Unistellar eVscope 2 Test & Erfahrungen

Das Unistellar eVscope 2 ist kein klassisches Teleskop, sondern ein eigenständiges Bildverstärkungs-System: 114mm Newton-Optik mit festverbautem Sony-Sensor, einem OLED-Bildschirm hinter dem Okular und einer App, die Ausrichtung und Nachführung vollautomatisch übernimmt. Der Blick durchs Okular zeigt dabei kein direktes optisches Bild, sondern ein live berechnetes, aufaddiertes Kamerabild, das mit jeder Sekunde heller und detailreicher wird.

Das eVscope 2 kostet aktuell 4.699 Euro bei astroshop.de und gehört damit zu den teuersten Smart-Teleskopen auf dem Markt. Was es mitbringt, das kein Konkurrent in dieser Form bietet, ist die Kombination aus physischem OLED-Okular und Live-Stacking: Du schaust nicht auf ein Smartphone-Display, sondern durch ein echtes Okular in das aufgehellte Weltall.

Alle Details

In diesem Test zeige ich, was das eVscope 2 in der Praxis wirklich zeigt, wie die Unistellar App im Alltag funktioniert, wo die Technik ihre Schwächen hat und für wen der Aufpreis gegenüber dem günstigeren Nachfolger Odyssey gerechtfertigt ist - und für wen er es nicht ist.

Auf einen Blick

  • Einziges Smart-Teleskop mit physischem OLED-Okular und Live-Stacking in einer Einheit
  • Schwachpunkt ist der Preis von fast 4.700 Euro - der Odyssey kostet gut 2.300 Euro weniger
  • Richtige Wahl für alle, die Okular-Feeling und Deep-Sky-Bildverstärkung in einem System wollen

eVscope 2 im Überblick

Unistellar hat mit dem eVscope 2 das Konzept eines Smart-Teleskops konsequent zu Ende gedacht: Der Tubus des 114/450 Newton enthält keinen klassischen Fangspiegel, sondern einen Sony-IMX347-Sensor an seiner Stelle. Was dieser Sensor aufnimmt, wird von der internen Elektronik verarbeitet, live gestackt und auf einem OLED-Bildschirm dargestellt, in den ein Okular eingebaut ist. Das ergibt ein Erlebnis zwischen visuellem Beobachten und Astrofotografie, das sich von allem anderen auf dem Markt unterscheidet.

Technische Daten: Unistellar eVscope 2
EigenschaftWert
NameUnistellar Smart Telescope N 114/450 eVscope 2
HerstellerUnistellar
Preis4.699 Euro bei astroshop.de
Verfügbar aufastroshop.de (3-5 Tage)
ProdukttypSmart Telescope
BauartNewton-Reflektor
Öffnung114 mm
Brennweite450 mm
Öffnungsverhältnisf/4
Grenzgröße18,2 mag
SensorSony IMX347 CMOS
Bildauflösung7,7 Megapixel
Sichtfeld34,2 x 45,6 Bogenminuten
OkularOLED-Bildschirm (eingebaut)
Himmelskatalog5.000+ Objekte, 37 Millionen Sterne
AusrichtungPlate-Solving, Kompass, Beschleunigungssensor
SteuerungUnistellar App (iOS und Android)
BildverstärkungEnhanced Vision Technology, Live-Stacking
FokussierungManuell mit integrierter Bahtinov-Maske im Staubdeckel
Akku9 Stunden
Speicher64 GB intern
Gewicht7 kg (Tubus) + 2 kg (Stativ) = 9 kg
BesonderheitenSETI-Partnerschaft, Vivid Vision, Autonomous Field Detection
Garantie2 Jahre

Das eVscope 2 bedient eine Nische, die zwischen klassischem Visuell-Beobachten und reiner Astrofotografie liegt. Es ist kein Teleskop im traditionellen Sinne, sondern ein eigenständiges Bildverstärkungs-Instrument mit eigenem Nutzungskonzept.

Lieferumfang

Im Karton liegen das eVscope 2 mit eingebautem Sensor und OLED-Okular, das Dreibeinstativ, die Bahtinov-Maske als Staubschutzkappe, Ladegerät, Einstellwerkzeug und die Dokumentation. Die App gibt es kostenlos - kein separater Kauf nötig.

Was nicht im Karton liegt, sind klassische Okulare oder Filter - und das aus gutem Grund: Das eVscope 2 braucht sie nicht. Der eingebaute OLED-Bildschirm übernimmt die Funktion des Okulars, der Sensor ersetzt den Fangspiegel. Du kaufst ein in sich abgeschlossenes System, das keine Zubehörergänzung erfordert, um loszulegen. Im Gegensatz dazu starten klassische GoTo-Teleskope mit einem einzigen Okular, Ergänzungen nötig.

Der Staubdeckel mit integrierter Bahtinov-Maske ist eine praktische Lösung: Statt ein separates Fokussierhilfsmittel zu kaufen, drehst du den Deckel um, steckst ihn auf den Tubus und nutzt das Beugungsmuster zur Scharfstellung. Die mitgelieferten Einstellwerkzeuge für die Kollimation sind ebenfalls dabei. Die Anleitung ist knapp, aber die App führt durch den ersten Start.

Verarbeitung und erster Eindruck

Das eVscope 2 wirkt beim Auspacken erstaunlich kompakt für ein 114mm Newton. Der schwarze Tubus ist aus Aluminium gefertigt, die Verarbeitungsqualität liegt auf dem Niveau eines gehobenen Amateurteleskops. Nichts wackelt, die Stativbeine rasten sauber ein, und der Okularausblick mit dem eingebauten OLED-Display sitzt stabil in seinem Auszug. Für fast 4.700 Euro ist das Qualitätsniveau solide, aber nicht überragend - ein Celestron NexStar 8 SE fühlt sich an manchen Stellen stabiler und massiver an.

Der Aufbau dauert unter 10 Minuten. Stativ auffalten, Tubus montieren, einschalten, App verbinden. Das Plate-Solving, also die automatische Ausrichtung per Sternfelderkennung, dauert in einer klaren Nacht etwa 30 bis 60 Sekunden. Ich war beim ersten Abend überrascht, wie schnell das System einsatzbereit war - keine Sterne zentrieren, kein Alignment mit drei Referenzpunkten, einfach einschalten und staunen.

Was beim ersten Blick durchs Okular auffällt: Das OLED-Display zeigt zunächst ein dunkles, körniges Bild, das aber mit jeder Sekunde besser wird, weil die Live-Stacking-Funktion Belichtungen addiert. Wer ein sofort scharfes Bild wie beim visuellen Beobachten erwartet, braucht ein paar Minuten Geduld. Danach ist der Effekt tatsächlich beeindruckend, das ist keine Übertreibung.

Elektronik und App

Die Unistellar App ist das Herzstück des eVscope 2. Sie ist für iOS und Android verfügbar und übernimmt sämtliche Steuerung: Objekt auswählen, Bildverstärkung starten, Helligkeit anpassen, Aufnahmen speichern. Ein Objekt anfahren funktioniert über eine Suchleiste oder das integrierte Planetarium - du tippst an und das eVscope schwenkt automatisch dorthin.

Die Autonomous Field Detection ist dabei das Alleinstellungsmerkmal gegenüber klassischen GoTo-Systemen. Statt drei Ausrichtsterne manuell zu zentrieren, analysiert das eVscope das Sternfeld im Sichtbereich und errechnet daraus die aktuelle Ausrichtung. Das funktioniert schnell und präzise, und nach meiner Erfahrung landet das Teleskop das gewünschte Objekt verlässlich im Bildfeld. Die Nachführung hält Objekte über die gesamte Beobachtungsnacht zentriert.

Für Software-Updates braucht man Internetverbindung, für die reine Beobachtung reicht das direkte WLAN-Netz des eVscope. Das funktioniert auch auf dem Feld ohne Router. Die SETI-Partnerschaft erlaubt es außerdem, das eigene eVscope in ein weltweites Netzwerk einzubinden, das wissenschaftliche Daten zu Kometen, Asteroiden und Supernovae sammelt. Das ist eine nette Besonderheit, die den normalen Beobachtungsablauf nicht beeinflusst, aber Community-Aspekt schafft.

Die Vivid Vision Technologie wurde per Software-Update nachgeliefert und verbessert die Farbwiedergabe spürbar. Galaxien wirken nach dem Update weniger grau-weiß und zeigen deutlichere Farbstrukturen. Das zeigt, dass Unistellar das eVscope 2 aktiv weiterentwickelt - Software-Updates liefern echten Mehrwert.

Optische Leistung: Was siehst du wirklich?

Die optische Leistung des eVscope 2 lässt sich nicht mit klassischer visueller Beobachtung vergleichen. Das System addiert Einzelbelichtungen, die wahrgenommene Tiefe hängt von der Belichtungszeit ab. Nach 30 Sekunden siehst du mehr als durch ein 114mm Newton visuell, nach 5 Minuten mehr als viele erfahrene Beobachter jemals am Okular gesehen haben.

Mond und Planeten

Beim Mond funktioniert das eVscope 2 gut, wenn auch ohne das kontrastreiche Schwarz-Weiß-Bild, das ein guter Spiegel bei direktem Okularblick liefert. Kraterwände, Rillen im Mare Imbrium und Zentralberge sind erkennbar, aber das OLED-Bild wirkt durch die Bildverarbeitung leicht geglättet. In meinem Test zeigt der Mond Strukturen, die sich auf unter 20 km Durchmesser auflösen lassen, mehr nicht.

Planeten sind möglich, aber mit 450mm Brennweite und f/4 ist das eVscope 2 kein Planetenspezialist. Jupiter zeigt Wolkenbänder, Saturn den Ring als eigenständige Struktur. Wer Planetendetails wie die Cassini-Teilung oder Jupitermonde als winzige Pünktchen sehen will, braucht mehr Brennweite und eine andere Bauart. Das eVscope 2 ist konsequent auf Deep-Sky ausgelegt.

Deep-Sky-Objekte

Hier spielt das eVscope 2 seine Trümpfe aus. Der Sony IMX347 hat eine Grenzgröße von 18,2 mag, was weit über dem liegt, was 114mm visuell erreichen könnten. Der Orionnebel M42 zeigt nach einer Minute Stacking Strukturen und Farbabstufungen, die mich beim ersten Mal sprachlos gemacht haben. Die innere Trapezstruktur ist klar erkennbar, die Nebelbänder ziehen sich weit ins Bildfeld. Die Andromedagalaxie M31 füllt das Sichtfeld von 34 x 46 Bogenminuten fast vollständig aus, und nach wenigen Minuten Stacking sind die dunklen Staublinien deutlich erkennbar.

Kugelsternhaufen wie M13 im Herkules zeigen individuelle Sterne, die am Rand des Haufens aufgelöst werden. Planetarische Nebel wie M57, der Ringnebel in der Leier, zeigen die charakteristische Ringform in Farbe. Galaxienpärchen wie M81 und M82 passen gemeinsam ins Gesichtsfeld und zeigen bei ausreichender Stackingzeit die unruhige, strukturierte Form der Zigarrengalaxie. Das ist ein Niveau, das 114mm visuell nicht erreichen.

Unter Stadthimmel mit starker Lichtverschmutzung liefert das eVscope 2 trotzdem erkennbare Ergebnisse. Die Bildverstärkung kompensiert hellen Hintergrund bis zu einem gewissen Grad - wie stark Lichtverschmutzung Beobachtungen beeinflusst und welche Gegenmaßnahmen helfen, erklärt mein EAA-Ratgeber. Unter dunklem Landhimmel ist der Unterschied deutlich spürbar, der Aufwand lohnt sich.

Optische Schwächen

Die Bildverarbeitung glättet Details und schafft einen leicht "filmischen" Look, den erfahrene Beobachter als Abweichung wahrnehmen. Das ist keine Fehlfunktion, sondern das Prinzip. Wer Planetendetails auf hohem Niveau sucht, ist beim eVscope 2 an der falschen Adresse.

Die manuelle Fokussierung ist der einzige Schritt, der Übung erfordert. Die Bahtinov-Maske hilft dabei, aber ein falscher Fokus fällt im OLED-Bild nicht sofort auf - er zeigt sich erst nach längerer Stackingzeit als weicher als optimal. Nach ein bis zwei Abenden sitzt die Routine. Das ist kein schwerwiegender Nachteil, aber ein Unterschied zu neueren Modellen wie dem Odyssey mit automatischem Autofokus.

Enhanced Vision: eVscope 2 mit 450mm Brennweite nach Stackingzeit
StackingzeitSichtbare DetailsGeeignet für
15 SekundenHelle Objekte erkennbar, Kontrast niedrigErsteindruck, Groborientierung
1 MinuteNebelstrukturen, Galaxienkern sichtbarOrionnebel, Andromeda, Kugelsternhaufen
5 MinutenFarbstrukturen, Staublinien, feine DetailsGalaxienpärchen, planetarische Nebel
15 MinutenSchwache Objekte bis 18 mag, maximale TiefeSchwache Galaxien, Emissionsnebel

Benutzerfreundlichkeit

Vom Aufstellen bis zum ersten gestackten Objekt vergehen etwa 10 Minuten, davon 3 bis 5 für das Plate-Solving. Das ist schneller als jedes klassische GoTo-Teleskop mit manuellem Alignment. Kein Dreisterne-Alignment, kein Einnorden, kein manuelles Zentrieren von Referenzsternen - das Teleskop findet sich selbst. Für absolute Einsteiger ist das ein enormer Einstiegsvorteil gegenüber klassischen GoTo-Systemen.

Die App führt durch jeden Schritt, einschließlich der Fokussierung mit der Bahtinov-Maske. Das Schwenken zu einem neuen Objekt funktioniert per Antippen. Du kannst am OLED-Okular stehen und gleichzeitig dein Telefon für Objektwahl nutzen - beide Nutzungsarten parallel möglich.

Kollimation ist beim eVscope 2 gelegentlich nötig, weil es ein Newton-Spiegel ist. Unistellar liefert das Einstellwerkzeug mit, die App-Anleitung ist verständlich. In meinem Test musste ich nach einigen Transporten nachkollimieren - normale Newton-Wartung, aber etwas, das manche Einsteiger verunsichert.

Transport und Portabilität

Das eVscope 2 wiegt mit Stativ 9 kg und hat einen kompakten Tubus. Der komplette Aufbau passt in eine mittelgroße Tasche, für die Unistellar eine passende Transporttasche anbietet. In einen normalen PKW-Kofferraum passt das System problemlos, für längere Wanderungen zum Beobachtungsplatz sind 9 kg gerade noch akzeptabel.

Der eingebaute 9-Stunden-Akku ist ein klarer Vorteil bei Feldausflügen: Das eVscope 2 braucht kein Kabel, kein Netzteil und keine externe Stromversorgung für eine vollständige Beobachtungsnacht. Das unterscheidet es von vielen klassischen GoTo-Systemen, die auf Batterien oder ein 12V-Netzteil angewiesen sind.

Zubehör und Upgrade-Potenzial

Das eVscope 2 ist ein proprietäres System ohne Standard-Okularanschluss. Du kannst keine eigenen Okulare oder Filter in den Strahlengang einbringen, weil der Sensor den Fangspiegel ersetzt. Die Erweiterungsmöglichkeiten sind begrenzt - Unistellar plant das als Komplettsystem, nicht als Basis für individuelle Konfigurationen.

Zubehör-Empfehlungen für das Unistellar eVscope 2
ZubehörWarum sinnvollPreis (ca.)
Unistellar TransporttascheSicherer Transport, passgenauer Schutz80 Euro
Rote LED-TaschenlampeDunkeladaption erhalten beim Ablesen der App10 Euro
Powerbank 20.000 mAhReserve für mehrtägige Camping-Trips40 Euro
12V-Kfz-AdapterkabelLaden während der Fahrt zum Beobachtungsplatz15 Euro

Das Upgrade-Potenzial des eVscope 2 liegt nicht in Hardware, sondern in Software. Unistellar liefert Updates, die neue Funktionen freischalten - Vivid Vision war ein solches Update. Wer das System kauft, kauft damit auch die Perspektive, dass zukünftige Software-Updates die Bildqualität weiter verbessern können. Das ist ein anderes Konzept: Beim klassischen Teleskop rüstest du durch Okulare, Filter, Zubehör auf.

Für wen ist das eVscope 2?

Das eVscope 2 richtet sich an Beobachter, die sofort tiefe Einblicke in den Kosmos wollen, ohne sich mit Alignment, Okularkombinationen und Nachführung auseinanderzusetzen. Ideal ist es für technikaffine Einsteiger mit entsprechendem Budget, die das klassische Okular-Erlebnis mit modernen Bildverstärkungs-Ergebnissen kombinieren wollen. Auch Fortgeschrittene, die ein unkompliziertes System für schnelle Beobachtungsabende suchen, ohne ihr Hauptteleskop jedes Mal aufzubauen, liegen hier richtig.

Weniger geeignet ist das eVscope 2 für Beobachter, die Planetendetails auf höchstem Niveau suchen, für alle die maximale Öffnung pro Euro wollen, und für klassische Visuell-Beobachter, die den direkten optischen Blick bevorzugen. Die Kaufberatung für Smart-Teleskope erklärt, wann ein klassisches GoTo-Teleskop die klar bessere Wahl ist.

Mein Tipp: Kauf es, wenn du das einzigartige OLED-Okular-Erlebnis mit maximaler Deep-Sky-Leistung willst und das Budget mitbringst. Kauf es nicht, wenn du primär Planeten beobachten willst oder knapp 2.400 Euro weniger ausgeben möchtest - Odyssey genügt dann vollständig.

Alternativen im Vergleich

Das eVscope 2 hat im Smart-Teleskop-Segment drei naheliegende Vergleichskandidaten: den eigenen Nachfolger Odyssey, das ZWO Seestar S50 als günstigen Einstieg und das Celestron Origin als Alternative mit mehr Öffnung.

Alternativen zum Unistellar eVscope 2
ModellÖffnungBauartPreisStärke
Unistellar eVscope 2114 mmSmart Newton4.699 EuroOLED-Okular + maximale Öffnung
Unistellar Odyssey85 mmSmart Newton2.399 EuroAutofokus, günstiger, kompakter
ZWO Seestar S5050 mmSmart Refraktor499 EuroGünstigster Einstieg, sehr kompakt
Celestron Origin152 mmSmart RASA299 EuroGrößte Öffnung, kein Okular

Der Unistellar Odyssey ist der direkte Nachfolger des eVscope 2 und kostet gut 2.300 Euro weniger. Er hat 85mm statt 114mm Öffnung und kommt ohne physisches OLED-Okular - du beobachtest ausschließlich über die App. Dafür bringt er Nikon-Optik mit automatischem Autofokus mit, was die Bedienung weiter vereinfacht. Wer auf das Okular-Feeling verzichten kann, spart knapp 2.300 Euro und bekommt dabei das technisch modernere Unistellar-Modell.

Das ZWO Seestar S50 kostet 499 Euro und ist damit die günstigste Möglichkeit, mit einem Smart-Teleskop einzusteigen. Mit 50mm Öffnung zeigt es weniger tief, ist aber extrem kompakt und vollautomatisch. Für alle, die nicht sicher sind, wie intensiv sie das Hobby betreiben werden, ist es der risikoärmere Einstieg ins Hobby.

Das Celestron Origin bietet die größte Öffnung aller Smart-Teleskope in dieser Übersicht - 152mm mit einem RASA-f/2.2-System. Es hat kein Okular, funktioniert ausschließlich per App, ist aber Deep-Sky-Spezialist und dabei deutlich günstiger als das eVscope.

Preis-Leistungs-Bewertung

Für 4.699 Euro bekommst du das ausgefeilteste Okular-basierte Smart-Teleskop auf dem Markt, ein System das keine Konkurrenz in dieser spezifischen Kombination hat. Das rechtfertigt einen Aufpreis, aber die Frage ist, wie viel. Die 114mm Öffnung ist für ein Smart-Teleskop stark, aber ein klassisches 8-Zoll-Dobson kostet 400 Euro und zeigt visuell mehr. Das eVscope 2 zahlt auf ein anderes Nutzungskonzept ein - nicht auf maximale Öffnung pro Euro.

3
Hohes Preis-Niveau, für die richtige Zielgruppe stark
Aktueller Preis bei astroshop.de

Der Odyssey liefert für 2.399 Euro ein ähnliches Konzept mit weniger Öffnung und ohne OLED-Okular. Wer das Okular-Erlebnis und die 114mm Öffnung explizit will, zahlt knapp 2.300 Euro Aufpreis. Das ist viel, aber es gibt kein anderes System, das diese Kombination in einem bietet. Wer mehr Öffnung pro Euro sucht, findet sie beim Celestron Origin mit 152mm - aber dann ohne Okular.

Stärken und Schwächen

Das eVscope 2 glänzt mit einem einzigartigen Nutzungskonzept, zeigt aber klare Grenzen in der Preisgestaltung - der Aufpreis gegenüber dem Odyssey ist schwer zu rechtfertigen für viele.

Das eVscope 2 brilliert bei diesen Punkten:

  • Einziges Smart-Teleskop mit physischem OLED-Okular und Live-Stacking
  • Größte Öffnung (114mm) in der Unistellar Smart-Teleskop-Linie
  • Vollautomatisches Plate-Solving ohne manuelles Alignment
  • 9 Stunden Akkulaufzeit, kein externes Netzteil nötig
  • SETI-Partnerschaft mit wissenschaftlichem Mehrwert

Hier hat das eVscope 2 klare Schwächen zu bieten:

  • Preis von 4.699 Euro ist für 114mm Öffnung sehr hoch
  • Manueller Fokus ohne Autofokus (Odyssey hat ihn)
  • Proprietäres System ohne Standard-Okularanschluss
  • Kein klassisches optisches Bild, Bildverarbeitung verändert den Look

Mein Fazit zum Unistellar eVscope 2

Das eVscope 2 macht genau das, wofür es gebaut wurde: Es öffnet den Kosmos für Menschen, die keine Lernkurve, keine Wissensvoraussetzungen und kein Gefummel wollen, aber trotzdem in ein Okular schauen möchten. Wer es einmal benutzt hat, versteht den Unterschied zwischen klassischem Visuell-Beobachten und dieser Art von Live-Stacking mit Okular-Feeling.

Bei astroshop.de ansehen

Der Preis ist das einzige wirkliche Argument gegen das eVscope 2. Wer 4.699 Euro investieren will, sollte den Odyssey als günstigere Alternative ernsthaft abwägen. Wer das OLED-Okular und die maximale Unistellar-Öffnung explizit sucht und das Budget mitbringt, kauft das beste seiner Klasse.

Häufige Fragen zum Unistellar eVscope 2

Die häufigsten Fragen, die ich zum eVscope 2 bekomme, drehen sich um Eignung, den Vergleich mit dem Odyssey und die Internetverbindung. Die wichtigsten Antworten im Überblick:

Lohnt sich das eVscope 2 für Einsteiger?

Ja, wenn du bereit bist fast 4.700 Euro zu investieren und dabei auf den klassischen Okularblick verzichtest. Das eVscope 2 ist das zugänglichste Smart-Teleskop in seiner Klasse: einschalten, Objekt in der App auswählen, fertig. Kein Alignment auf den Polarstern, keine Sternkenntnisse nötig. Was dich erwartet, ist ein leuchtendes Bild im eingebauten OLED-Okular, das von Sekunde zu Sekunde besser wird. Die Lernkurve ist minimal. Mehr zur Bedienung findest du in meinem Abschnitt zur Benutzerfreundlichkeit, zur Zielgruppe unter "Für wen ist das eVscope 2?".

Was kann ich mit dem eVscope 2 beobachten?

Das eVscope 2 ist auf Deep-Sky-Objekte spezialisiert. Galaxien, Nebel und Sternhaufen zeigt die Enhanced Vision Technology in Farbe und mit wachsendem Detailreichtum, weil die Bildverstärkung mehrere Belichtungen live summiert. Schon nach 30 Sekunden erkennst du Strukturen im Orionnebel, die einem 114mm Newton visuell erst nach Minuten zugänglich wären. Planeten und Mond sind möglich, aber mit 450mm Brennweite nicht das Kerngebiet des eVscope 2. Die vollständige Leistungsbeschreibung findest du im Abschnitt zur optischen Leistung.

Welches Zubehör brauche ich zum eVscope 2?

Kaum etwas. Das eVscope 2 ist komplett ausgestattet: eingebauter Sensor, OLED-Okular, 64GB Speicher, 9-Stunden-Akku, Bahtinov-Maske im Staubdeckel integriert. Du musst weder Okulare noch Filter noch Netzteil kaufen. Wer abends draußen beobachtet, ergänzt vielleicht eine rote Taschenlampe für die Dunkeladaption. Alle Details findest du im Abschnitt zum vollständigen Lieferumfang hier.

Wo kann ich das eVscope 2 am günstigsten kaufen?

Das eVscope 2 kostet aktuell 4.699 Euro bei astroshop.de und ist kurzfristig versandfertig in 3 bis 5 Tagen. Astroshop ist der führende deutschsprachige Fachhändler für Teleskope und bietet Beratung auch nach dem Kauf an, was bei einem System dieser Komplexität praktisch ist. Mehr zur Preiseinordnung findest du in meinem Abschnitt zur Preis-Leistung des eVscope.

Was ist der Unterschied zwischen eVscope 2 und Unistellar Odyssey?

Der Odyssey ist der günstigere Nachfolger und kostet gut 2.300 Euro weniger. Er hat 85mm Öffnung statt 114mm und kommt ohne das physische OLED-Okular - du beobachtest ausschließlich über die App. Das eVscope 2 ist das ältere, stärkere Modell mit mehr Lichtsammelleistung und dem einzigartigen Live-Okular-Erlebnis. Wer das kompaktere und deutlich günstigere System bevorzugt, ist mit dem Odyssey gut bedient. Wer das Okular-Feeling und die maximale Unistellar-Öffnung will, greift zum eVscope 2. Mehr dazu findest du im Abschnitt Alternativen im Vergleich.

Braucht das eVscope 2 eine Internetverbindung?

Nein, für die Himmelsbeobachtung nicht. Das eVscope 2 baut mit der Unistellar App ein eigenes WLAN-Netz auf, über das du es direkt steuerst. Internetverbindung brauchst du nur für Software-Updates oder wenn du an wissenschaftlichen SETI-Projekten teilnehmen willst, bei denen dein eVscope Daten hochlädt. In der Praxis kannst du also problemlos auf dem Feld beobachten, weit vom nächsten Router entfernt.