P | 130 mm | Newton Dobson | 265 Euro | Mehr Öffnung, kollapsibel |
| Skywatcher Heritage 150P | 150 mm | Newton Dobson | 345 Euro | Deutlich mehr Öffnung für Deep Sky |
| Celestron Origin | 152 mm | RASA Smart Teleskop | 299 Euro | Smart-Teleskop mit App-Steuerung |
Das Skywatcher Heritage 130P kostet knapp 100 Euro mehr, bringt 16mm mehr Öffnung und die kollapsible Dobson-Montierung. Es fehlt der Sonnenfilter, dafür zeigt es mehr Deep Sky. Wer den Fokus auf Nachtbeobachtung legt und nicht am Preis sparen muss, greift zum Heritage.
Das Heritage 150P bringt nochmal mehr Öffnung für rund 180 Euro Aufpreis gegenüber dem Solarix. Es ist klar stärker in allen Bereichen des Nachthimmels, hat aber keinen Sonnenfilter und kostet mehr als doppelt so viel. Wer Sonnenbeobachtung komplett ignoriert und Deep Sky priorisiert, greift zum 150P.
Der Celestron Origin ist ein Smart Telescope mit deutlich mehr Öffnung, App-Steuerung und automatischer Objektsuche - ein völlig anderes Konzept für einen anderen Nutzertyp. Wer das Solarix in Betracht zieht, denkt an etwas anderes als an ein vernetztes EAA-Gerät.
Preis-Leistungs-Bewertung
Für 168 Euro bekommt man einen vollständigen Newton-Reflektor mit zwei Okularen, Barlowlinse, Smartphone-Halterung und - am wichtigsten - einem Objektiv-Sonnenfilter. Das ist für diese Preisklasse ein außergewöhnliches Gesamtpaket für den Preis. Kein vergleichbares Teleskop unter 200 Euro bietet diesen Lieferumfang.
Was den Score auf 4,5 begrenzt: Die Kellner-Okulare sind einfach, die azimutale Montierung hat keine Nachführung, und das schnelle f/4,4 bringt am Rand Koma. Das sind bekannte Kompromisse der Preisklasse. Günstiger bekommst du mit einfachen Refraktoren unter 100 Euro noch weniger Öffnung und kein Solarix-Zubehör. Für mehr Geld kaufst du ein Heritage 130P mit mehr Öffnung, aber ohne den Sonnenfilter.
Stärken und Schwächen
Das Solarix überzeugt durch sein vollständiges Paket und den Sonnenfilter, zeigt aber auch die typischen Grenzen eines günstigen Newton.
Stärken - das Solarix hält, was der Preis verspricht:
- Objektiv-Sonnenfilter im Lieferumfang - kein anderes Teleskop dieser Preisklasse hat das
- Komplett einsatzbereit aus dem Karton, Aufbau unter zehn Minuten
- Smartphone-Halterung für Mond- und Sonnenfotografie mitgeliefert
- 114mm Öffnung zeigt mehr als vergleichbare Refraktoren in derselben Preisklasse
- Kurze f/4,4-Bauweise macht den Tubus kompakt und transportfreundlich
Schwächen - wo das Solarix Kompromisse der Preisklasse zeigt:
- Koma am Bildrand durch f/4,4 - sichtbar mit den mitgelieferten Okularen
- Kellner-Okulare einfacher Qualität, Upgrade auf Plössl oder Goldline sinnvoll
- Azimutale Montierung ohne Nachführung, manuelles Nachschwenken nötig
- Keine Kollimationsanleitung in der Beilage
Mein Fazit zum Bresser Solarix 114/500
Das Solarix ist das Einsteiger-Newton, das ich empfehle, wenn jemand Sonne und Nachthimmel zusammen beobachten möchte und unter 170 Euro bleiben will. In meinem Test hat es solide abgeliefert - Sonnenfotografie mit dem Smartphone macht Spaß, und die Nachtseite mit Mond und Planeten ist für den Preis überzeugend. Das f/4,4 bringt Koma am Rand, aber das stört im Zentrum des Bildes nicht.
Wer mehr Öffnung, keine Koma und keine Kollimation will, kauft etwas anderes - aber auch für deutlich mehr Geld. Wer mit 168 Euro den Einstieg in die Astronomie sucht und von Anfang an auch die Sonne beobachten möchte, ist beim Solarix gut aufgehoben.
Häufige Fragen zum Bresser Solarix 114/500
Die Fragen, die ich zum Solarix am häufigsten bekomme, drehen sich um Sicherheit beim Sonnenfilter, Beobachtungsziele und Eignung für Einsteiger. Hier die häufigsten Fragen mit Antworten.
Lohnt sich das Bresser Solarix 114/500 für Einsteiger?
Ja, besonders wenn du Sonne und Nachthimmel beobachten möchtest. Das Solarix kommt mit einem Objektiv-Sonnenfilter, den andere Einsteigerteleskope nicht mitliefern. Die azimutale Montierung ist unkompliziert, der Aufbau dauert weniger als zehn Minuten. Für ernsthafte Planetenbeobachtung wirst du die Grenzen des 114mm Newton irgendwann spüren. Mehr dazu in meinem Abschnitt zur Benutzerfreundlichkeit und unter "Für wen ist das Solarix?".
Was kann ich mit dem Bresser Solarix 114/500 beobachten?
Tagsüber zeigt das Solarix mit dem Sonnenfilter Sonnenflecken und Fackeln auf der Sonnenoberfläche. Nachts liefert es am Mond Krater und Gebirgsketten, Jupiter zeigt zwei Wolkenbänder, und Saturns Ring ist klar als eigenständige Struktur erkennbar. Bei offenen Sternhaufen und großflächigeren Deep-Sky-Objekten hilft das breite Gesichtsfeld bei f/4,4. Die Details mit Okularkombinationen findest du in meiner Vergrößerungstabelle.
Welches Zubehör sollte ich zum Bresser Solarix 114/500 dazukaufen?
Für den Start reichen die beiden mitgelieferten Okulare und die Barlowlinse gut aus. Wer mehr Planeten sehen will, ergänzt ein 6mm oder 5mm Okular. Ein Mondfilter schont bei Vollmond die Augen, weil 114mm Öffnung ordentlich Licht sammelt. Alle Empfehlungen mit Preisen stehen in meiner Zubehörtabelle.
Wo kann ich das Bresser Solarix 114/500 am günstigsten kaufen?
Das Solarix kostet aktuell 168 Euro bei astroshop.de und ist dort auf Lager mit Versand in 24 Stunden. Astroshop legt das Einsteiger-Handbuch "Teleskop-ABC" bei und bietet Fachberatung nach dem Kauf. In dieser Preisklasse schwanken die Preise kaum. Mehr zur Preiseinordnung findest du in meinem Abschnitt zur Preis-Leistungs-Bewertung.
Ist der Sonnenfilter beim Bresser Solarix 114/500 sicher?
Ja. Der mitgelieferte Objektiv-Sonnenfilter besteht aus zertifizierter Spezialfolie und sitzt vor dem Tubus, also vor der Optik. Das ist die einzig sichere Methode für Sonnenbeobachtung. Niemals einen Okular-Sonnenfilter verwenden, der hinter der Optik sitzt: Er kann durch den gebündelten Wärmefluss bersten und zu Augenverletzungen führen. Beim Solarix ist das kein Problem, weil Bresser ausschließlich den sicheren ausschließlich den Objektiv-Filter mitliefert.
Kann man mit dem Bresser Solarix 114/500 Astrofotografie machen?
Für Mond- und Sonnenfotografie mit dem Smartphone durchs Okular funktioniert das gut - die Smartphone-Halterung liegt sogar bei. Planetenfotografie mit einer dedizierten Kamera ist eingeschränkt möglich, aber das schnelle f/4,4 bringt am Rand Bildfehler. Für Langzeitbelichtungen von Deep-Sky-Objekten ist die azimutale Montierung ohne Nachführung nicht sinnvoll. Das Solarix ist primär ein visuelles Teleskop mit solidem Smartphone-Bonus.