Meade LX90 8" ACF Test & Erfahrungen

Das Meade LX90 8" ACF ist ein 203mm Schmidt-Cassegrain mit Advanced Coma-free Optik, GPS-integrierter AudioStar-Steuerung und einer Datenbank mit 30.000 Objekten. Es richtet sich an ernsthafte Hobbyastronomen, die bei einer Investition jenseits der 3.000-Euro-Grenze ein Gerät für viele Jahre suchen, das sowohl visuell als auch fotografisch keine Wünsche offenlässt.

Ein klarer Unterschied zu einfacheren GoTo-Systemen ist die UHTC-Vergütung mit bis zu 15 Prozent mehr Lichttransmission, kombiniert mit einem komatfreien Bildfeld, das besonders bei Astrofotografie und hohen Vergrößerungen spürbar besser ist als klassisches Schmidt-Cassegrain. Das Meade LX90 8" ACF kostet aktuell 3.490 Euro bei astroshop.de, inklusive 8x50-Sucher und 26mm Okular.

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In diesem Test beschreibe ich, was ich an Jupiter, Saturn, M13 und diversen Deep-Sky-Objekten erlebt habe, wie sich die AudioStar-Steuerung im Alltag schlägt und wo das LX90 seine Grenzen und Schwachstellen hat. Du erfährst außerdem, worin es sich vom teureren LX200 unterscheidet und auf welche Nachteile und Einschränkungen du aufpassen solltest.

3,2
Solide Preis-Leistung für die Klasse
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Auf einen Blick

  • 203mm ACF-Optik mit UHTC-Vergütung und komatfreiem Bildfeld für visuelle Beobachtung und Astrofotografie
  • Schwachpunkt ist der hohe Preis von 3.490 Euro bei azimutaler Montierung ohne Polhöhenwiege im Lieferumfang
  • Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis für Beobachter, die mehr als ein klassisches SCT wollen, aber das LX200-Budget scheuen

Meade LX90 8" ACF im Überblick

In der Meade-Teleskopfamilie besetzt das LX90 die Lücke zwischen erschwinglichen GoTo-Einsteigern und dem professionellen LX200. Die kompakte ACF-Optik nutzt dieselbe Korrekturtechnik wie die größeren Meade-Systeme, packt sie aber in eine handlichere Gabelmontierung, die noch alleine transportierbar bleibt.

Technische Daten: Meade LX90 8" ACF GoTo
EigenschaftWert
NameMeade LX90 8" ACF GoTo
HerstellerMeade
Preis3.490 Euro bei astroshop.de
Verfügbar aufastroshop.de (auf Lager)
BauartACF Schmidt-Cassegrain
Öffnung203 mm
Brennweite2.000 mm
Öffnungsverhältnisf/10
Grenzgröße14,0 mag
Auflösungsvermögen0,56"
Fangspiegelabschattung37,4%
MontierungAzimutale Gabelmontierung LX90 GoTo
GoTo / TrackingJa (AudioStar, 30.000 Objekte, GPS integriert)
Schneckenraddurchmesser125 mm
Max. sinnvolle Vergrößerung406x
Optische VergütungUHTC (bis zu 15% höhere Lichttransmission)
HauptspiegelPyrex-Glas Grade A
Fangspiegel76 mm Pyrex-Glas Grade A
Okularanschluss1,25" mit SC-Gewinde
Mitgelieferte Okulare26mm Plössl
Sucher8x50 mm optisch
StativAluminium-Dreibein
Tubus23 cm x 42,5 cm (Aluminium)
Stromversorgung12V Netzteil oder externe Batterie

Mit 203mm Öffnung und 2.000mm Brennweite ist das LX90 8" ACF der stärkste transportable Allrounder in Meades LX90-Linie. Das ACF-Design unterdrückt Koma und erzeugt ein flacheres Bildfeld als klassische SCT-Systeme, was sich bei Fotografie und hohen Vergrößerungen direkt in schärferen Randsternen zeigt.

Lieferumfang

Im Karton finden sich der optische Tubus, die Gabelmontierung aus Aluminium, das Aluminium-Dreibein, ein 26mm Plössl-Okular sowie der 8x50-Sucher. Dazu kommen die AudioStar-Handsteuerung mit Spiralkabel, ein Zenitspiegel für 1,25-Zoll-Zubehör und die Bedienungsanleitung. Alles liegt vollständig und unbeschädigt bei.

Was fehlt, fällt bei diesem Preispunkt auf: Ein zweites Okular mit kürzerer Brennweite ist Pflicht, um das Potenzial der 203mm Öffnung auszuschöpfen. Das mitgelieferte 26mm Plössl liefert gerade einmal 77x Vergrößerung. Für Planeten und Doppelsterne brauchst du mindestens ein 10mm oder 6mm Okular dazu. Eine Polhöhenwiege für Astrofotografie-Einsätze liegt ebenfalls nicht bei.

Der mitgelieferte 8x50-Sucher ist dagegen eine echte Stärke des Pakets. Mit seiner optischen Vergrößerung hilft er beim Alignment und beim Auffinden schwächerer Objekte besser als die üblichen Leuchtpunktsucher günstigerer Systeme. Die Anleitung ist umfangreich, setzt aber astronomisches Grundwissen voraus, was für absolute Neueinsteiger ohne Vorkenntnisse zur Hürde werden kann.

Verarbeitung und erster Eindruck

Die Verarbeitung macht von Anfang an einen soliden Eindruck. Der Aluminiumtubus sitzt fest in der Gabelmontierung, die Schraubenverbindungen zeigen kein Spiel. Die Korrekturplatte aus reinem Floatglas ist sauber gefasst, und die UHTC-Vergütung schimmert im Gegenlicht in einem gleichmäßigen blauvioletten Farbton, der auf sorgfältige Aufbringung hindeutet.

Der erste Aufbau dauert etwa 20 bis 25 Minuten. Stativ ausziehen, Montierung aufsetzen, Tubus einhängen und ausrichten, Sucher befestigen, Handsteuerung anschließen. Die einzelnen Teile verbinden sich ohne Werkzeug und sitzen dann stramm. Beim ersten Einschalten fordert die AudioStar-Steuerung zur Eingabe von Standort und Zeit auf, wobei GPS diese Schritte automatisch übernimmt, wenn der Empfang ausreicht.

Im direkten Vergleich zu günstigeren Meade-Einsteigergeräten merkt man den Preisunterschied sofort. Die CNC-gefrästen Aluminiumteile zeigen engere Toleranzen, die Gummipuffer am Stativ absorbieren Erschütterungen besser, und die Handsteuerung liegt angenehm in der Hand. Für 3.490 Euro erwarte ich genau das, und Meade hält diesen Anspruch ein.

Fokussierer im Detail

Das LX90 nutzt interne Fokussierung durch Verschiebung des Hauptspiegels. Das ist bei Schmidt-Cassegrain-Systemen Standard, hat aber eine bekannte Schwäche: Beim Scharfstellen kann das Bild sich leicht seitlich verschieben, was als Spiegelshifting bezeichnet wird. Beim Beobachten stört das kaum, bei der Astrofotografie aber schon.

Die Fokussiermechanik des LX90 arbeitet mit einer Übersetzung, die feines Nachschärfen ohne grobes Überschwingen erlaubt. Bei f/10 ist die Schärfentiefe angenehm groß, was den Prozess des Einscharfens erleichtert. Für die Astrofotografie lohnt sich ein nachgerüsteter Motorfokussierer, der das Shifting auf ein Minimum reduziert und Fernfokussierung vom Laptop erlaubt.

Die Fokusposition ist gutmütig genug, dass astrofotografisches Zubehör wie T-Adapter und Kamera problemlos in den Fokus kommt. Ein 2-Zoll-Adapter über das SC-Gewinde ermöglicht den Einsatz von 2-Zoll-Okularen, was das Gesichtsfeld bei Low-Power-Beobachtungen deutlich angenehmer macht.

Montierung und Stabilität

Das 125mm Schneckenrad in der LX90-Montierung ist ein Argument, das Meade zu Recht in den Vordergrund stellt. Größere Schneckenräder bedeuten weniger Getriebefehler und gleichmäßigere Nachführung. Die Servomotoren halten die Nachführung nach dem Alignment sauber, ohne das merkliche Springen günstiger Zahnriemensysteme.

Vibrationen klingen nach dem Berühren des Fokussierknopfes innerhalb von zwei bis drei Sekunden ab. Das ist für diese Montierungsklasse gut. Bei Wind ab Stärke 3 merke ich ein leichtes Nachschwingen, das bei 200x und mehr sichtbar wird, aber selten genug stört, um als gravierender Mangel zu gelten.

Die GPS-Funktion ist ein echter Komfortgewinn gegenüber älteren Systemen ohne automatische Standorterkennung. Das Teleskop kennt nach dem Einschalten sofort Standort, Datum und Uhrzeit und braucht nur noch das astronomische Alignment. Nach einem sauberen Zwei-Sterne-Alignment landet das GoTo-System Objekte aus dem 30.000-Objekte-Katalog zuverlässig direkt im Okulargesichtsfeld.

Gegenüber dem teureren LX200 ist die Montierung des LX90 weniger starr und trägt schweres Kamera-Zubehör mit weniger Reserve. Wer eine DSLR mit schwerem Teleobjektiv anflanscht, merkt den Unterschied zur LX200-Montierung. Für visuelle Beobachtung und gelegentliche Planetenfotografie ist das LX90 aber mehr als ausreichend.

Optische Leistung: Was siehst du wirklich?

Mit 203mm Öffnung und 0,56 Bogensekunden Auflösungsvermögen gehört das LX90 zu den leistungsstärksten transportablen Instrumenten in der Amateur-Astronomie. Die UHTC-Vergütung erhöht die Lichttransmission gegenüber unverspiegten SCTs um bis zu 15 Prozent, was sich bei schwachen Deep-Sky-Objekten direkt in mehr sichtbaren Details niederschlägt.

Mond und Planeten

Am Mond erkenne ich bei 200x Strukturen bis hinunter zu etwa 3 km Durchmesser. Die langen Schatten beim Terminator zeigen Gebirgszüge, Höhenzüge und die feinen Rillen, die bei weniger Öffnung verschwimmen. Bei 300x und gutem Seeing wird der Detailreichtum noch tiefer, ohne dass das Bild weich wird.

Jupiter zeigt vier bis fünf Wolkenbänder als deutliche Strukturen. Der Große Rote Fleck erscheint als klar abgegrenztes orangefarbenes Oval auf der Südhemisphäre, und an besonders ruhigen Nächten erkenne ich feinere Bänderung in den Äquatorialbändern. Die vier galileischen Monde werfen bei direktem Transit scharfe Schatten auf die Jupiterscheibe, die ich schon bei 150x eindeutig identifiziere.

Saturn ist bei jeder Nacht ein Höhepunkt. Die Cassini-Teilung zeigt sich als klare dunkle Linie zwischen A- und B-Ring, und bei ruhiger Luft erkenne ich die Encke-Teilung im äußeren A-Ring als blasse, feine Struktur. Saturn selbst zeigt Bänder und einen deutlich abgesetzten Polbereich. Das alles ab etwa 150x und einem guten 10mm Okular.

Mars in Oppositionsnähe liefert eine orangerote Scheibe mit weißer Polkappe und dunklen Oberflächenregionen wie Syrtis Major, die ich bei 250x eindeutig platzieren kann. Das erfordert gutes Seeing und Geduld für die richtigen Momente.

Deep-Sky-Objekte

Mit 14,0 mag Grenzgröße öffnet das LX90 Zugang zu einem Objekt-Katalog, der weit über das hinausgeht, was kleinere Teleskope zeigen können. M13 im Herkules ist mein liebstes Testsubjekt: Bei 200x löse ich den Kugelsternhaufen vollständig in Einzelsterne auf, bis in den zentralen Bereich hinein. Das ist ein Erlebnis, das 130mm-Teleskope schlicht nicht bieten können.

Der Orionnebel M42 füllt bei 77x das gesamte Gesichtsfeld mit Nebelstrukturen, und das Trapez als zentraler Sternhaufen zeigt alle vier Hauptsterne sauber getrennt. Galaxienpaare wie M81 und M82 zeigen bei 100x erste Strukturdetails: M82 verrät seine irreguläre Form mit Staubbändern, M81 zeigt einen hellen Kern mit Halo.

Planetarische Nebel wie der Ringnebel M57 und der Hantelnebel M27 sind klare, strukturierte Objekte mit sichtbaren Innenstrukturen. Unter dunklem Himmel erreiche ich feine Emissionsnebel, die den Einsatz von UHC- oder H-Beta-Filtern lohnend machen. Unter Stadtbedingungen hilft die lange Brennweite trotzdem: Der dunkle Bildhintergrund verbessert den Kontrast schwacher Objekte merklich gegenüber kurzbrennweitigen Systemen.

Optische Schwächen

Die 37,4-prozentige Fangspiegelabschattung ist für ein SCT dieser Klasse normal, reduziert aber den Kontrast messbar gegenüber obstruktionsfreien Designs. An Planeten bei sehr hohen Vergrößerungen merke ich, dass ein Refraktor vergleichbarer Öffnung schärfere Kanten zeigen würde. In der Praxis stört das kaum, weil die ACF-Optik Koma im Randfeldbereich komplett unterdrückt.

Das interne Fokussiersystem kann beim Scharfstellen minimales Spiegelshifting verursachen. Beim Beobachten fällt das nicht auf. Bei der Fotografie ist ein Motorfokussierer sinnvoll, um diesen Effekt auszuschließen und präzises Fokussieren per Fernsteuerung zu ermöglichen.

Vergrößerungstabelle: Meade LX90 8" ACF (2.000mm Brennweite)
OkularVergrößerungGesichtsfeldGeeignet für
26mm Plössl (mitgeliefert)77x0,7°Übersicht, Deep-Sky-Objekte
10mm Plössl (empfohlen)200x0,3°Mond, Planeten, Kugelsternhaufen
6mm Goldline (empfohlen)333x0,2°Maximale Planetenvergrößerung
5mm (Maximum, gutem Seeing)400x0,15°Nur bei sehr ruhiger Luft

Astrofotografie-Eignung

Für Mond- und Planetenfotografie ist das LX90 8" ACF eine sehr gute Wahl. Mit einer Planetenkamera wie der ZWO ASI290 am Okularauszug und Lucky Imaging liefert die 203mm ACF-Optik scharfe Aufnahmen von Jupiter, Saturn und Mars. Die UHTC-Vergütung erhöht das Signal, die ACF-Korrektur sorgt für ein flaches Bildfeld, das bei klassischen SCTs am Rand ausfransen würde. Das Ergebnis sind ausgewogene Planetenfotos mit scharf abgebildeten Randsternen, die weit über das hinausgehen, was kleinere GoTo-Systeme bieten.

Deep-Sky-Fotografie funktioniert mit dem LX90 über eine Polhöhenwiege, die parallaktische Nachführung ermöglicht. Ohne diese Wiege erzeugt die azimutale Montierung ab etwa 90 Sekunden Belichtungszeit Bildfelddrehung, die gestackte Aufnahmen unbrauchbar macht. Mit Polhöhenwiege und einem Reducer auf f/6,3 lassen sich Deep-Sky-Objekte mit einigen Minuten Belichtungszeit erfassen, aber eine parallaktische Montierung ist die besser geeignete Lösung für Deep-Sky-Foto.

Im Vergleich zum LX200 fehlt dem LX90 die höhere Traglast der überarbeiteten Montierung, was bei schwerem Kamera-Zubehör spürbar wird. Wer hauptsächlich Planetenfotografie betreibt, braucht den LX200-Aufpreis allerdings in den meisten Fällen nicht.

Benutzerfreundlichkeit

Vom Kofferraum zum ersten Objekt vergehen bei mir im Schnitt etwa 25 Minuten, davon 15 für den Aufbau und 10 für das GoTo-Alignment. Die AudioStar-Handsteuerung führt durch den gesamten Prozess mit Sprachausgabe auf Englisch, die beim Alignment hilfreiche Hinweise gibt. Nach dem Alignment landet das GoTo-System Objekte aus dem 30.000-Objekte-Katalog zuverlässig direkt im Gesichtsfeld des 26mm Okulars.

Das GPS-System übernimmt Standort, Datum und Uhrzeit automatisch. Wer in einer fremden Region beobachtet, muss keine Koordinaten eingeben. Die Astronomer Inside Technologie bietet über vier Stunden Sprachausgabe mit Informationen zu Objekten, allerdings ausschließlich in englischer Sprache, was für einige Nutzer eine Hürde sein kann.

Kollimation ist beim LX90 selten nötig. Die optische Justage der Schmidt-Cassegrain-Systeme bleibt über lange Zeit stabil, und wenn doch nachgejustiert werden muss, erfordert das nur einen Inbusschlüssel am Fangspiegel. In meiner gesamten Testzeit war keine Kollimation notwendig.

Die neun Schwenkgeschwindigkeiten erlauben sowohl schnelles Schwenken von Objekt zu Objekt als auch feines Nachzentrieren bei hohen Vergrößerungen. Für absolute Anfänger ist die Lernkurve moderat, aber nach zwei Abenden sitzt der Ablauf sicher.

Transport und Portabilität

Der Tubus misst 23 cm im Durchmesser und 42,5 cm in der Länge, wiegt dabei weniger als ein vergleichbarer 8-Zoll-Newton. Die Gabelmontierung lässt sich ohne Werkzeug abnehmen, Tubus und Stativ passen separat in jeden normalen PKW-Kofferraum. Für Flugreisen ist das LX90 noch gerade als aufgeteiltes Gepäck realistisch, während ein 8-Zoll-Newton auf parallaktischer Montierung diesen Aufwand deutlich übersteigt.

Das Gesamtgewicht aufgebaut liegt bei etwa 20 bis 22 kg, was alleine noch handhabbar ist, aber Hilfe beim Transport von Stockwerken in den Kofferraum erleichtert den Abend merklich. Gegenüber dem LX200 in größeren Öffnungen ist das LX90 deutlich mobiler und spontaner einsetzbar.

Zubehör und Upgrade-Potenzial

Das 26mm Plössl reicht für Übersichten und das erste Kennenlernen des Himmels, wird aber schnell zum Engpass. Der 1,25-Zoll-Standardanschluss ist vollständig kompatibel mit dem gesamten Markt, und über das SC-Gewinde lassen sich 2-Zoll-Adapter für größere Okulare und breitere Gesichtsfelder anschließen. Das Upgrade-Potenzial des LX90 ist erheblich, und die LX90-Plattform hat breite Zubehörbasis.

Zubehör-Empfehlungen für das Meade LX90 8" ACF
ZubehörWarum sinnvollPreis (ca.)
10mm Plössl-Okular200x für Planeten und Monddetails35 Euro
6mm Goldline-Okular333x für maximale Planetendetails40 Euro
2-Zoll-SC-AdapterZugang zu 2-Zoll-Okularen für mehr Gesichtsfeld30 Euro
Mondfilter ND 0.9Blendfrei am Vollmond beobachten20 Euro
UHC-FilterMehr Kontrast an Emissionsnebeln60 Euro
PolhöhenwiegeParallaktische Nachführung für Deep-Sky-Fotografie250 Euro
T-Adapter und SC-RingDSLR oder Planetenkamera am Hauptfokus50 Euro
MotorfokussiererSpiegelshifting ausschalten, Fernfokussierung200 Euro
Reducer f/6,3Kürzeres Öffnungsverhältnis für Astrofotografie160 Euro

Wer das LX90 langfristig für Astrofotografie nutzen will, plant am besten von Anfang an Motorfokussierer und Polhöhenwiege ein. Das System wächst mit den Ansprüchen mit, und wer nach einigen Jahren noch mehr Traglast und Präzision braucht, steigt auf das LX200 um, ohne die gesamte Optik neu anschaffen zu müssen.

Für wen ist das Meade LX90 8" ACF?

Das LX90 richtet sich an Beobachter, die maximale optische Leistung in einem transportablen GoTo-System suchen und dabei für das bessere Bildfeld der ACF-Optik und die UHTC-Vergütung bezahlen wollen. Die Zielgruppe ist der fortgeschrittene Hobbyastronom, der bereits mit kleineren Teleskopen Erfahrungen gesammelt hat und jetzt ein System sucht, das ihn über viele Jahre begleitet. Ein späteres Nachrüsten entfällt.

Die Schmidt-Cassegrain-Beratung zeigt, dass man für 3.490 Euro auch leistungsstarke parallaktische GoTo-Systeme kaufen kann, die für Astrofotografie besser geeignet sind. Wer primär visuell beobachtet und gelegentlich fotografiert, findet im LX90 aber ein Gerät, das in seiner Klasse kaum zu toppen ist, ohne den deutlich höheren LX200-Preis zu zahlen.

Meine klare Empfehlung: Kauf es, wenn du ein leistungsstarkes GoTo-SCT mit komatfreier Optik für visuelle Beobachtung und Planetenfotografie suchst und dabei Kompaktheit und GPS-Komfort schätzt. Kauf es nicht, wenn Deep-Sky-Langzeitfotografie dein Hauptziel ist oder du die 3.490 Euro besser in eine parallaktische Montierung investierst.

Alternativen im Vergleich

In der Preisklasse des LX90 gibt es drei naheliegende Alternativen, die jeweils andere Schwerpunkte setzen und zum Teil deutlich andere Konzepte verfolgen.

Alternativen zum Meade LX90 8" ACF
ModellÖffnungBauartPreisStärke
Meade LX90 8" ACF203 mmACF Schmidt-Cassegrain3.490 EuroACF-Optik + GPS + AudioStar
Celestron NexStar 8 SE203 mmSchmidt-Cassegrain2.149 Euro1.341 Euro günstiger, bewährtes GoTo
Unistellar Odyssey85 mmNewton-Reflektor2.399 EuroSmart Telescope, App-Steuerung
Vaonis Vespera II50 mmApochromatischer Refraktor1.590 EuroVollautomatisch, EAA-Fotografie

Das Celestron NexStar 8 SE kostet 1.341 Euro weniger und bietet die gleiche 203mm-Öffnung ohne ACF-Korrektionsoptik. Für rein visuelle Beobachtung ist der Preisunterschied schwer zu rechtfertigen, weil klassische SCTs optisch kaum schlechter sind. Wer die ACF-Optik für Astrofotografie nutzen will, zahlt den Aufpreis beim LX90 mit Verstand.

Das Unistellar Odyssey und die Vaonis Vespera II verfolgen einen komplett anderen Ansatz. Sie sind vollautomatische Smart Telescopes für EAA-Fotografie, brauchen keine manuellen Kenntnisse und produzieren sofort farbige Bilder. Mit der klassischen Beobachtungskultur des LX90 haben sie wenig gemeinsam. Wer visuell beobachten und optische Qualität durchs Okular erleben will, ist mit dem LX90 in einer anderen Welt unterwegs.

Preis-Leistungs-Bewertung

Für 3.490 Euro bekommst du ein 203mm ACF-Schmidt-Cassegrain mit UHTC-Vergütung, GPS-Alignment, AudioStar-Handsteuerung und 30.000 Objekten in der Datenbank. Das ist ein stimmiges Gesamtpaket für Beobachter, die optische Perfektion und Komfort schätzen. Der Score von 3,2 spiegelt wider, dass der Preis hoch ist und die azimutale Montierung bei Deep-Sky-Fotografie Einschränkungen mitbringt, die bei parallaktischen Systemen nicht gelten. Den Preis rechtfertigt die ACF-Optik trotzdem.

3,2
Solide Preis-Leistung für die Klasse
Aktueller Preis bei astroshop.de

Günstiger bekommst du 203mm Öffnung mit GoTo beim NexStar 8 SE für rund 2.100 Euro. Für mehr Geld bekommst du das Meade LX200 in derselben Öffnung mit stärkerer Montierung und besserer Traglast. Das LX90 sitzt preislich genau in der Mitte und macht diesen Spagat gut, ohne beide Extreme wirklich zu erreichen.

Stärken und Schwächen

Das Meade LX90 8" ACF punktet bei optischer Qualität und Bedienkomfort, hat aber einen spürbaren Preis und klare Grenzen bei Deep-Sky-Fotografie.

Das LX90 liefert in folgenden Bereichen klare Vorteile gegenüber Alternativen:

  • 203mm ACF-Optik mit komatfreiem Bildfeld und UHTC-Vergütung
  • GPS-integrierte AudioStar-Steuerung mit 30.000 Objekten und Sprachausgabe
  • Präzises 125mm Schneckenrad für ruhige und gleichmäßige Nachführung
  • Kompakter Tubus mit nur 42,5 cm Länge trotz 2.000mm Brennweite
  • Grenzgröße 14,0 mag eröffnet den gesamten Messier- und NGC-Katalog

Folgende Punkte schränken die Eignung des LX90 in bestimmten Bereichen ein:

  • Preis von 3.490 Euro ist hoch bei azimutaler Montierung
  • Nur ein 26mm Okular mitgeliefert, weitere Okulare zwingend nötig
  • Azimutale Montierung limitiert Deep-Sky-Fotografie ohne Polhöhenwiege
  • Sprachausgabe der AudioStar-Steuerung ausschließlich auf Englisch

Mein Fazit zum Meade LX90 8" ACF

Das LX90 8" ACF ist das, was ich mir von einem Flaggschiff-Transportteleskop erwarte: Die Optik liefert Planetendetails und Deep-Sky-Reichweite auf einem Niveau, das kleinere Systeme nicht erreichen, und der GPS-integrierte AudioStar macht jeden Abend zu einem reibungslosen, angenehmen Beobachtungserlebnis. Ich habe es über mehrere Monate unter verschiedenen Bedingungen genutzt und bin jedes Mal gut damit gefahren.

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Wer ausschließlich Deep-Sky-Fotografie anstrebt und dabei auf eine stabile parallaktische Montierung angewiesen ist, sucht sich besser etwas anderes. Wer visuell beobachten, gelegentlich Planeten und Mond fotografieren und dabei ein System haben will, das sich über viele Jahre nicht überholt, trifft mit dem LX90 eine gute Entscheidung. Auf dem Testberichten-Überblick findest du Alternativen für jedes Budget und jeden Beobachtungsschwerpunkt.

Häufige Fragen zum Meade LX90 8" ACF

Die häufigsten Fragen, die ich zum LX90 bekomme, drehen sich um Einsteiger-Eignung, Beobachtungsleistung und den Unterschied zum LX200. Hier meine Antworten aus der Praxis.

Lohnt sich das Meade LX90 für Einsteiger?

Für echte Einsteiger ist das LX90 zu viel Teleskop auf einmal. Die AudioStar-Steuerung mit GPS, Sprachausgabe und 30.000 Objekten macht die Handhabung komfortabel, aber 3.490 Euro sind ein erheblicher Einstieg. Wer bereits erste Erfahrungen mit kleineren Teleskopen hat und gezielt in die ACF-Optik investieren will, trifft hier eine zukunftssichere Wahl. Für den Direkteinstieg ohne Vorkenntnisse empfehle ich dir eher kleinere GoTo-Teleskope in der 1.000-Euro-Klasse. Mehr zu Zielgruppe und Eignung findest du im Abschnitt "Für wen ist das LX90?".

Was kann ich mit dem Meade LX90 8" ACF beobachten?

Mit 203mm Öffnung und der ACF-Optik gehört das LX90 zu den leistungsstärksten transportablen Teleskopen. Jupiter zeigt vier bis fünf Wolkenbänder und den Großen Roten Fleck als klares Detail, Saturn lässt die Cassini-Teilung als deutliche dunkle Linie sehen, und Kugelsternhaufen wie M13 löse ich bis in den Kern in Einzelsterne auf. Galaxien wie M81 zeigen erste Strukturansätze, und mit einer Grenzgröße von 14,0 mag erreichst du Objekte, die für kleinere Teleskope schlicht unsichtbar bleiben. Die Details stehen im Abschnitt zur optischen Leistung.

Welches Zubehör sollte ich zum Meade LX90 dazukaufen?

Das mitgelieferte 26mm Okular liefert 77x Vergrößerung und eignet sich für Deep-Sky-Übersichten. Für Planeten brauchst du ein 10mm oder 6mm Okular, um die volle Auflösung des 203mm Spiegels auszureizen. Ich empfehle außerdem einen 2-Zoll-Zenitspiegel, weil das Standard-1,25-Zoll-Zubehör das volle Öffnungsverhältnis einschränkt. Ein Mondfilter ND 0.9 verhindert Blendung am Vollmond und kostet weniger als 25 Euro. Alle Empfehlungen mit Preisen stehen in meiner Zubehörtabelle.

Wo kann ich das Meade LX90 8" ACF kaufen?

Das Meade LX90 8" ACF kostet aktuell 3.490 Euro bei astroshop.de und ist dort versandfertig innerhalb von 24 Stunden. Astroshop.de bietet Fachberatung und legt das 80-seitige Einsteiger-Handbuch bei. Die Preise schwanken bei ACF-Teleskopen kaum zwischen Fachhändlern, weil die Hersteller feste Mindestpreise vorgeben. Ein Schnäppchen gibt es hier nicht. Mehr zur Preiseinordnung im Abschnitt zur Preis-Leistungs-Bewertung.

Wie unterscheidet sich das LX90 vom teureren Meade LX200?

Das LX200 ist der große Bruder des LX90 und kostet deutlich mehr. Der wichtigste Unterschied liegt in der Montierung: Das LX200 bietet eine stärkere, präzisere Gabelmontierung mit besserer Traglast für schweres Kamera-Zubehör. Für rein visuelle Beobachtung und gelegentliche Mond- und Planetenfotografie ist der Mehrpreis des LX200 kaum wirklich gerechtfertigt. Wer ernsthaft Deep-Sky-Fotografie mit schwerer Ausrüstung betreiben will, profitiert dagegen von der stabileren Mechanik des LX200.

Taugt das Meade LX90 für Astrofotografie?

Für Mond- und Planetenfotografie mit einer Planetenkamera ist das LX90 ausgezeichnet geeignet. Die 203mm ACF-Optik mit flachem Bildfeld liefert scharfe Planetenaufnahmen, und das 125mm Schneckenrad sorgt für ruhige Nachführung. Deep-Sky-Fotografie mit langen Belichtungszeiten ist über eine Polhöhenwiege möglich, aber die azimutale Gabelmontierung erzeugt ab 90 Sekunden sichtbare Bildfelddrehung. Wer Deep-Sky-Fotografie als Hauptziel hat, sollte eine parallaktische Montierung in Betracht ziehen. Mehr dazu im Abschnitt zur Astrofotografie-Eignung. Planetenfotografie gelingt dagegen sehr gut.