Partielle Sonnenfinsternis durch einen Sonnenfilter

Sonnenfinsternis sicher beobachten: Termine, Ausrüstung & Schutz

Der Himmel verdunkelt sich am helllichten Tag, Tiere verstummen, und die Luft wird merklich kühler - eine Sonnenfinsternis gehört zu den beeindruckendsten Naturereignissen überhaupt. Gleichzeitig ist sie das einzige astronomische Ereignis, das bei falscher Beobachtung ernsthafte Augenschäden verursachen kann. Wer ohne Schutz in die partielle Phase schaut, riskiert dauerhafte Sehschäden - und das oft ohne es sofort zu merken, weil die Netzhaut keine Schmerzrezeptoren hat.

Ich beobachte Sonnenfinsternisse seit vielen Jahren und habe das Thema Sicherheit dabei immer an erste Stelle gestellt. Dieser Ratgeber erklärt dir, welche Typen es gibt, welche Termine für den DACH-Raum anstehen, welche Ausrüstung du brauchst - und warum die Schutzbrille das Wichtigste in deiner Tasche ist, lange bevor ein Teleskop ins Spiel kommt.

Auf einen Blick

  • Ohne zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille oder Sonnenfilter darfst du niemals in die Sonne schauen - auch nicht kurz.
  • Der nächste Highlight-Termin für DACH: 12. August 2026, partielle Sonnenfinsternis mit bis zu 90 % Bedeckung.
  • Wer die totale Phase erleben will, muss reisen - Nordspanien 2026 oder Nordafrika 2027 sind die nächsten Ziele.

Typen: Totale, partielle und ringförmige Sonnenfinsternis

Eine Sonnenfinsternis entsteht immer dann, wenn der Mond bei Neumond so genau zwischen Erde und Sonne tritt, dass er die Sonnenscheibe ganz oder teilweise verdeckt. Weil der Mondorbit leicht geneigt ist, passiert das nicht bei jedem Neumond - es gibt zwei bis fünf pro Jahr, aber nur wenige davon betreffen einen bestimmten Beobachtungsstandort.

Die totale Sonnenfinsternis ist der heilige Gral der Astronomie-Beobachtung. Im Kernschatten des Mondes wird die Sonnenscheibe vollständig verdeckt, und für wenige Minuten sieht man mit bloßem Auge die Korona - die hauchdünne Atmosphäre der Sonne, die sonst im grellen Glanz unsichtbar bleibt. Sterne werden sichtbar, Planeten tauchen am Tages-Himmel auf, und die Temperatur fällt spürbar ab. Die Totalität dauert maximal sieben Minuten, meist deutlich weniger. Im Kernschatten ist das direkte Beobachten für diese kurze Phase ohne Filter möglich - aber nur in der Totalität selbst, nicht davor und danach.

Die partielle Sonnenfinsternis ist deutlich häufiger und auch von Deutschland aus regelmäßig zu sehen. Hier überdeckt der Mond nur einen Teil der Sonnenscheibe - je nach Position des Beobachters kann das ein kleiner Biss am Rand sein oder fast 90 % der sichtbaren Scheibe. Auch bei 99 % Bedeckung ist die verbleibende Sonnensichel noch gefährlich hell: Eine Sofi-Brille ist Pflicht für die gesamte Dauer.

Die ringförmige Sonnenfinsternis entsteht, wenn der Mond in seiner Umlaufbahn weiter von der Erde entfernt ist und scheinbar kleiner wirkt als die Sonne. Er bedeckt die Sonnenscheibe dann nicht vollständig - rund um den Mondrand bleibt ein leuchtender Ring (Annulus) stehen, der dieser Finsternisart den Namen gibt. Optisch ist sie spektakulär, aber da die Sonne nie vollständig bedeckt wird, gibt es keine Korona und keine Totalität. der Schutzfilter dauerhaft notwendig bleibt.

Sonnenfinsternisse 2025 bis 2030: Termine für Deutschland, Österreich und die Schweiz

Nicht alle Sonnenfinsternisse sind von DACH aus sichtbar, und selbst sichtbare Ereignisse unterscheiden sich stark im Bedeckungsgrad. Ich habe die relevanten Termine mit realistischen Angaben zur Sichtbarkeit zusammengestellt - damit du weißt, wofür sich die Reise lohnt und wofür du besser Reisepläne schmiedest.

Sonnenfinsternis-Termine 2025-2030 - Sichtbarkeit in DACH
Datum Typ Sichtbarkeit DACH Bedeckungsgrad Besonderheiten
29. März 2025 Partielle Sonnenfinsternis Sichtbar (in DACH ca. 20 %) ca. 20 % Kleiner Biss am Nordwestrand - lohnt sich mit Schutzbrille
12. August 2026 Totale (Kernschatten: Spanien, Island, Grönland) Partielle in DACH: 85-90 % 85-90 % (Süddeutschland) Bester DACH-Termin - oder Reise nach Nordspanien für die Totalität
2. August 2027 Totale (Kernschatten: Nordafrika, Spanien, Naher Osten) Partielle in DACH: 50-70 % 50-70 % Längste Totalität des 21. Jahrhunderts (ca. 6 Min.) - Reiseziel: Ägypten
26. Januar 2028 Ringförmige Sonnenfinsternis Nicht sichtbar (Südamerika/Südatlantik) - Für DACH nicht relevant
1. Juni 2030 Ringförmige Sonnenfinsternis Partielle in DACH: ca. 60 % ca. 60 % Kernschatten über Zentralasien - guter DACH-Bedeckungsgrad

Der absolute Schlüsseltermin in diesem Zeitraum ist der 12. August 2026. Für Süddeutschland wird ein Bedeckungsgrad von 85 bis 90 % erwartet - das ist mehr, als die meisten Menschen je erlebt haben. Der Himmel wird merklich dunkler, die Schatten bekommen scharfe Kanten, und mit einer guten Sofi-Brille oder einem Sonnenfilterteleskop sieht man eine fast vollständige Sonnensichel. Wer die wenige Minuten dauernde Totalität erleben will, muss allerdings nach Nordspanien reisen - mehr dazu weiter unten.

Sicherheit: Niemals ohne zugelassenen Filter in die Sonne schauen

Ich stelle diesen Abschnitt absichtlich vor die Ausrüstungsempfehlungen, weil er wichtiger ist als alles andere. Die Sonne sendet ultraviolette Strahlung und Infrarotstrahlung in einer Intensität aus, die die Netzhaut innerhalb von Sekunden dauerhaft verbrennt. Das passiert völlig schmerzfrei, weil die Netzhaut keine Schmerzrezeptoren besitzt - der Schaden wird erst Stunden später bemerkt, wenn das Sehvermögen nachlässt oder ein schwarzer Fleck im Sichtfeld erscheint. Sonnenblindheit durch Beobachtung ohne Schutz ist nicht heilbar.

Was bedeutet das konkret? Für jede Phase der Sonnenfinsternis außer der vollständigen Totalität gilt: kein Blick ohne zertifizierten Schutzfilter. Das gilt für das bloße Auge, für Ferngläser und für Teleskope. Sonnenbrillen, CDs, Rußglas oder Alufolien sind keine zulässigen Alternativen - sie blockieren sichtbares Licht, aber nicht die unsichtbare Strahlung, die die Netzhaut schädigt. Nur zertifizierte Sonnenfinsternis-Brillen mit der Kennzeichnung ISO 12312-2 und CE-Zeichen sind zugelassen.

Bei Teleskopen gilt: Ein ungeschütztes Teleskop, das auf die Sonne gerichtet wird, konzentriert die Strahlung und verbrennt den Okulareinblick in Bruchteilen einer Sekunde - und das Auge des Beobachters gleich mit. Der Sonnenfilter muss immer vor der Optik sitzen, also am Tubusende, nicht am Okular. Niemals Herschelkeile oder andere Okularvorsatzfilter ohne spezifische Freigabe für Sonnbeobachtung verwenden.

Wenn du Kinder mitbringst: Beaufsichtige jeden einzelnen Blick durchs Gerät. Die Versuchung, kurz ohne Schutz zu schauen, ist groß - und die Konsequenz irreversibel. Ich spreche das bei Gemeinschaftsveranstaltungen immer vor jeder Beobachtungssession klar an, auch wenn es redundant wirkt.

Ausrüstung: Sofi-Brille, Sonnenfilter und Sonnenteleskop

Die Basis jeder Sonnenfinsternis-Beobachtung ist eine zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille, kurz Sofi-Brille. Sie filtert 99,999 % der Sonnenstrahlung heraus und macht die Sonnenbeobachtung sicher. Kaufe nur Brillen mit ISO 12312-2 und CE-Zertifizierung, die aus dem Fachhandel oder von namhaften Anbietern wie Baader Planetarium stammen. Die Baader AstroSolar-Folie in der Safety-Variante (OD 5) gilt als Industriestandard und ist auch für selbstgebaute Kartonbrillen geeignet.

Für die Beobachtung am Teleskop oder Fernglas braucht man einen Sonnenfilter, der vor das Objektiv gesetzt wird. Hier hat sich die Baader AstroSolar-Folie in OD 5 als verlässliche und günstige Lösung etabliert. Sie kostet als Bogen wenige Euro und kann für verschiedene Tubusdurchmesser zu Filterboxen aus Pappe zugeschnitten werden - das klingt improvisiert, ist aber die Lösung, die selbst professionelle Sonnenbeobachter einsetzen. Alternativ gibt es fertige Glassonnenfilter von Celestron, Bresser und anderen Herstellern, die etwas teurer, aber bequemer zu handhaben sind.

Wer häufiger Sonnenbeobachtung betreibt, sollte einen Blick auf dedizierte Sonnenteleskope werfen. Das Lunt LS50THa und das Coronado PST sind Einstiegsgeräte mit eingebautem H-alpha-Filter - sie zeigen die Sonne in einem ganz anderen Licht: Protuberanzen am Rand, Filamenten auf der Oberfläche und Flares werden sichtbar, die im Weißlicht unsichtbar bleiben. Das sind keine Gelegenheitsgeräte, sondern Spezialteleskope für den ernsthaften Sonnenbeobachter - die Einstiegspreise beginnen bei etwa 400 Euro.

Ausrüstungsvergleich für die Sonnenfinsternis-Beobachtung
Ausrüstung Schutz nötig? Ergebnis Preis (ca.) Empfehlung
Sofi-Brille (ISO 12312-2) Ist der Schutz Sonnensichel mit bloßem Auge 1-5 Euro Pflichtausstattung, immer dabei
Fernglas + AstroSolar OD 5 Filter vor beiden Objektiven Sonnenscheibe mit Flecken, Randverdunklung 10-20 Euro (Folie) Sehr guter Einstieg, einfaches Setup
Refraktor 70-80mm + Sonnenfilter Filter vor Objektiv (nicht am Okular) Sonnenflecken, Granulation ansatzweise 15-40 Euro (Filter) Ideal für partielle Beobachtung
Sonnenteleskop H-alpha (Lunt/Coronado) Eingebaut Protuberanzen, Filamente, Flares sichtbar ab 400 Euro Für ernsthafte Sonnenbeobachter
Projektion (Lochkamera, Karton) Kein Okularblick nötig Sonnensichel als Projektion auf Papier Fast kostenlos Ideal für Gruppen und Kinder

Die Projektionsmethode ist oft unterschätzt: Mit einem einfachen Teleskop oder Fernglas (Objektiv auf die Sonne gerichtet, Okular ausgebaut oder abgedeckt) kann man das Sonnenbild auf ein weißes Blatt Papier projizieren. Das funktioniert ohne jeden Okularblick, ist für Gruppen gut geeignet und zeigt selbst Sonnenflecken deutlich sichtbar. Auch hier gilt: Niemand darf durch das Okular schauen, solange das Gerät auf die Sonne zeigt.

Wer sich noch kein Teleskop hat und für die Sonnenfinsternis 2026 ausrüsten möchte, findet in der Teleskop-Kaufberatung einen strukturierten Überblick nach Bauart, Öffnung und Budget. Für reine Sonnenfinsternisbeobachtung reicht ein günstiger Einsteiger-Refraktor mit einem guten Sonnenfilter vollkommen aus.

Sonnenfinsternis fotografieren: Einstellungen und Technik

Das Fotografieren einer Sonnenfinsternis ist technisch anspruchsvoller als die meiste andere Astrofotografie - nicht wegen der Dunkelheit, sondern wegen der extremen Helligkeit und der sich schnell ändernden Lichtbedingungen. Der wichtigste Grundsatz gilt auch hier: Der Kamera-Sensor kann verbrennen, wenn du ohne Filter auf die Sonne zielst. Ein Sonnenfilter vor dem Objektiv ist also nicht nur für das Auge, sondern auch für die Kamera Pflicht.

Für die partielle Phase verwendest du dieselbe AstroSolar-Folie (OD 4,0 für die Fotografie, nicht OD 5,0 wie für die visuelle Beobachtung - die Fotoversion lässt etwas mehr Licht durch und liefert natürlichere Farben). Die Belichtungseinstellungen variieren je nach Brennweite und Sensorempfindlichkeit, aber als Ausgangspunkt funktionieren gut: ISO 100, Blende f/8, Zeit 1/500s. Belichte lieber zu kurz als zu lang, denn verbrannte Highlights in der Sonnenscheibe lassen sich nicht retten.

In der Totalität - und nur dort - wird der Filter entfernt. Jetzt gilt das Gegenteil: Die Korona ist sehr schwach, und du brauchst deutlich längere Belichtungszeiten. Halte eine Sequenz von verschiedenen Belichtungen bereit: von 1/1000s für die innere Korona bis zu mehreren Sekunden für die äußere Korona. Bracketing ist hier dein Freund, weil keine zwei Totalitäten die gleiche Belichtung verlangen. Sobald die Lichtsichel der Sonne wieder erscheint, kommt der Filter sofort zurück - ohne Ausnahme.

Als Brennweite sind 500 bis 1000mm für Detailaufnahmen ideal. Auch ein einfaches Spiegeltele mit 500mm auf einem Crop-Sensor-Body liefert gute Ergebnisse. Für Weitwinkelaufnahmen der Gesamtsituation - Verdunkelung des Himmels, Horizont, Zuschauerinnen und Zuschauer - lohnt sich eine zweite Kamera ohne Filter auf einem separaten Stativ. Die Verbindung von Weitwinkel-Atmosphäre und Detail-Aufnahme macht eine vollständige Dokumentation des Ereignisses aus. Mehr zu Kameraeinstellungen und Stacking-Techniken findest du im Astrofotografie-Ratgeber für Einsteiger.

Reisetipps: Nordspanien 2026 und Nordafrika 2027

Wer die Totalität erleben will, muss reisen. Für Europa sind die nächsten Jahrzehnte dünn gesät - umso mehr lohnt es sich, die Termine 2026 und 2027 wahrzunehmen. Ich plane beide Reisen und habe die wichtigsten Informationen für dich zusammengestellt - Reiseziel und Wetterplanung inklusive.

Für die totale Sonnenfinsternis am 12. August 2026 verläuft der Kernschatten über Grönland, Island und dann mitten durch Nordspanien - von der Atlantikküste bei A Coruna bis durch Aragon und Valencia Richtung Balearen. Die Zone der Totalität ist etwa 250 km breit. Besonders attraktiv sind Orte wie Zaragoza, Pamplona oder die Pyrenäen-Region, die gleichzeitig landschaftlich reizvoll und gut erreichbar sind. Die Totalitätsdauer beträgt dort bis zu 2,5 Minuten. Der August-Termin verspricht eine gute Wetterwahrscheinlichkeit für Spanien - trocken und klar ist im Sommer in Aragon die Regel.

Die totale Sonnenfinsternis am 2. August 2027 wird die längste totale Sonnenfinsternis des 21. Jahrhunderts sein - in Ägypten dauert die Totalität knapp 6 Minuten. Der Kernschatten verläuft über Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Ägypten bis in den Nahen Osten. Luxor und die Region entlang des Nils bieten eine der besten Wetterwahrscheinlichkeiten weltweit für diesen Termin - Wolkenbedeckung im August liegt dort unter 5 %. Sechs Minuten Korona sehen - das ist eine astronomische Lebenschance, für die eine Reise nach Ägypten absolut vertretbar ist.

Meine praktische Empfehlung: Buche Hotels und Flüge so früh wie möglich. Nach dem Bekanntwerden der genauen Kernschattenverläufe steigen die Preise in den Totality-Städten dramatisch. Wer bis sechs Monate vor dem Ereignis wartet, zahlt oft das Dreifache oder findet gar keine Unterkunft mehr in günstiger Lage. Plane außerdem eine Ausweichoption ein: Die Wetterwahrscheinlichkeit in Spanien ist gut, aber nicht perfekt - ein Mietwagen und Flexibilität sind bei einer Sonnenfinsternis-Reise Pflichtprogramm. Über den Einfluss des Wetters auf die Beobachtungsplanung und wie man gute Standorte systematisch findet, schreibe ich auch im Mondfinsternis-Ratgeber, wo Wetterplanung genauso entscheidend ist.

Häufige Fragen zur Sonnenfinsternis

Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Sonnenfinsternis beobachten, Schutz und Ausrüstung.

Wann ist die nächste Sonnenfinsternis in Deutschland?

Die nächste gut sichtbare Sonnenfinsternis in Deutschland ist die partielle Phase der totalen Sonnenfinsternis am 12. August 2026, bei der Süddeutschland einen Bedeckungsgrad von 85 bis 90 % erreicht. Das wird die eindrucksvollste partielle Sonnenfinsternis seit Jahrzehnten für DACH sein. Den vollständigen Terminüberblick findest du in der Tabelle unter Sonnenfinsternisse 2025 bis 2030.

Was ist eine Sofi-Brille, und wo kauft man sie?

Eine Sofi-Brille (Sonnenfinsternis-Brille) ist eine Spezialbrille mit einer Folie, die 99,999 % der Sonnenstrahlung herausfiltert und die Beobachtung der Sonne sicher macht. Kaufe nur Brillen mit ISO 12312-2 und CE-Kennzeichnung aus dem Astronomie-Fachhandel oder von bekannten Herstellern wie Baader Planetarium. Vermeide Brillen ohne Zertifizierung, weil diese die schädigende Infrarot- und UV-Strahlung nicht zuverlässig blockieren. Mehr zur richtigen Ausrüstung steht im Abschnitt Ausrüstung: Sofi-Brille, Sonnenfilter und Sonnenteleskop.

Darf man kurz ohne Schutz in die Sonne schauen?

Nein. Ausnahmslos. Die einzige Phase, in der ein Blick ohne Schutzfilter möglich ist, ist die vollständige Totalität bei einer totalen Sonnenfinsternis - und selbst dort nur, solange keine Lichtsichel mehr zu sehen ist. Alle anderen Phasen, auch bei 99 % Bedeckung, sind ohne zertifizierten Filter gefährlich. Die Netzhaut hat keine Schmerzrezeptoren - du wirst den Schaden nicht sofort spüren. Die vollständige Sicherheitsübersicht findest du im Abschnitt Sicherheit: Niemals ohne zugelassenen Filter.

Was sieht man bei einer partiellen Sonnenfinsternis?

Durch eine Sofi-Brille sieht man die Sonnenscheibe als hellen Kreis, aus dem der Mond einen Bissen herausnimmt - je nach Bedeckungsgrad kann das ein kleiner Rand oder fast die gesamte Scheibe sein. Mit einem Fernglas oder Teleskop und entsprechendem Sonnenfilter werden Sonnenflecken sichtbar, sofern gerade welche auf der Sonne vorhanden sind. Die Umgebungshelligkeit ändert sich erst spürbar ab etwa 70-80 % Bedeckung - darunter ist es für das bloße Auge kaum merklich dunkler.

Was ist der Unterschied zwischen einer totalen und einer ringförmigen Sonnenfinsternis?

Bei einer totalen Sonnenfinsternis ist der Mond scheinbar groß genug, um die Sonne vollständig zu bedecken - die Korona wird sichtbar. Bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis ist der Mond weiter von der Erde entfernt und am Himmel kleiner als die Sonne wirkt, sodass ein leuchtender Ring bestehen bleibt. Die ringförmige Finsternis ist eindrucksvoll, hat aber keine Totalität und erfordert den Schutzfilter während der gesamten Beobachtung. Mehr zu den verschiedenen Typen steht im Abschnitt Typen: Totale, partielle und ringförmige Sonnenfinsternis.

Wie fotografiert man eine Sonnenfinsternis sicher?

Mit einem zertifizierten Sonnenfilter (Baader AstroSolar OD 4,0) vor dem Objektiv, manuell eingestelltem Fokus und ISO 100. Ohne Filter droht Kamerasensor-Schaden und - falls durchs Sucherbild geschaut wird - sofortige Netzhautschäden. In der Totalität wird der Filter entfernt und mit verschiedenen Belichtungszeiten die Korona fotografiert. Alle Einstellungstipps stehen im Abschnitt Sonnenfinsternis fotografieren: Einstellungen und Technik.