SkySafari: Versionen, Einrichtung, Teleskopsteuerung & Praxis-Tipps
SkySafari ist die beste Astronomie-App, wenn du mehr willst als Sterne identifizieren. Beobachtungen planen, Teleskop steuern, Objekte loggen und Sichtbarkeitsfenster berechnen, alles in einer einzigen App. Ich nutze SkySafari seit Jahren an jedem Beobachtungsabend und möchte die App nicht mehr missen.
In diesem Ratgeber vergleiche ich die drei Versionen, zeige dir die Einrichtung Schritt für Schritt, erkläre die Teleskopsteuerung und teile meine besten Tipps für den Alltag. Vom ersten Start bis zur GoTo-Steuerung ist alles dabei.
Auf einen Blick
- SkySafari gibt es in drei Versionen: Basic (kostenlos, Himmelsidentifikation), Plus (Beobachtungslisten + Teleskopsteuerung) und Pro (riesige Datenbank + alle Features).
- Die Teleskopsteuerung über WiFi oder Bluetooth ist das Killer-Feature ab der Plus-Version und verwandelt dein Smartphone in eine GoTo-Handsteuerbox.
- SkySafari funktioniert vollständig offline und stört deine Dunkeladaption dank Rotlichtmodus minimal.
Die drei SkySafari-Versionen im Vergleich
Die Versionswahl hängt davon ab, was du mit der App vorhast. Die Unterschiede sind klar gestaffelt und jede Version baut auf der vorherigen auf.
| Feature | Basic | Plus | Pro |
|---|---|---|---|
| Sterne in Datenbank | 120.000 | 2,5 Millionen | 100+ Millionen |
| Deep-Sky-Objekte | 220 | 31.000 | 740.000+ |
| Teleskopsteuerung | Nein | Ja | Ja |
| Beobachtungslisten | Nein | Ja | Ja |
| Orbit-Simulationen | Nein | Einfach | Erweitert |
| Preis (ca.) | Kostenlos | 15 Euro | 30 Euro |
Meine Empfehlung: Für die meisten Beobachter ist die Plus-Version das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Teleskopsteuerung und die Beobachtungslisten machen den entscheidenden Unterschied gegenüber der kostenlosen Basisversion. Pro lohnt sich, wenn du sehr schwache Objekte planst oder die erweiterten Simulationen brauchst.
SkySafari einrichten
Nach der Installation sind drei Einstellungen wichtig, damit die App sofort korrekte Daten für deinen Standort anzeigt.
Standort und Zeitzone konfigurieren
SkySafari nutzt standardmäßig GPS, was am Beobachtungsplatz gut funktioniert. Ich empfehle dir, deine Stammplätze als gespeicherte Standorte anzulegen, damit die App auch ohne GPS-Signal sofort richtig arbeitet. Die Zeitzone wird automatisch erkannt, bei Reisen ins Ausland aber immer prüfen.
Ansicht anpassen
Stelle die Grenzgröße auf einen Wert, der zu deinem Teleskop passt (z.B. 12 mag für einen 8-Zoll-Dobson). Aktiviere den Rotlichtmodus für den Einsatz im Dunkeln und passe die Sternbildlinien nach deinem Geschmack an. Ich schalte die Beschriftungen für Messier-Nummern ein und die Sternnamen aus, weil das die Übersicht am Himmel verbessert.
Beobachtung planen mit SkySafari
Die Beobachtungsplanung ist die unterschätzte Stärke von SkySafari. Du kannst dir für jeden Abend eine Liste zusammenstellen und nach Sichtbarkeitsfenstern filtern. Die Funktion „Tonight's Best" zeigt dir automatisch die lohnendsten Objekte für die aktuelle Nacht an deinem Standort.
Für einen Messier-Marathon ist die Listenfunktion Gold wert: Du legst eine Liste aller 110 Objekte an, sortierst nach Untergangszeit und arbeitest sie der Reihe nach ab. SkySafari zeigt dir für jedes Objekt die Auf- und Untergangszeiten, die Kulminationszeit und die aktuelle Höhe über dem Horizont.
Teleskop mit SkySafari steuern
Die Teleskopsteuerung verwandelt dein Smartphone in eine visuelle GoTo-Handsteuerbox. Du tippst ein Objekt auf dem Bildschirm an, drückst „GoTo", und dein Teleskop fährt automatisch hin. Das funktioniert überraschend zuverlässig und präzise.
Verbindung herstellen
Die meisten modernen Montierungen unterstützen WiFi oder Bluetooth. Sky-Watcher-Montierungen nutzen den SynScan-WiFi-Adapter, iOptron bietet eigene WiFi-Module, und Celestron hat WiFi in neueren NexStar-Modellen eingebaut. Du verbindest dein Smartphone mit dem WiFi-Netzwerk der Montierung und wählst in SkySafari den passenden Montierungstyp aus.
Für ältere Montierungen ohne WiFi gibt es Nachrüst-Adapter wie den SynScan WiFi Dongle (ca. 80 Euro) oder den ASCOM-kompatiblen StellarMate-Stick. Auch eine kabelgebundene Verbindung über USB funktioniert mit einem OTG-Adapter am Android-Gerät.
GoTo und Nachführung
Nach dem Star-Alignment (2-3 helle Sterne anfahren und bestätigen) ist die Montierung kalibriert. Du tippst in SkySafari ein beliebiges Objekt an, wählst „Slew" oder „GoTo", und das Teleskop schwenkt dorthin. Mit „Sync" verfeinerst du das Alignment an der aktuellen Position. Ich synchronisiere nach jedem dritten oder vierten Objekt, um die Genauigkeit hoch zu halten.
Die besten Tipps für den Alltag
Sechs Tipps, die ich in Jahren der Nutzung gesammelt habe und die deinen Beobachtungsabend verbessern.
Rotlichtmodus konsequent nutzen. Aktiviere ihn vor dem Gang nach draußen, nicht erst am Teleskop. Jeder weiße Bildschirmblitz kostet dich 20 Minuten Dunkeladaption. Die Helligkeit auf das absolute Minimum stellen reicht am Okular völlig.
Beobachtungslog führen. SkySafari kann zu jedem Objekt Notizen, Datum und Bedingungen speichern. Ich notiere Vergrößerung, Seeing-Einschätzung und einen Satz dazu, was ich gesehen habe. Das hilft beim nächsten Besuch enorm bei der Einschätzung.
Offline-Modus testen. Schalte vor der Session den Flugmodus ein, damit keine Benachrichtigungen die Dunkeladaption stören. SkySafari arbeitet vollständig offline, und du brauchst kein Mobilfunknetz. Nur GPS muss aktiv bleiben, wenn du keinen gespeicherten Standort nutzt. Für eine ausführliche Beobachtungsplanung am Computer empfehle ich ergänzend Stellarium, das am Schreibtisch mehr Funktionen bietet.
Zeitraffer-Funktion nutzen. Du kannst die Zeit in SkySafari vor- und zurückspulen, um zu sehen, wo ein Objekt in zwei Stunden steht oder wann Jupiter aufgeht. Das hilft bei der Planung der Beobachtungsreihenfolge. Der AR-Modus (Augmented Reality) überlagert die Sternkarte mit dem Kamerabild deines Smartphones, was die Orientierung am Himmel erleichtert.
Häufige Fragen
Die wichtigsten Aspekte im Überblick.
Lohnt sich SkySafari Pro?
Wenn du ein Teleskop mit GoTo steuerst oder auf eine riesige Objektdatenbank angewiesen bist, ja. Pro enthält über 100 Millionen Sterne. Für Himmelsidentifikation und Beobachtungsplanung reicht die Plus-Version völlig.
Gibt es SkySafari für Android und iOS?
Ja, SkySafari ist für beide Plattformen verfügbar. Die Funktionen sind identisch, und die App ist im jeweiligen Store erhältlich.
Kann ich SkySafari offline nutzen?
Ja, SkySafari funktioniert vollständig offline. Die gesamte Sternendatenbank ist lokal gespeichert. Am Beobachtungsplatz brauchst du kein Internet, nur GPS für die Standortbestimmung.
Ist Stellarium eine gute Alternative zu SkySafari?
Stellarium auf dem Desktop ist hervorragend und kostenlos. Die Smartphone-App ist ebenfalls gut, bietet aber weniger Funktionen als SkySafari Plus oder Pro. Besonders bei Teleskopsteuerung und Beobachtungslisten hat SkySafari die Nase vorn.
Welche Version brauche ich für die Teleskopsteuerung?
Die Teleskopsteuerung ist ab SkySafari Plus verfügbar. Du brauchst zusätzlich einen WiFi-Dongle oder Bluetooth-Adapter für deine Montierung. Die Pro-Version bietet dieselbe Steuerung mit erweiterter Datenbank.
Ist SkySafari ein Abo oder ein Einmalkauf?
SkySafari 7 ist ein Einmalkauf ohne laufende Kosten. Beim Wechsel auf eine neue Hauptversion fällt ein erneuter Kauf an, der günstiger ist als der Vollpreis.