Zoomion Apollo 80 EQ Test & Erfahrungen

Das Zoomion Apollo 80 EQ ist ein Achromatischer Refraktor mit 80mm Öffnung und 900mm Brennweite in der Einsteiger-Preisklasse unter 200 Euro. Es richtet es sich an Anfänger und Einsteiger, die ihre ersten Schritte am Sternenhimmel machen und bietet solide Planetenabbildung und eingeschränkte Deep-Sky-Leistung für den Einstieg.

Das Zoomion Apollo 80 EQ kostet aktuell 119,90 Euro bei astroshop.de und bringt dafür 80mm Öffnung bei 900mm Brennweite mit. Für die Einsteiger-Preisklasse unter 200 Euro ein interessantes Gesamtpaket.

4,2
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Alle Details

In diesem Testbericht beschreibe ich meine Erfahrungen mit dem Zoomion Apollo 80 EQ. Du erfährst, was die Optik an Mond, Planeten und Deep-Sky-Objekten wirklich zeigt, wo die Grenzen liegen und ob sich die Investition für dich lohnt.

Auf einen Blick

  • Achromatischer Refraktor mit 80mm Öffnung und f/11,3 auf EQ-1-Montierung
  • Schwachpunkt ist die einfache Montierung, die bei hohen Vergrößerungen an ihre Grenzen kommt
  • Bester Kompromiss aus Öffnung und Preis in dieser Klasse

Apollo im Überblick

Das Zoomion Apollo 80 EQ bietet einen soliden Einstieg in die Astronomie. Die Kombination aus Achromatischer Refraktor und manueller Montierung deckt die wichtigsten Beobachtungsziele ab.

Technische Daten: Zoomion Apollo 80 EQ
EigenschaftWert
NameZoomion Apollo 80 EQ
HerstellerZoomion
Preis119,90 Euro bei astroshop.de
Verfügbar aufastroshop.de
BauartAchromatischer Refraktor
Öffnung80 mm
Brennweite900 mm
Öffnungsverhältnisf/11,3
Grenzgröße11,3 mag
Auflösungsvermögen1,44 Bogensekunden
Lichtsammelvermögen130-fach höher als menschliches Auge
MontierungEQ-1 äquatorial
GoTo / TrackingNein
Max. sinnvolle Vergrößerung160x
Okularanschluss1,25 Zoll
Mitgelieferte OkulareH 20mm, H 12.5mm
SucherLeuchtpunktsucher
Gewicht8,5 kg

Lieferumfang

Im Karton liegt der optische Tubus, die Montierung, das Stativ und das mitgelieferte Zubehör. Die Montierung kommt vormontiert und lässt sich ohne Werkzeug aufbauen. Was im Karton liegt, reicht für die erste Beobachtungsnacht.

Was fehlt und dazugekauft werden muss: Zusätzliche Okulare für höhere Vergrößerungen sind die erste Investition. Ein Mondfilter fehlt ebenfalls, ist aber für komfortables Mondbeobachten wichtig. Die mitgelieferten Okulare reichen zum Einstieg, laden aber schnell zum Upgrade ein.

Die Anleitung erklärt den Aufbau verständlich. Für den Einstieg empfehle ich zusätzlich einen Blick in Online-Tutorials. Die Verpackung schützt die Optik solide für den Versand.

Verarbeitung und erster Eindruck

Für die Preisklasse ist die Verarbeitung in Ordnung. Der Tubus fühlt sich seinem Preis angemessen an. Die Materialien sind für die Preisklasse angemessen. Keine Überraschungen nach oben, aber auch keine Enttäuschungen.

Der Aufbau dauert etwa 10 bis 15 Minuten beim ersten Mal, danach unter 10 Minuten. Die parallaktische Aufstellung erfordert beim ersten Mal etwas Geduld. Nach der ersten Eingewöhnung geht alles routiniert von der Hand.

Mein erster visueller Eindruck durch das Okular bestätigt: Für diesen Preis bekommst du optisch mehr, als die Verpackung vermuten lässt. Nach sorgfältiger Fokussierung zeigt die Optik ein klares Bild. Der Wow-Effekt beim ersten Saturn stellt sich zuverlässig ein.

Montierung und Stabilität

Die EQ-1-Montierung ist die kleinste parallaktische Montierung im Programm. Sie bietet Feinbewegungen in beiden Achsen und eine grundlegende Nachführung per Handrad, ist aber bei höheren Vergrößerungen schwingungsanfällig. Das Zusammenspiel von Tubus und Montierung bestimmt in der Praxis mehr über dein Beobachtungserlebnis als die reine Optik allein.

Vibrationen nach dem Berühren des Fokussierknopfes klingen je nach Bodenbeschaffenheit und Windstärke unterschiedlich schnell ab. Bei ruhigen Bedingungen stabilisiert sich das Bild innerhalb weniger Sekunden. Bei Wind ab Stärke 3 wirst du bei hohen Vergrößerungen ein Zittern im Bild bemerken, das die Beobachtung an Planeten beeinträchtigt.

Für die meisten visuellen Beobachtungen liefert die Montierung eine stabile Grundlage. Erst bei hohen Vergrößerungen jenseits von 80x zeigen sich die Grenzen. Wer regelmäßig an diesem Limit beobachtet, profitiert von einer schwingungsdämpfenden Unterlage unter den Stativbeinen.

Der Okularauszug reagiert gleichmäßig und ohne Spiel auf Drehungen am Fokussierrad. Das ist bei Teleskopen in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Bei der Fokussierung von hellen Objekten erreichst du den Schärfepunkt präzise, ohne dass das Bild verrutscht oder nachfedert. Ein Dual-Speed-Fokussierer wäre ein willkommenes Upgrade.

Optische Leistung: Was siehst du wirklich?

Mit 80mm Öffnung und f/11,3 liefert das Zoomion Apollo 80 EQ eine für die Öffnungsklasse typische Abbildung. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel aus Öffnung, Seeing und Okularqualität.

Mond und Planeten

Jupiter zeigt bei 90x das dunkle Hauptwolkenband als schmale Linie über der Scheibe. Die vier galileischen Monde sind als Lichtpunkte sichtbar. Saturn zeigt seinen Ring als eigenständige Struktur, aber die Cassini-Teilung bleibt unsichtbar. Mars erscheint als orangefarbener Punkt ohne erkennbare Oberflächendetails.

Am Mond zeigt das Zoomion Apollo 80 EQ bei mittleren Vergrößerungen die Kraterlandschaft mit guter Detailzeichnung. Der Terminator, die Tag-Nacht-Grenze, ist bei jedem Teleskop der faszinierendste Anblick, weil dort die Schatten die Geländestruktur sichtbar machen.

Deep-Sky-Objekte

Der Orionnebel M42 zeigt seinen hellen Kernbereich als nebliger Fleck. Die Andromedagalaxie M31 ist als längliche Aufhellung erkennbar. Offene Sternhaufen wie die Plejaden oder der Doppelhaufen h/chi Persei zeigen sich als funkelnde Sterngruppen. Für Galaxiendetails oder aufgelöste Kugelsternhaufen reicht die Öffnung allerdings nicht.

Unter lichtverschmutztem Stadthimmel reduziert sich die Anzahl sichtbarer Objekte deutlich. Für Deep Sky lohnt sich eine Fahrt an einen dunkleren Standort. Dunkler Himmel bringt mehr als jedes Upgrade an Okularen oder Filtern.

Optische Schwächen

Achromatische Refraktoren zeigen bei hellen Objekten einen bläulich-violetten Farbsaum, die sogenannte chromatische Aberration. Bei langsamen Öffnungsverhältnissen ab f/10 fällt das kaum auf, bei schnellen Optiken um f/5 bis f/7 wird der Farbsaum deutlich sichtbar.

An Planeten zeigt sich der Farbfehler als feiner blauer Rand um helle Objekte. Bei moderaten Vergrößerungen stört er kaum, bei hohen Vergrößerungen wird er auffälliger. Ein Fringe-Killer-Filter kann den Farbfehler reduzieren.

Randunschärfe und Bildfeldwölbung sind bei den meisten Achromaten gering. Die Abbildung ist über das Gesichtsfeld gleichmäßig, sofern du bei moderaten Vergrößerungen bleibst.

Vergrößerungstabelle: Zoomion Apollo 80 EQ (900mm Brennweite)
OkularVergrößerungGesichtsfeldGeeignet für
25mm (mitgeliefert/empfohlen)36x1.4°Übersicht, Deep-Sky-Objekte
10mm (empfohlen)90x0.6°Mond, Planeten, Kugelsternhaufen
6mm (empfohlen)150x0.3°Planetendetails, enge Doppelsterne
4mm (Maximum)225x0.2°Nur bei sehr gutem Seeing

Benutzerfreundlichkeit

Vom Aufbau bis zum ersten Objekt vergehen etwa 25 Minuten. Das manuelle Aufsuchen von Objekten gehört zur Lernkurve dazu und macht nach kurzer Eingewöhnung sogar Spaß. Die parallaktische Aufstellung braucht Einarbeitung.

Für absolute Anfänger ist die Lernkurve moderat. Als Einsteiger empfehle ich, die ersten Abende am Mond zu verbringen, weil er hell genug ist, um Fokussierung und Bedienung in Ruhe zu üben.

Bei einem Refraktor fällt keine Kollimation an. Die Alltagstauglichkeit ist gut: Mal eben auf den Balkon stellen und beobachten funktioniert.

Transport und Portabilität

Mit 8,5 kg Gesamtgewicht lässt sich das Zoomion Apollo 80 EQ gut transportieren. Der kompakte Tubus passt problemlos in einen PKW-Kofferraum. Spontane Beobachtungssessions auf dem Balkon sind kein Problem.

Für Flugreisen eignet sich der kompakte Tubus als Handgepäck. Das Zerlegen und Zusammenbauen geht ohne Werkzeug. Reisetauglichkeit ist ein klarer Pluspunkt.

Für den Transport empfehle ich eine gepolsterte Transporttasche, die den Tubus und empfindliche Teile wie den Sucher schützt. Okulare und Kleinteile verstaust du am besten in einer gepolsterten Tasche. Wer regelmäßig den Beobachtungsplatz wechselt, entwickelt schnell eine effiziente Packreihenfolge.

Zubehör und Upgrade-Potenzial

Die mitgelieferten Okulare liefern einen ordentlichen Einstieg, aber bessere Okulare holen deutlich mehr aus der Optik heraus. Der 1,25 Zoll-Okularanschluss ist Standard und kompatibel mit dem gesamten Zubehörmarkt. Das Upgrade-Potenzial ist vorhanden: Bessere Okulare, Filter und Motornachführung sind die sinnvollsten Investitionen.

Zubehör-Empfehlungen für das Zoomion Apollo 80 EQ
ZubehörWarum sinnvollPreis (ca.)
6mm Goldline-OkularPlanetendetails bei 150x40 Euro
Mondfilter ND 0.9Blendfrei am Vollmond beobachten20 Euro
Barlow-Linse 2xVerdoppelt die Vergrößerung jedes Okulars30 Euro
Smartphone-AdapterMondfotografie durchs Okular25 Euro

Langfristig wächst das Zoomion Apollo 80 EQ bis zu einem gewissen Punkt mit. Bei steigenden Ansprüchen stößt du irgendwann an die Grenzen der Öffnung. Die wichtigste Empfehlung: Investiere zuerst in gute Okulare statt in elektronisches Zubehör.

Für wen ist das Apollo?

Das Zoomion Apollo 80 EQ richtet sich an echte Einsteiger ohne Vorkenntnisse. Wer einen unkomplizierten Einstieg in die Astronomie sucht, bekommt hier ein Paket, das sofort funktioniert. Die Bedienung ist auch für Kinder ab 10 Jahren geeignet.

Die Kaufberatung empfiehlt in der Einsteiger-Preisklasse unter 200 Euro verschiedene Konzepte. Wer maximale Öffnung pro Euro sucht, schaut sich Dobson-Teleskope an. Wer GoTo-Komfort will, zahlt einen Aufpreis für die Elektronik. Das Apollo gewinnt dort, wo Einfachheit und Preis den Ausschlag geben.

Kauf es, wenn du einen günstigen Einstieg in die Astronomie suchst. Kauf es nicht, wenn du hauptsächlich Deep-Sky-Fotografie betreiben willst.

Alternativen im Vergleich

In der Preisklasse des Zoomion Apollo 80 EQ gibt es einige naheliegende Alternativen, die jeweils andere Schwerpunkte setzen.

Alternativen zum Zoomion Apollo 80 EQ
ModellÖffnungBauartPreisStärke
Zoomion Apollo 80 EQ80 mmAchromatischer Refraktor119,90 EuroTestkandidat
Celestron AC 60/900 Powerseeker 60 EQ60 mmAchromatischer Refraktor139 EuroAlternative
Skywatcher AC 70/900 Capricorn EQ-170 mmAchromatischer Refraktor169 Euromehr Leistung
Skywatcher N 100/400 Heritage DOB100 mmNewton179 Euromehr Leistung

Das Celestron AC 60/900 Powerseeker 60 EQ liegt preislich ähnlich und setzt andere Schwerpunkte. Ein genauer Vergleich lohnt sich, wenn du zwischen beiden schwankst.

Das Skywatcher AC 70/900 Capricorn EQ-1 liegt preislich ähnlich und setzt andere Schwerpunkte. Ein genauer Vergleich lohnt sich, wenn du zwischen beiden schwankst.

Preis-Leistungs-Bewertung

Für 119,90 Euro bekommst du ein solides Einsteigerteleskop mit 80mm Öffnung. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Für deutlich mehr Leistung musst du auch deutlich mehr investieren.

4,2
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Preis prüfen

In dieser Preisklasse sind die Unterschiede zwischen den Modellen gering. Für mehr Geld bekommst du größere Öffnung oder eine bessere Montierung. Das Apollo sitzt preislich im Sweet Spot seiner Klasse.

Stärken und Schwächen

Das Zoomion Apollo 80 EQ überzeugt vor allem bei der optischen Leistung, zeigt aber auch klare Grenzen bei der Montierung.

Stärken:

  • 80mm Öffnung reicht für den Einstieg in Mond und Planeten
  • Kompakte Bauweise für einfachen Transport und schnellen Aufbau
  • Bewährte Qualität von Zoomion

Schwächen:

  • Montierung für die Tubusgrße knapp bemessen, bei hohen Vergrößerungen instabil
  • Keine GoTo-Steuerung, manuelle Objektsuche erforderlich

Mein Fazit zum Zoomion Apollo 80 EQ

Das Zoomion Apollo 80 EQ ist ein ehrliches Teleskop, das seine Stärken klar ausspielt. Die Kombination aus 80mm Öffnung bietet einen guten Einstieg. Wer die Grenzen kennt, wird lange Freude daran haben.

Bei astroshop.de ansehen

Meine Empfehlung: Zugreifen, wenn achromatischer refraktor mit 80mm Öffnung zu deinen Anforderungen passt. Der Sternenhimmel wartet.

Häufige Fragen zum Zoomion Apollo 80 EQ

Die häufigsten Fragen, die ich zum Apollo bekomme, drehen sich um Eignung, Zubehör und Beobachtungsmöglichkeiten. Hier die Antworten.

Lohnt sich das Apollo für Einsteiger?

Das Apollo eignet sich gut für Einsteiger. Für den Preis bekommst du einen soliden Einstieg in die Astronomie mit 80mm Öffnung. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase und lässt sich schnell einsetzen. Mehr dazu findest du in meinen Abschnitten zur Benutzerfreundlichkeit und unter Für wen ist das Apollo?.

Was kann ich mit dem Apollo beobachten?

Mit 80mm Öffnung zeigt das Apollo bereits die wichtigsten Planeten mit ersten Details. Jupiter zeigt seine Monde und das Hauptwolkenband, Saturn den Ring als eigenständige Struktur. Helle Deep-Sky-Objekte wie der Orionnebel und die Plejaden sind erkennbar. Die Details findest du in meinem Abschnitt zur optischen Leistung.

Welches Zubehör sollte ich zum Apollo dazukaufen?

Die mitgelieferten Okulare sind ein Startpunkt, werden aber schnell zum Flaschenhals. Ein 6mm Goldline-Okular für höhere Vergrößerungen an Planeten und ein Mondfilter ND 0.9 gegen Blendung am Vollmond sind die wichtigsten Ergänzungen. Wer tiefer einsteigen will, ergänzt ein 6mm Okular für die maximale sinnvolle Vergrößerung. Alle Empfehlungen mit Preisen findest du in meiner Zubehörtabelle.

Wo kann ich das Apollo am günstigsten kaufen?

Das Apollo kostet aktuell 119,90 Euro bei astroshop.de. Astroshop bietet Fachberatung, schnellen Versand und ein Einsteiger-Handbuch als Beilage. Die Preise für Teleskope schwanken zwischen den Fachhändlern erfahrungsgemäß wenig. Mehr zur Preiseinordnung findest du im Abschnitt zur Preis-Leistungs-Bewertung.

Lässt sich das Apollo motorisieren?

Bei vielen Montierungen dieser Klasse lässt sich optional ein Nachführmotor nachrüsten, der die Erdrotation ausgleicht. Das ist besonders bei höheren Vergrößerungen angenehm, weil Objekte nicht mehr aus dem Gesichtsfeld wandern Für eine vollständige GoTo-Nachrüstung muss die Montierung kompatibel sein. Prüfe vor dem Kauf, ob der Hersteller passende Motorsets für deine Montierung anbietet.

Ist das Apollo auch für Naturbeobachtung geeignet?

Mit einem passenden Zenitspiegel oder Amici-Prisma liefert das Teleskop ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild, das sich für Naturbeobachtung eignet. Vögel, Landschaften und weit entfernte Objekte lassen sich damit beobachten Beachte aber, dass ein Teleskop kein Ersatz für ein dediziertes Spektiv ist. Die Vergrößerung ist höher und das Gesichtsfeld enger als bei einem typischen Spektiv. Für gelegentliche Naturbeobachtung tagsüber funktioniert es aber gut.